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Biathletinnen feiern Staffelsieg - Männer Zweite

Sotschi (dpa) - Als Laura Dahlmeier im Staffelrennen von Sotschi auf der Schlussrunde an die Spitze stürmte, legten ihre Biathlon-Kolleginnen Andrea Henkel, Evi Sachenbacher-Stehle und Miriam Gössner im Zielraum schon mal ein Siegertänzchen hin.

Zieleinfahrt
Laura Dahlmeier fährt jubelnd ins Ziel. Foto: Sergei Chirikov Foto: dpa
Rückblick
Zuvor hatte sich Dahlmeier noch einmal mit einem Blick zurück vergewissert. Foto: Sergei Chirikov Foto: dpa
Freude
Im Ziel wurde die Jüngste im deutschen Team schon erwartet. Foto: Sergei Chirikov Foto: dpa
Schießstand
Miriam Gössner am Schießstand. Foto: Sergei Chirikov Foto: dpa
Übergabe
Miriam Gössner (r) übergibt an Dahlmeier. Foto: Sergei Chirikov Foto: dpa
Sieger-Team
Das Sieger-Team: Andrea Henkel (l-r), Evi Sachenbacher-Stehle, Miriam Gössner und Laura Dahlmeier. Foto: Sergei Chirikov Foto: dpa
Zweite
Arnd Peiffer (l) übergibt bei der Staffel in Sotschi an Benedikt Doll. Foto: Sergei Chirikov Foto: dpa

Selbst eine Strafrunde von Gössner konnte das deutsche Quartett beim Olympia-Test nicht aufhalten. Auf der Zielgeraden hatte Youngster Dahlmeier sogar Zeit, um ausgiebig zu jubeln. «Das war schon cool», meinte die 19-Jährige mit einem breiten Grinsen. Die Ukraine und Norwegen belegten die beiden anderen Podestplätze.

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Nachdem zuvor die Männer ebenfalls in einer Premieren-Besetzung Erik Lesser, Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer und Benedikt Doll hinter Russland Rang zwei gefeiert hatten, legten die Damen noch einen drauf. Vor allem Neu-Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle, die im Sprint mit Rang sechs tags zuvor für ein erstes Achtungszeichen gesorgt hatte, freute sich diebisch. «Ich bin so glücklich. Ich hätte nie zu geträumt gewagt, dass ich mal eine Weltcupstaffel gewinne», bekannte die 32-Jährige nach ihrem erst achten Weltcuprennen.

Miriam Gössner hatte zwar erneut Probleme am Schießstand, kompensierte ihren Fauxpas aber durch ihre Laufstärke. «Evi und ich hatten schon immer gute Staffeln, so können wir gerne weitermachen», meinte Gössner gut gelaunt. Das Duo gewann gemeinsam mit Langlauf-Staffeln schon Olympia- und WM-Silber.

Und auch die Männer sorgten dank einer famosen Aufholjagd im gigantischen Biathlon-Stadion «Laura» in den Bergen des Nordkaukasus für einen tollen Abschluss. «Das hat schon Spaß gemacht», sagte der 22-jährige Doll, der nach dem Zieldurchlauf völlig ausgepumpt von seinen Teamkollegen in die Arme genommen wurde. Zuvor hatte er auf der Zielgeraden den verzweifelten Angriff des Tschechen Ondrej Moravec abgewehrt, nachdem es anfangs noch nach einem Debakel aussah. Denn Lesser vermied gerade so die Strafrunde, hatte zudem Probleme beim Nachladen und war zwischenzeitlich Letzter. Doch seine Kollegen machten durch starke Auftritte den Erfolg möglich.

Das Fazit der Skijäger nach dem Olympia-Test war eindeutig: Der Kampf um die Medaillen im kommenden Winter wird Schwerstarbeit. «Wenn man hier an den Start geht, muss man topfit sein», resümierte Chef-Bundestrainer Uwe Müssiggang nach dem Testlauf. Müssigang konnte nach den tollen Staffel-Ergebnissen sowie Platz zwei von Birnbacher im Einzel und dem Erfolg von Sachenbacher-Stehle als Sprint-Sechste und Dahlmeier als Siebte ein positives Fazit ziehen.

«Wir waren hier, um zu lernen und uns das anzuschauen. Wir sollten den Schwung von dem heutigen Rennen mitnehmen und mit so einer Motivation ins nächste Jahr gehen», resümierte Männer-Coach Mark Kirchner. Sein Damen-Kollege Gerald Hönig meinte: «Nach der enttäuschenden WM mit Platz fünf haben wir uns zurückgemeldet.»

Während Sachenbacher-Stehle im Sprint erstmals in einem Wettkampf fehlerfrei blieb und auch in der Staffel nur zwei Nachlader benötigte, schoss Gössner erneut zu viele Fahrkarten. «Auch wenn man das jetzt nicht glaubt, ich habe eigentlich ein gutes Gefühl am Schießstand. Aber ich bin mir sicher, dass ich das bis Olympia in den Griff kriege», sagte Gössner. Hönig kündigte konzentrierte Schießlehrgänge an: «Wahrscheinlich auch mit Miriam alleine.»

Laura Dahlmeier zeigte mit zwei tadellosen Schießeinlagen in Sprint und Staffel ihr Potenzial. «Sie kann eine Stütze des Teams werden», meinte Hönig. Sie selbst wundert sich manchmal noch. «So richtig angekommen bin ich aber noch nicht. Aber langsam gewöhnt man sich daran, neben den Stars beim Frühstück zu sitzen», meinte die 19-Jährige.

Die Loipen in 1430 Meter Höhe sorgten derweil für viel reichlich Kritik. Viele Stürze zwangen die Organisatoren zu Änderungen an der Strecke. «Die Stürze sind blöd für unseren Sport, denn da liegt die Hälfte der Leute auf der Nase und am Anstieg sehen sie auch aus, als würden sie das erste Mal Skilaufen. Es ist blöd, so eine Strecke zu machen und ich hoffe, dass sie noch was optimieren», kritisierte Peiffer.