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Familie Stief öffnete in Mayerhofen ihren Hof – Informationen rund um die heimische Landwirtschaft

Besucherandrang beim Tag des offenen Hofs

Traunstein – Dass das Interesse an der bäuerlichen Landwirtschaft auch bei Menschen steigt, die lediglich als Konsumenten mit ihr zu tun haben, zeigte der Tag des offenen Hofs am Sonntag. Die zentrale Veranstaltung für den Landkreis Traunstein fand auf dem Biohof der Familie Stief in Mayerhofen statt.

Auf einem dicken Strohbett liegen die Milchkühe im Offenstall der Familie Stief in Mayerhofen. Die Familie, die ihren Hof im Nebenerwerb betreibt, öffnete am Sonntag ihren Hof für Besucher.

Trotz hochsommerlicher Temperaturen kamen Besucher aus nah und fern. Wohl mehr als 2000 Besucher kamen, um sich über Fragen zur Landwirtschaft zu informieren. Kaum zu glauben, dass Christine und Josef Stief ihren Biohof mit 35 Milchkühen im Nebenerwerb bewirtschaften. Er arbeitet noch als Maurer, sie als Metzgerei-Fachverkäuferin. Das Ergebnis ihres Nebenerwerbs sind täglich rund 700 Liter Milch in Bioqualität.

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Die tägliche Futterration einer Milchkuh

Was eine Kuh täglich frisst, um 25 Liter Milch geben zu können, stellte die Jungzüchtergemeinschaft Traunstein anschaulich dar: einen Haufen mit 60 Kilo frischem Gras, einen kleineren Haufen mit 1,5 Kilo Heu und einen dritten mit zehn Kilo Maissilage. Eine solche wird auf dem Biohof in Mayerhofen allerdings nicht verfüttert. Dazu kommen auf konventionell produzierenden Betrieben je zwei Kilo Getreide und Hochleistungsfutter sowie Mineralien. Pro Tag säuft eine Kuh rund 80 Liter Wasser. Das Ergebnis sind 25 Liter Frischmilch oder in verarbeiteter Form 1,2 Kilo Butter bzw. drei Kilo Käse oder 3,5 Liter Schlagrahm oder 25 Kilo Joghurt. Als Rückstand bleiben 1,7 Kilogramm Dünger.

An weiteren Ständen informierte der Bauernverband als Hauptorganisator des Tags des offenen Hofs über seine Arbeit für die Landwirte. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten war ebenso mit einem Informationsstand in Mayerhofen wie der Maschinenring. Er koordiniert unter anderem die betriebsübergreifende Zusammenarbeit der Landwirte. Der Verbraucherservice Bayern steht allen Konsumenten beratend zur Seite und legte dar, zu welchen Themen man sich von ihm beraten lassen kann.

Natürlich durften auch die Anbietergemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof und die Waldbesitzervereinigung nicht fehlen; gehört doch zu einem traditionellen Landwirtschaftsbetrieb in der Region traditionell auch ein Stück Wald als »Sparkasse für schlechtere Zeiten.« Daneben nutzten auch Anbieter landwirtschaftlicher Maschinen, Kunsthandwerker und andere Aussteller den Tag des offenen Hofs, um auf sich aufmerksam zu machen.

Selbstverständlich durften die Landfrauen nicht fehlen, deren Aus'zogne ebenso reißenden Absatz fanden wie die Kasspatzen, Gerichte aus Rehfleisch und alle anderen Schmankerln. Vor allem nach der Messe in Buchfelln (wir berichteten) war der Andrang riesengroß und es bildeten sich lange Menschenschlangen vor den Verköstigungsständen. Mit etwas Geduld bekam aber jeder, was er wollte.

Am Ende zeigten sich alle Beteiligten höchst zufrieden mit dem Ablauf des Tags und dem großen Zuspruch. Besonders die Gastgeber, Christine und Josef Stief, blickten am Abend stolz auf den erfolgreichen Ablauf des Tags zurück. »Aber mit so vielen Menschen haben wir in unseren kühnsten Träumen nicht gerechnet«, sagte Josef Stief gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. -K.O.-