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Bernhard Pfnür bringt Holz zum Leuchten

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Seine bislang größte Lampe hat Bernhard Pfnür einiges an Tüftelei abverlangt. (Foto: Merker)

Berchtesgaden – Bernhard Pfnür fertigt außergewöhnliche Leuchten. Wurzelholz bildet den Lampenfuß und dünn geschnittenes Hirnholz den warm leuchtenden Lampenschirm. Jede seiner Lampen ist ein Unikat, das vom reizvollen Zusammenspiel von Natur und Handwerk lebt. Mit seiner Firma »Woidschlog« war es auch schon im Bayerischen Rundfunk zu Gast.


Eigentlich war es reiner Zufall, wie Bernhard Pfnür zu seinen Lampen gekommen ist. Der Zimmerermeister, der in einem Ingenieurbüro arbeitet, erinnert sich: »Beim Aufräumen in der Werkstatt fand ich ein dünnes Hirnholzplatterl und sah, dass da das Licht durchscheint und das Hirnholz mit den Jahresringen sichtbar wurde.« Da fiel ihm die Wurzel ein, die er einmal auf einer Baustelle gefunden hatte. Beides könnte man doch kombinieren, überlegte sich Pfnür. Die Idee zu einer Lampe war geboren.

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Leidenschaft Holz

Holz ist seine große Leidenschaft und außerdem tüftelt er sehr gerne und so machte er sich dran, aus dünn gesägten Holzplättchen einen Lampenschirm zu kreieren. Die Schwierigkeit lag darin, die nur sechs bis sieben Millimeter Holzteile zu verleimen und auf vier Millimeter zu schleifen, ohne dass sie brechen. Pfnür ließ nicht locker und schaffte es, das Holz so dünn zu schleifen, dass das Licht der Glühbirne es hindurch schaffte. Die Wurzel bildete mit ihrer Dreiecksform den Fuß, ein Kabel und eine Fassung wurden eingebohrt und montiert und fertig war der erste Prototyp. Von dem Ergebnis angetan, fing der Zimmerer an, Wurzelholz gezielt zu suchen. »Bei meinen Mountainbiketouren schaue ich jetzt mehr nach rechts und links, ob ich nicht passende Wurzeln finden würde.« Am besten würden sich jene Wurzelstücke eignen, die er in Gewässern findet. »Die sind durch die Steine und das Wasser schon von der Rinde befreit.«

Ein Freund erzählte ihm letztes Jahr, dass der Dießbachstausee abgelassen worden war. »Da bin ich rausgefahren und habe mich mit tollen Wurzeln versorgt.« Auf dem Grund lagen genug in den faszinierendsten Formen herum. Eines dieser, vom Wasser und den Steinen bearbeiteten und rund geschliffenen, Holzstücke hat er in eine aparte Esstischlampe umgestaltet. Es ist die Kombination von natürlichen, urwüchsigen Formen und dem klaren Erscheinungsbild der Schirme, die seinen Lampen den besonderen Reiz geben. Doch der Tüftler war mit nur eckigen Schirmen nicht zufrieden. Als nächstes wagte er sich an Runde heran. »Doch Biegen ging nicht, Verleimen auch nicht und mit Dampf klappte es ebenfalls nicht.«

Großes Geheimnis

Wie er es schließlich doch schaffte, aus den dünnen Plättchen einen runden Schirm herzustellen, bleibt sein Geheimnis. Es hat funktioniert und so ein großer runder Schirm sitzt auch auf seiner größten Lampe. »Das Holz mit seiner Farbe und Maserung soll wirken«, so Pfnür. Darum hat er auch Lampensäulen nur aus den Hirnholzplättchen gebaut. Sie verbreiten ein warmes und stimmungsvolles Licht. Das Holz schafft eine heimelige Atmosphäre und die dunklen und hellen Jahresringe sowie Asteinschlüsse bilden ein ansprechendes Muster. Inzwischen legt er großen Wert auf die ansonsten verwendeten Materialien. Der Lampenschirm wird von Metallgestänge gehalten und auch das Kabel ist nicht nur schnöde aus Plastik sondern ganz wie früher mit gewirktem Stoff umkleidet. Bernhard Pfnür bringt mit seinen Lampen das Holz zum Leuchten. Seine Firma nennt er dazu passenderweise »Woidschlog«, für das Logo und den Internetauftritt zeigt sich Sohn Markus verantwortlich, der passenderweise Grafiker ist. Sogar in der Sendung »Wir in Bayern« war Bernhard Pfnür schon einmal Gast und durfte seine Lampen dort vorstellen. Der findige Tüftler hat noch mehr Ideen. Aber auch die sind noch ein Geheimnis. Christoph Merker

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