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Bericht von der Piste

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Die Ski-Saison läuft sehr gut. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Die Faschingsferien stehen vor der Tür und alle Berchtesgadener Wintersportgebiete weisen für die vielen erwarteten Wintersportler beste Pistenverhältnisse auf. Die Seilbahn- und Skiliftbetreiber blicken auf eine bisher weitgehend gute Saison zurück, auch wenn die Schneekatastrophe den Skibetrieb teilweise tagelang verhinderte.


Roßfeld

Das Roßfeld ist seit jeher dafür bekannt, dass dort am ehesten der alpine Skilauf ohne Maschinenschnee möglich ist. So herrschten am Roßfeld bereits über die Feiertage gute Pistenverhältnisse. Grund dafür war auch die Arbeit mit der Schleuder. Der Schnee wurde so von den Seiten auf die Piste befördert. Nach Dreikönig war jedoch erstmals nach langer Zeit kein Skibetrieb möglich, denn die Roßfeldstraße war gesperrt. Zehn Tage ruhte der Skibetrieb. Währenddessen sorgte Familie Schaupp mit ihren Mitarbeitern für Sicherheit auf und neben der Piste. Auch die schweren Schneemassen auf den Bäumen wurden entfernt, und so konnten die Pisten ab dem 18. Januar wieder geöffnet werden. Rudolf Schaupp berichtet von einem schwachen Januar. Der Februar lief allerdings sehr gut. Dies lag auch daran, dass der Zinken-Sessellift in Dürrnberg wegen einer beschädigten Stütze zwei Wochen geschlossen war und viele Skifahrer auf das Roßfeld auswichen. Sehr gut in Schuss ist seit langer Zeit auch die Abfahrt bis in die Oberau. Die Saison soll noch bis Anfang April laufen. »Wir lassen so lange offen, wie die Skifahrer in größerer Zahl kommen«, so Schaupp.

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Jenner

Weil man im Jennerskigebiet bereits früh mit der Maschinenbeschneiung begonnen hatte, konnte der Skibetrieb am 20. Dezember starten. »Ohne Maschinenschnee hätten wir über die Feiertage keinen Skibetrieb anbieten können«, erklärte Betriebsleiter Wilfried Däuber, der von einer bisher guten Saison spricht. Die Pisten sind stets in einem einwandfreien Zustand und Wartezeiten wie in früheren Jahren sind auch kein Thema mehr. Das Schneechaos hat natürlich auch die Jennerbahn tangiert, da am Berg vier Meter Schnee und in der Mitte 2,50 Meter lagen. Von der Mittelstation wurde während der Schneekatastrophe das Dach abgeschaufelt. Ansonsten gab es keine Beeinträchtigungen und es wurden mehrere nationale sowie internationale Skirennen am Krautkaser durchgeführt. Erst vor Kurzem fand das Skitourenrennen »Jennerstier« statt. Auch wenn die Wetterprognosen für die nächsten Tage nicht gut sind, erhofft sich Däuber noch einige Skifahrer in den Ferien. Die Skisaison läuft bis zum 31. März. Danach steht die Bahn fünf Tage still, ehe am 6. April der Sommerbetrieb beginnt. Und am 6. Juni soll die Seilbahn dann endlich bis zur Bergstation fahren.

Problemlos verläuft die Skisaison im Anfängergebiet bei der Jennerbahn-Talstation. Dort führt Willi Graßl die Geschäfte. Die Anfänger lernen dort das Skifahren und wechseln danach je nach Können zum Jenner oder in andere Skigebiete.

Hochschwarzeck

Zufrieden mit dieser Saison ist der Geschäftsführer der Hochschwarzeck-Bahnen, Christian Riel. Zwar verhinderte die Schneekatastrophe zunächst den Skibetrieb, der danach jedoch sehr gut angelaufen ist. »Wir denken auch an die Einheimischen und die Kinder, die bei uns an den kleinen Liften den Skilauf lernen«, so Riel. Um den Skibetrieb bis zum 10. März aufrecht zu erhalten, wird viel Schnee auf die Pisten geschoben. Für die Ferien erhofft sich der Geschäftsführer noch einmal ein gutes Geschäft. Als Volltreffer bezeichnete Riel die neuen Wirtsleute am »Hirschkaser«. »Bei schönem Wetter und am Skibergsteigerabend platzt er aus allen Nähten«, so Riel.

Mautgrube

Wenn in den unteren Bereichen der Skilauf möglich ist, habe er weniger Geschäft, bilanzierte Liftbetreiber Wasti Stanggassinger vom Skilift in der Mautgrube. So seien bisher auch weniger Skikurse gekommen. Während der Schneetage stand der Lift eine Woche, es lag zu viel Schnee. Derzeit seien die Pistenverhältnisse jedoch sehr gut. Gleichwohl werde er nach den Ferien nur noch am Wochenende öffnen, erklärte der Skilehrer, der seinen Betrieb mehr als Hobby und Herzensangelegenheit bezeichnet, als zum Geldverdienen. Sehr gut laufe aber das »Zipfi-Bobfahren«, das Stanggassinger anbietet.

Gutshof

Von einer sehr guten Saison sprach dagegen Stefan Amort vom Familienskigebiet »Gutshof«. Die Lifte seien auch während des Schneechaos immer gelaufen. Sogar mehrere Touristen aus Asien vom Hotel »Kempinski« testeten dem alpinen Skilauf. Amort will die Saison bis zum 17. März laufen lassen. Sollten die Verhältnisse bei derzeit bis zu 80 Zentimeter Schnee dann immer noch gut sein, kann noch um eine Woche bis zum 24. März verlängert werden. Der Betreiber erwartet vor allem in den Faschingsferien und danach noch einmal einen Schwung Gäste.

Götschen

Am Götschen herrschen schon den ganzen Winter über ideale Verhältnisse. »Der Januar war wegen der Schneemassen eher schlecht. Dagegen lief es ab Februar sehr gut«, so der Betreiber Bernhard Heitauer. Der natürliche Schnee habe die Kosten etwas gesenkt, da nicht mehr beschneit werden musste. »Im Gesamten bin ich mit der Saison aber zufrieden.« In den Faschingsferien rechne er aber nicht mehr mit einem Besucheransturm, denn viele würden für den Skiurlaub in große Gebiete fahren. Am Götschen trainieren bereits vor dem kommerziellen Liftbetrieb viele Nationalmannschaftsangehörige. Zudem finden in jedem Jahr zahlreiche Rennen statt, die von den unermüdlichen freiwilligen Helfern des WSV Bischofswiesen ausgerichtet werden. Christian Wechslinger