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Bergwacht trägt Patienten ins Tal

Die Wasserwacht brachte Einsatzkräfte und Material über den Königssee. Die Gebirgstrage konnte beim Aufstieg ein gutes Stück mit der motorisierten Schubkarre befördert werden. Foto: BRK BGL

Schönau am Königssee - Mit dem Hubschrauber wäre der Einsatz nach wenigen Minuten beendet gewesen. Weil gestern Mittwoch aber dichter Nebel in den Bergen herrschte, musste ein 53-jähriger Urlauber mit Verdacht auf Schlaganfall vom Kärlingerhaus am Funtensee zunächst mit der Gebirgstrage durch die Saugasse talwärts getragen werden. 19 Aktive der Bergwachten Berchtesgaden, Ramsau und Marktschellenberg waren dafür zum Funtensee aufgestiegen. Auf halber Strecke übernahm dann beim Abstieg doch noch der Hubschrauber den Patienten.


Der Urlauber gehört zu einer Gruppe von Bergsteigern, die am Dienstag zum Kärlingerhaus aufgestiegen waren. Bereits in der Nacht klagte der 53-Jährige über heftige Probleme. Als er in den frühen Morgenstunden schwere Ausfallerscheinungen zeigte, wurde über die Rettungsleitstelle die Bergwacht alarmiert.

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Mitglieder der Wasserwacht brachten am Mittwochmorgen insgesamt zehn Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden mit dem Bergwacht-Notarzt, sechs Bergretter aus der Ramsau und drei Aktive der Bergwacht Marktschellenberg über den Königssee zum Eisbach. Von dort aus begannen die Einsatzkräfte mit der Gebirgstrage und der motorisierten Schubkarre den Aufstieg zum Kärlingerhaus. Das Gefährt musste allerdings auf halber Strecke zurückbleiben.

Als die Aktiven der Bergwacht um 13.00 Uhr mit dem gut verpackten Patienten den Abstieg in Angriff nahmen, war der Zustand des Urlaubers weitgehend stabil. Drei Stunden später wollte man den Königssee erreicht haben, wo bereits ein Boot der Wasserwacht wartete.

Schon nach gut einer Stunde hatte man die auf rund 1 000 Metern Höhe gelegene Unterlahneralm unterhalb der Saugasse erreicht. Dort konnte der Salzburger Notarzthubschrauber »Christophorus 6« gegen 14.30 Uhr doch noch landen, den Patienten aufnehmen und ihn zur Salzburger Dopplerklinik fliegen. Die 19 Bergwachtleute mussten im Regen weiter zu Fuß absteigen und wurden von der Wasserwacht mit dem Rettungsboot zur Seelände zurückgebracht. UK