Bergwacht Berchtesgaden erneut bei mehreren Einsätzen gefordert

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Foto: BRK BGL
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Schönau am Königssee / Berchtesgaden – Die Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden waren während der vergangenen Tage trotz des durchwachsenen Bergwetters bei mehreren teilweise gleichzeitigen Einsätzen gefordert.


Verunfallte Eltern aus Sackerecksteig ausgeflogen: Bergwacht und Wasserwacht bringen unverletzte Kinder zurück

Am Sonntagabend, 1. August, ging gegen 18.45 Uhr von der Sennerin an der Saletalm am Königssee-Südufer ein Notruf wegen Hilferufen im Sagerecksteig (Simetsberg) ein, wo eine 46-jährige Frau und ein 47-jähriger Mann aus Niedersachsen im Abstieg zum Königssee gestürzt waren und sich an Brustkorb und Kopf verletzt hatten. Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ setzte den Notarzt und die Bergretter per Winde am Unfallort ab, nahm die beiden versorgten Patienten danach in zwei Anflügen sitzend mit der Winde auf und flog sie zum Schneewinkl-Landeplatz. Von dort aus wurden sie mit dem Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall befördert. Die BRK-Wasserwacht brachte zeitgleich mit ihrem Rettungsboot vier weitere Bergretter nach Salet, die die beiden unverletzten minderjährigen Kinder der verunfallten Urlauber ins Tal führten und nach der Bootsfahrt zur Seelände weiter betreuten, damit sie die Ausnahmesituation psychisch gut verarbeiten können. Der Einsatz dauerte bis 19.30 Uhr.

Vier zeitgleiche Einsätze: 49-jähriger Urlauber stürzt am Kahlersberg tödlich ab

Am Donnerstag, 29. Juli, war die Bergwacht Berchtesgaden bei vier zeitgleichen Einsätzen gefordert: Ab 10 Uhr lief eine gemeinsame Vermisstensuche mit der Polizei, da eine Vermieterin einen 49-jährigen Urlauber aus Nordrhein-Westfalen als vermisst gemeldet hatte, weil er nicht mehr von seiner Bergtour am Vortag zurückgekommen war und sein Auto noch immer am Parkplatz Hinterbrand stand. Die Besatzung eines Transporthubschraubers der Bundespolizei war gerade im inneren Landkreis bei einer Übung und unterstützte die Bergwacht bei der Suche, wobei die Einsatzkräfte dann gegen 11.40 Uhr eine leblose Person westlich des Mauslochsteigs am Kahlersberg (Hagengebirge) entdeckten. Der Heli setzte Bergretter und Bergführer der Bundespolizei an der Unglücksstelle im steilen, absturzgefährlichen Schrofengelände ab, die aber nichts mehr für den tödlich Verunglückten tun konnten. Die nachgeforderte Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 8“ brachte zwei Bergretter und zwei Polizeibeamte der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) Berchtesgaden und Grassau zum Einsatzort, die den Unfall aufnahmen und den Verstorbenen für den Abtransport mit der Heli-Winde vorbereiteten. „Edelweiß 8“ flog den 49-Jährigen dann gegen 16 Uhr ins Tal.

Fußverletzung am Hohen Brett

Noch während die Totenbergung am Kahlersberg lief, benötigte gegen 15 Uhr eine 61-jährige Frau aus dem Landkreis Traunstein Hilfe, da sie sich im Abstieg vom Hohen Brett zum Stahlhaus am Torrener Joch unterhalb des Jagerkreuzes am Fuß verletzt hatte. „Edelweiß 8“ setzte einen Berchtesgadener Bergretter mit der Winde ab, der die Bergsteigerin kurz versorgte und in einem Rettungssitz sicherte, bevor sie mit der Winde aufgenommen und zum Schneewinkl-Landeplatz ausgeflogen werden konnte. Von dort aus ging es mit dem Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

Absturz im Steinernen Meer

Kurz nach 15 Uhr war ein 25-jähriger Münchner in der Langen Gasse östlich des Funtenseetauern im Steinernen Meer abgestürzt und dabei schwer verletzt worden. „Christoph 14“ setzte einen Berchtesgadener Bergretter und den Notarzt schwebend über die Kufe ab, die den jungen Mann sofort medizinisch versorgten. Die Heli-Besatzung nahm den Verunfallten dann im Luftrettungssack mit der Winde auf und flog ihn nach Schneewinkl, wo er im Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes weiter versorgt wurde, bevor ihn der Heli zum Klinikum Traunstein flog.

Kopfverletzung am Jenner

Gegen 15.45 Uhr hatte sich ein 78-Jähriger aus dem inneren Landkreis am Jenner im Bereich des Königsbachs am Kopf verletzt. Die Bergwacht Berchtesgaden versorgte ihn und brachte ihn per Fahrzeug ins Tal; mit einem Rettungswagen des Reichenhaller Roten Kreuzes gings dann weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

fb/red