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Bergsteiger verteilen Bestnoten für die Durchführung

Berchtesgaden – Das dritte Berchtesgadener Wander-Festival hat den Geschmack der Teilnehmer getroffen: Ausnahmslos sprachen sich die befragten Bergsteiger und Wanderer begeistert über die Durchführung der Großveranstaltung aus. Auch wenn so mancher aufgrund des Regens völlig durchnässt vorzeitig die Segel strich. Unbeeindruckt davon absolvierte Marktbürgermeister Franz Rasp die 56 Kilometer: »Irgendwann wirst du in 24 Stunden müde. Das war bei mir bei der Bergmesse am frühen Sonntagmorgen am Hochschwarzeck. Doch irgendwie habe ich mich gottlob wach gehalten«.

Beim Abmarsch am Samstagvormittag auf die lange Reise über 56 Kilometer zur Classic-Tour.
Nach einer Brotzeit-Pause machten sich die Teilnehmer gestärkt in Richtung Falzsteig und Watzmannhaus auf. Foto: privat
Pudelnass, aber glücklich: Nach 24 Stunden erreichten die Teilnehmer wieder den Markt Berchtesgaden. Fotos: Anzeiger/Wechslinger
Marktbürgermeister Franz Rasp durchschnitt am Samstag das Startband und wanderte anschließend bei der Classic-Tour mit.

Toni Graßl, Veranstalter des 3. Berchtesgadener Land Wander-Festivals, zeigte sich mit der Teilnehmerbilanz von 420 Leuten sehr zufrieden. Dabei nahmen 100 Berggeher die 24-Stunden-Wanderung »Alpin Spezial« in Angriff, die als höchsten Punkt das Watzmann-Hocheck aufwies. Bei der »Classic-Wanderung« war die Teilnehmerzahl mit 180 Aktiven am größten. Der Rest der Teilnehmer verteilte sich auf die weiteren angebotenen Wanderungen. So kam bei den Gästen des Wanderfestivals auch die Nationalpark-Wanderung sehr gut an und war sofort ausverkauft. Gar keine Anziehungskraft besaß dagegen die Salz-Erlebnis-Wanderung.

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In der freien Natur hatten die Teilnehmer jedoch etwas Pech, in der Nacht auf Sonntag fing es stark zu regnen an, sodass die Bergsteiger ab Mitternacht im Nassen wandern mussten. Für einige Teilnehmer war das zu viel, sie beendeten vorzeitig ihre Wanderung. Dabei hatte der Veranstalter weder Kosten noch Mühen gescheut, um die 420 Teilnehmer perfekt auf die Wanderungen einzustellen, sie kulinarisch zu verwöhnen, mit Kartenmaterial auszustatten und im Bedarfsfall auch an allen möglichen Stellen abzuholen.

Axel Strauß aus München, ein absoluter Profi in Sachen Bergwanderungen, hatte das Wander-Festival im Internet entdeckt und verteilte dafür Höchstnoten: »Ich bin schon bei vielen Bewerben dabei gewesen, aber so gut wie hier weiß ich sonst nichts organisiert. Allerdings hätte ich gerne verschiedene Leistungsklassen, weil es schon recht gemütlich vorangegangen ist.« Das Kartenmaterial, die Streckenausschilderung und den gesamten Ablauf nannte der Wander-Profi vorzeigewürdig. Probleme hatte der Atheist jedoch mit der Feldmesse am Hochschwarzeck: »Ich achte die Traditionen in Bayern und dass die Menschen hoch oben am Berg Gott preisen. Aber ich hatte da schon meine Probleme, gleichwohl war die Andacht der völlig ruhigen Menschen schon beeindruckend«, erklärte Strauß.

Veranstalter Toni Graßl zeigte sich mit der kulinarischen Bier-Wanderung von der Brauerei Wieninger über das Kloster Höglwörth auf die Stroblalm am Högl ebenfalls recht zufrieden. »20 Teilnehmer sind beim ersten Mal nicht schlecht. Schön wäre es natürlich, wenn sich bei dieser Bierwanderung unsere beiden heimischen Brauereien gemeinsam präsentieren würden und unsere Gäste beide Einrichtungen kennenlernen könnten.«

Den Ausfall der Salz-Erlebnis-Wanderung sah der Veranstalter gelassen: »Im vorigen Jahr waren es beim Salz noch 50 Teilnehmer, vielleicht wollten die Menschen nach dem langen herrlichen Sommer heuer lieber im Freien unterwegs sein.«

Die großen Touren wurden von vier bergerfahrenen Begleitern unterstützt, insgesamt waren um die 60 Personen mit dem Wander-Festival in der Durchführung beschäftigt.

Ohne die Titelsponsoren BGLT und Tengelmann sowie Haupt- und Partnersponsoren wäre eine derartige Veranstaltung in der gebotenen Qualität nicht auf die Beine zu stellen, erklärte Toni Grassl, der wie alle Mitarbeiter mit einem grünen T-Shirt für Einheitlichkeit sorgte. Die Teilnehmer wiederum bekamen ein weißes T-Shirt als Erinnerung an das Wander-Festival.

Nachdem in den letzten beiden Jahren viele Einheimische dabei gewesen sind, hielten sich die Berchtesgadener heuer etwas zurück. Die geringen Teilnehmerzahlen von Berchtesgadenern wunderte Graßl nicht: »Die Berchtesgadener brauchen einige Zeit, ich denke, im nächsten Jahr sind wieder mehrere dabei«.

Für Kritikpunkte war Grassl offen: »Wir halten die Qualität und möchten uns natürlich immer wieder verbessern. Daher sind wir auch über Verbesserungsvorschläge erfreut.« Ein besonderes Lob richtete der Veranstalter an seine vielen Helfer: »Da sind Leute über 30 Stunden im Dauereinsatz, das sind schon ganz besondere Leistungen.«

Weitere Impressionen vom Start und der Ankunft des Wander-Festivals finden sich im Internet unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. Christian Wechslinger