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Faschingsfreunde Rot-Blau stellen Prinzessin Tanja II. und Prinz Felix I. mithilfe eines Theaterstücks vor

Berchtesgaden hat wieder ein Prinzenpaar

Berchtesgaden – In Berchtesgaden gibt es nach einem Jahr, in dem die Faschingsfreunde Rot-Blau BGD nur eine Prinzessin hatten, wieder ein Prinzenpaar:

Das neue Prinzenpaar: Ihre Lieblichkeit Prinzessin Tanja II. zu Groß-Berchtesgaden und Seine Tollität Prinz Felix I. übern Königssee. (Foto: Pfeiffer)

Ihre Lieblichkeit Prinzessin Tanja II. zu Groß-Berchtesgaden und Seine Tollität Prinz Felix I. übern Königssee. Mit Spannung wurde die Bekanntgabe im Hotel »Edelweiß« auch von den befreundeten Gilden aus Traunstein, Kammer, Salzburg sowie der Stadtgarde Freilassing erwartet. Immerhin feiern die Berchtesgadener im kommenden Jahr ihr 60. Jubiläum.

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Erleichterung bei den Faschingsfreunden Rot-Blau Berchtesgaden: Endlich gibt es wieder ein Prinzenpaar, das während der Faschingszeit die Berchtesgadener in der Region und bei befreundeten Gilden vertritt. Tanja Hupfer ist Kindergärtnerin in Marktschellenberg, Felix Bohnenkamp ist Schifffahrtskapitän am Königssee. Im vergangenen Jahr hatte sich kein Prinz gefunden.

Und weil man sich im Verein darüber besonders freut, wurde das Prinzenpaar anders als sonst eingeführt. Brigitte Pilz hat sich eigens eine an Dornröschen angelehnte Geschichte ausgedacht, die in einem kurzen Theaterstück vor versammeltem Saal vorgespielt wurde.

»Es war einmal ein junger, fescher Berchtesgadener, der den Wunsch verfolgte, irgendwann einmal ein Faschingsprinz zu sein«, erzählte Pilz. In den Hauptrollen der neue Prinz in Lederhose und die neue Prinzessin. Deshalb machte sich der Prinzenanwärter auf die Suche nach einer Faschingsprinzessin, streifte durch die Lande, landauf, landab. Die Suche schien endlos, bis er zu einem Turm kam, in dem er sich ausruhen wollte. Er fand ein Bett, legte sich hin und schlief ein.

In Berchtesgaden machte man sich zwischenzeitlich Sorgen, weil über den Verbleib des jungen Mannes nichts bekannt war. Zahlreiche Suchende machten sich auf den Weg, aber keiner kehrte zurück. Jeder, der in die Nähe des Prinzen kam, fiel in einen Tiefschlaf. Landauf, landab wurde bekannt gemacht, dass jene junge Dame, die den Prinzen aus seinem Schlaf holte, die neue Prinzessin an seiner Seite würde.

Eine Berchtesgadenerin fand sich, die sich auf den weiten Weg machte. Und siehe da: Sie blieb vom Tiefschlaf verschont, küsste den Prinzenanwärter, schüttelte ihn, gab ihm Schnaps – aber nichts wirkte. Schließlich war es eine Watzmannpraline, die sie ihm in den Mund schob. Er schlug daraufhin die Augen auf, seitdem ist es um die beiden geschehen.

Für die kleine Aufführung gab es großen Applaus, denn auf diese Weise wurde bislang noch kein Prinzenpaar vorgestellt, wie Vereinspräsident Andreas Heilmann weiß. Das Jubiläum im kommenden Jahr sei Anlass genug, wieder einen großen Ball im Saal des Kongresshauses umzusetzen. Nach mauen Jahren des Faschings-Daseins zeigte er sich stolz über die vielen Besucher, die die Vorstellung des Paares verfolgten: Abordnungen der Veitsgroma Zunft Traunstein waren nach Berchtesgaden gekommen, die Faschingsfreunde Blau-Weiß Kammer, ebenso Vertreter der 1. Großen Salzburger Faschingsgesellschaft sowie bekannte Gesichter der Stadtgarde Freilassing.

Mit dabei war auch Ehrenmitglied Ludwig Schröer, der als einziges noch lebendes Gründungsmitglied vor 60 Jahren die Faschingsgilde Berchtesgaden ins Leben gerufen hatte. Dr. Gerhard Ummenberger, Landespräsident des Bundes Österreichischer Faschingsgilden, gratulierte den Berchtesgadenern zum neuen Prinzenpaar. 2018 seien mehrere festliche Abende geplant, um den Fasching im Talkessel entsprechend zu würdigen, sagte Andreas Heilmann.

Zum Jubiläum nächstes Jahr haben die Berchtesgadener einen neuen Orden kreiert, der im nächsten Jahr eine größere Rolle spielen wird. Antrittsgeschenke gab es von den befreundeten Gilden, ehe DJ Dani den Nachmittag mit Musik ausklingen ließ. Kilian Pfeiffer