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Baywa: China dominiert den Apfelmarkt

München/Frankfurt (dpa) - Die stetig wachsende Bedeutung Chinas für die Weltwirtschaft wird sich in den kommenden Jahren auch auf Deutschlands Apfelbauern auswirken. Die Münchner Baywa - der größte Agrarhandelskonzern in der Bundesrepublik - will die Apfelproduktion ihrer Vertragsbauern in den kommenden Jahren auf die in Ostasien beliebten teureren Sorten umstellen.

Fahnen von BayWa
BayWa-Fahnen vor einem Zentrum der BayWa AG im Hafen von Bamberg Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv Foto: dpanitf3

«Die Musik spielt in Asien», sagte Vorstandschef Klaus Josef Lutz am Mittwoch in Frankfurt am Main. «China ist der am schnellsten wachsende Markt für das Apfelgeschäft.» Zu den teureren Sorten zählen vor allem die sogenannten Clubäpfel - markengeschützte Neuzüchtungen wie «Kanzi» oder «Jazz».

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Die Baywa baut ihre Äpfel in Deutschland, Neuseeland und den USA an. Hinter den Plänen steht die Sorge, dass sich mit den bisher üblichen Sorten künftig nicht mehr allzu viel Geld verdienen lassen wird. Denn die weltweite Apfelproduktion wächst stetig, da in China und anderen Ländern in den vergangenen Jahren viele neue Apfelplantagen angelegt wurden. Fachleute erwarten eine Steigerung der weltweiten Apfelernte von derzeit 85 auf 100 Millionen Tonnen im Jahr. «Dass wir zukünftig keine Rekordpreise erzielen werden, ist offensichtlich», sagte Christiane Bell, die Chefin des Baywa-Obstgeschäfts.

Baywa-Chef Lutz beklagte allerdings Handelshürden: Der europäische Markt sei für alle Importeure frei zugänglich, in Ostasien jedoch gebe es Beschränkungen für europäische Importeure. «Die Chinesen tun sich ein bisschen schwer damit, uns die notwendigen Exportlizenzen zu geben», sagte er.