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Bayern wie im Rausch - Aufsteiger-Trio mischt Liga auf

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Sieg
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Der FC Bayern feierte einen 6:1-Kantersieg im Süd-Gipfel gegen den VfB Stuttgart. Foto: Marc Müller Foto: dpa
Debüt
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Münchens 40-Millionen-Mann Javier Martinez kam in der 77. Minute für Bastian Schweinsteiger zu seinem Debüt im Bayern-Dress. Foto: Marc Müller Foto: dpa
Kantersieg
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Eintracht Frankfurt gewann auswärts bei der TSG 1899 Hoffenheim mit 4:0. Foto: Uwe Anspach Foto: dpa
Neuzugang
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Schalkes Neuerwerbung vom FC Barcelona Ibrahim Afellay (r) kam in der 83. Minute für Lewis Holtby in die Partie. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa
Überraschung
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Der Meister aus Dortmund kassiert in Nürnberg das erste Gegentor der Saison. Foto: Sven Grundmann Foto: dpa
Torschütze
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Martin Lanig (2.v.r) köpfte das 4:0 für Eintracht Frankfurt beim Auswärtsspiel in Sinsheim. Foto: Uwe Anspach Foto: dpa
Platzverweis
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Der Hoffenheimer Sejad Salihovic (l) erhielt vier Minuten nach seiner Einwechslung die Gelb-Rote Karte. Foto: Uwe Anspach Foto: dpa
Hunter
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Jermaine Jones (l) bejubelt das 3:0 durch Klaas-Jan Huntelaar. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa
Jubel
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Bayer 04 Leverkusen gewann souverän mit 2:0 gegen den SC Freiburg. Foto: Kevin Kurek Foto: dpa

Düsseldorf (dpa) - Der FC Bayern München ist nach zwei titellosen Jahren auf bestem Weg zurück zu alter Dominanz. Mit einer sehenswerten 6:1 (3:1)-Gala über den VfB Stuttgart verteidigte der deutsche Rekordmeister die bereits am ersten Spieltag übernommene Tabellenführung.


Selbst der frühe Rückstand durch Martin Harnik (25.) konnte das Team von Trainer Jupp Heynckes nicht stoppen. Thomas Müller (32./49), Toni Kroos (33.), Luiz Gustavo (43.), Mario Mandzukic (47.) und Bastian Schweinsteiger (51.) machten den Saison-Traumstart perfekt. Nach nur zwei Partien stehen bereits neun Tore zu Buche. Obwohl Bundesliga-Rekordtransfer Javi Martinez erst in den Schlussminuten eingewechselt wurde, präsentierte sich der FC Bayern in weitaus besserer Form als Meister Dortmund, der in Nürnberg nicht über 1:1 hinaus kam.

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Neben den Münchnern sorgten die Aufsteiger für Furore. Das Überraschungsteam aus Frankfurt hat die Krise bei 1899 Hoffenheim mit dem 4:0-Auswärtssieg enorm verschärft. Nach der Demontage war 1899-Trainer Markus Babbel entsetzt, fand aber keine schlüssige Erklärung für den Zusammenbruch des selbst ernannten Europa-League-Anwärters: »Das ist definitiv ein Fehlstart. Jetzt fällt alles etwas schwerer«, befand Babbel nur.

Ähnliche Sorgen hat auch der Hamburger SV, dem nach dem 0:2 im Nordduell bei Werder Bremen wenigstens noch die Hoffnung auf »Heilsbringer« Rafael van der Vaart bleibt. Auf den Schultern des auf den letzten Drücker für 13 Millionen Euro aus Tottenham verpflichteten Niederländers lastet aber schon jetzt ein enormer Erwartungsdruck. Mit seiner Frau Sylvie verfolgte van der Vaart die HSV-Schlappe noch tatenlos von der Tribüne aus.

»Rafael ist ein Spieler, der uns fehlt. Mit ihm werden wir mehr Chancen kreieren«, meint HSV-Profi Marcell Jansen, der die Rückkehr des Regisseurs nach dem totalen Fehlstart genauso herbeisehnt wie die hanseatische Fan-Gemeinde.

Dagegen herrschte in Frankfurt angesichts der famosen Bundesliga-Rückkehr Euphorie. »Ich wäre enttäuscht, wenn wir jetzt nicht deutscher Meister werden«, flachste Trainer Armin Veh. Ähnlich aufgeräumt war Mike Büskens, dessen SpVgg Greuther Fürth bereits am Freitag mit den 1:0 in Mainz Historisches gelang. Der erste Liga-Sieg der Franken gelang durch das geschichtsträchtige Tor des 19-jährige Felix Klaus (67.).

Eine Woche nach dem gelungenen Auftakt in Stuttgart (1:0) gab es für den VfL Wolfsburg einen Dämpfer. Beim 0:4 (0:2) gegen Hannover 96 präsentierte sich das mit rund 20 Millionen Euro runderneuerte Team von Felix Magath in desolatem Zustand. Artur Sobiech (26./56.), Karim Haggui (10.) und Leon Andreasen (52.) sorgten für den verdienten Erfolg der konterstarken Gäste. Neben dem Spiel verloren die Wolfsburger auch Abwehrspieler Robin Knoche, der in der 65. Minute die Gelb-Rote Karte sah.

Nicht so glatt wie erwartet läuft es bei Meister BVB, der beim 1:1 in Nürnberg zwei Punkte liegen ließ. Trainer Jürgen Klopp erkannte, dass man die »Dominanz« nicht über die Sommerpause gerettet habe. Kapitän Sebastian Kehl schob »ein bisschen Frust«. Hochzufrieden war dagegen »Club«-Coach Dieter Hecking, dessen Elf dem BVB den Schneid abkaufte und durch Tomas Pekhart (31.) sogar in Führung ging. »Spieltaktisch war das eine Eins mit Sternchen«, lobte Hecking.

Voll im Soll ist BVB-Rivale Schalke nach dem 3:1 gegen Augsburg, doch spielerisch geht es auch hier noch besser. Das Team konnte sich bei Kyriakos Papadopoulos bedanken, der mit dem Führungstor (33.) den Weg zum Arbeitssieg ebnete. Großen Anteil am Sieg hatte auch Jefferson Farfán. Er bereitete nicht nur »Papas« Tor, sondern auch die Treffer von Jermaine Jones (46.) und Klaas-Jan Huntelaar (72.) vor. Gleichwohl war Coach Huub Stevens nicht zufrieden. »In der ersten Hälfte ist es nicht so gelaufen, wie ich mir das vorstelle.«

Das gilt auch für seinen Kollegen Lucien Favre von Borussia Mönchengladbach. Das 0:0 beim wackeren rheinischen Nachbarn Düsseldorf vor der vom DFB auf 30 000 Fans beschränkten Kulisse machte den Schweizer nicht glücklich. Nach dem Abschied von Marco Reus feilt Favre weiter am idealen System und hofft auf den Durchbruch von 12-Millionen-Mann Luuk de Jong.

Leverkusens Trainer-Duo Sascha Lewandowski/Sami Hyypiä ist auf der Suche nach der Idealformation schon einen Schritt weiter. Beim 2:0 daheim gegen Freiburg erwiesen sich die neu in die Elf beorderten Gonzalo Castro und Daniel Carvajal als Glückstreffer. Castro erzielte das frühe 1:0 und der Neuzugang von Real Madrid beeindruckte bei seinem Bayer-Debüt als rechter Außenverteidiger.