weather-image

Bayern kassierten erste Bundesliga-Niederlage

München (dpa) - Die Bayern hat's erwischt - und das auch noch gegen Lieblings-Gast Bayer Leverkusen. Im Münchner Schneetreiben kassierte der deutsche Fußball-Rekordmeister beim 1:2 (0:1) nach dem Bundesliga-Startrekord von acht Siegen erstmals eine Niederlage.

FC Bayern München - Bayer 04 Leverkusen 1:2
Xherdan Shaqiri steht nach dem Schlusspfiff frustriert auf dem Rasen. Foto: Tobias Hase Foto: dpa

Ausgerechnet ein Eigentor von Jerome Boateng (87.) besiegelte die unerwartete Bayern-Pleite und bescherte den Leverkusenern den ersten Sieg in München nach 23 Jahren. «Die Liga wird sich freuen. Jetzt müssen wir zeigen, dass wir mit dem Druck besser umgehen als im letzten Jahr», sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. In der vergangenen Saison hatten die Münchner einen Acht-Punkte-Vorsprung noch verspielt.

Anzeige

Die kampfstarken Leverkusener waren in einem packenden Fußballspiel vor 71 000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena durch das sechste Saisontor von Stefan Kießling (42.) in Führung gegangen. Mario Mandzukic hatte den nun nur noch mit vier Punkten vor Schalke 04 führenden Spitzenreiter bei seinem langen erfolglosen Sturmlauf mit seinem achten Saisontreffer in der 77. Minute zunächst den Ausgleich beschert. Doch selbst zum Punktgewinn reichte es nicht. «Ich denke, dass wir einen komfortablen Vorsprung haben. Die Niederlage wird uns nicht umwerfen. Wenn man sieht, wie sie zustande gekommen ist, werden wir unsere Lehren daraus ziehen», sagte Trainer Jupp Heynckes. Für die Bayern war es die erste Heimniederlage seit dem 0:1 am 19. November 2011 gegen Borussia Dortmund. «Wenn der Gegner 2:1 gewinnt, dann haben sie das verdient», meinte Bayern-Kapitän Philipp Lahm. «Ausschlaggebend war die gute Defensivarbeit von Leverkusen. Und dass wir uns die Dinger selber reingehauen haben. Da war auch viel Pech im Spiel», meinte Nationaltorhüter Manuel Neuer.

«Wir haben richtig einen rausgehauen, und wir hatten das Quäntchen Glück. Die Mannschaft hat ein Zeichen gesetzt. Sie ist auf einem guten Weg», sagte Leverkusens Trainer Sachsa Lewandowski. «Das war eine enorme Abwehrschlacht», stellte Leverkusens Simon Rolfes fest.

Denn die Münchner bestimmten das Geschehen. Schon nach zwei Minuten hätten sie jubeln und sich alles andere ersparen können. Bastian Schweinsteiger erwischte eine Müller-Flanke mit der Hacke, doch der Ball flog am Tor vorbei. Zwölf Minuten später kam Holger Badstuber über links, den Mandzukic-Kopfball hielt Bayer-Keeper Bernd Leno. Dann war es Lahm, der auf Alaba flankte, doch der Kopfball des Österreichers flog am Tor vorbei. In der 40. Minute versuchte es Schweinsteiger mit einem Gewaltschuss, doch wieder war der an diesem Sonntag überragende Leno zur Stelle.

Durch den 4:0-Erfolg in der Europa League in Wien hatten die auf vier Positionen veränderten Leverkusener viel Selbstvertrauen im Gepäck. In München verteidigten sie nach Ballverlusten mit Mann und Maus, machten so den Raum im Zentrum eng. Überfallartig versuchten sich die Gäste im Konter-Spiel - und wurden kurz vor der Pause für ihre disziplinierte Spielweise belohnt.

Ein Castro-Zuspiel hatte Simon Rolfes weiter zu André Schürrle gespielt. Dessen Diagonal-Pass kam zu Kießling, weil Lahm beim Abwehrversuch eine schlechte Figur machte. Leverkusens Torgarant verwandelte die erste ernsthafte Chance und durfte zum sechsten Mal in dieser Bundesliga-Saison jubeln.

Erstmals gingen die Bayern in der Bundesliga mit einem Rückstand in die Kabine. Heynckes verstärkte seine Offensive, brachte Xherdan Shaqiri für den angeschlagenen Badstuber, David Alaba, der Ersatz für Franck Ribéry, rückte zurück in die Verteidigung. Doch den Bayern fehlte weiter die Zielstrebigkeit.

Heynckes ging nun volles Risiko, brachte Arjen Robben nach vierwöchiger Verletzungspause. Nur wenige Augenblicke später hätte Kießling nach einem Konter beinahe erneut getroffen.

Für Schweinsteiger kam wenig später Claudio Pizarro. Drei Minuten nach seiner Einwechslung später war es der Peruaner, der die Bayern für das Anrennen belohnte. Mandzukic verwandelte seine Vorlage. Dann stürmten die Hausherren weiter - gegen Mandzukic rettete der Pfosten, ehe auf der Gegenseite nach einer Castro-Flanke der für Kießling eingewechselte Sidney Sam Boateng traf und die Überraschung perfekt war. Kurz vor dem Abpfiff scheiterte Pizarro noch an der Latte.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 68 - 32

Torschüsse: 23 - 5

gew. Zweikämpfe in %: 52 - 48

Fouls: 15 - 17

Ecken: 14 - 2

Quelle: optasports.com