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»Bahnhof Dürreck ist keine Endstation«

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Königssee: Entlassungsfeier am Gymnasium der CJD Christophorusschulen Berchtesgaden
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Schulleiter Stefan Kantsperger (l.) fand passende Worte für eine schwierige Zeit und verabschiedete die Abiturienten. Auf dem Foto sind die Jahrgangsbesten zu sehen (2.v.l.): Ludwig Kolb, Anna Schillinger und Michelle Hegewald. (Foto: privat)

Schönau am Königssee – Die Feier anlässlich der Übergabe der Abiturzeugnisse am Gymnasium der CJD Christophorusschulen Berchtesgaden musste um einige Bestandteile gekürzt werden, eines konnte aber auch die Corona-Pandemie nicht schmälern: Den berechtigten Stolz und die Freude über das bestandene Abitur und über den Abschluss der Schulzeit am Gymnasium.


Unter Einhaltung von Sicherheitsabständen und mit begrenzter Teilnehmerzahl wurden 35 Abiturientinnen und Abiturienten die Reifezeugnisse übergeben. In der neuen Turnhalle am Dürreck nahmen sie zusammen mit einem Elternteil in einer Zweiergruppe Platz, sodass die geplante Höchstzahl an 100 Teilnehmern, zu der man sich schweren Herzens aus Sicherheitsgründen entschlossen hatte, eingehalten werden konnte.

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Bahnhof Dürreck

Nach der traditionellen Andacht wählte der Vertreter der Gemeinde Schönau am Königssee, Franz Graßl, mit dem Thema einer Lokomotive, die die Fahrt durchs Leben symbolisiert, ein treffendes Bild: Er zeichnete die verschiedenen Stationen des Lebens nach, wobei der »Bahnhof Dürreck« keineswegs eine Endstation, sondern vielmehr den Ausgangspunkt für eine neue, teilweise unbekannte Route darstelle.

Einen großen Teil der Veranstaltung nahm der Punkt »Ansprachen der Abi-turientinnen und Abiturienten« ein.

Diese hatten sich die Aufgabe aufgeteilt: Für die Leistungssportler traten Johann Werner und Ludwig Kolb ans Mikrofon, für alle anderen Schülerinnen und Schüler übernahmen dies Viktoria Valentin und Jonathan Greipl. In unterhaltsamer Form blickten alle Vier auf ihre Schulzeit aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven zurück.

Ob es nun der Verlauf eines Schultages war oder die ein oder andere Besonderheit im Unterricht: Bei beiden Gruppen wurde deutlich, dass sie gerne ihre Schulzeit am Dürreck verbracht haben. Mit Geschenken für die Lehrkräfte verabschiedete sich der Jahrgang. Die anschließende Überreichung der Abschlusszeugnisse stand dann wiederum ganz im Zeichen der Corona-Sicherheitsmaßnahmen: Das traditionelle Bild der Schüler mit Schulleiter, Stellvertreterin und Oberstufenkoordinator wurde durch eine Einzelaufnahme der Schülerin oder des Schülers ersetzt.

Auch das traditionelle Gruppenbild musste leider entfallen. Dennoch: Die Freude war allen anzusehen, als Oberstufenkoordinator Axel Fuchslechner die Zeugnisse übergab. Vervollständigt wurde dieser Teil durch die Ehrungen: Mit Michelle Hegewald, Anna Schillinger und Ludwig Kolb wurden die drei Jahrgangsbesten mit Preisen bedacht.

Seit vielen Jahren vergibt die Schule mit dem Bonhoeffer-Preis zudem eine besondere Auszeichnung für Verdienste im Bereich des schulischen und sozialen Engagements. Korbinian Baumann, Lehrkraft am Gymnasium, stellte kurz Leben und Wirken Bonhoeffers vor und bemerkte, dass dessen Eintreten gegen Rassismus und Hass gerade in diesen Zeiten besondere Bedeutung habe. Dieses Jahr durfte sich Matthias Pahler über diese besondere Ehrung freuen.

Den Abschluss bildete die Ansprache des Schulleiters, Stefan Kantsperger. Natürlich war auch hier Corona das beherrschende Thema. Eingangs drückte Kants-perger seine Freude darüber aus, dass in diesem Jahr überhaupt reguläre Abiturprüfungen stattfinden konnten, nachdem dies vor wenigen Monaten von vielen Seiten stark bezweifelt wurde.

Trotz aller Schwierigkeiten und Einschränkungen im Rahmen der Krise stellte der Schulleiter fest, dass die Schule bisher gut durch diese schwierigen Zeiten gekommen sei, die ja noch keineswegs ein Ende gefunden haben. Hier dürfe man nicht verkennen, dass Homeschooling in Familien nicht immer leicht umzusetzen war, gleichzeitig wurden aber hier viele gute Erfahrungen gemacht, die in die zukünftige Arbeit einfließen können. Funktionieren könne das »System Schule« dabei nur, wenn alle Beteiligten mit großem Engagement zusammenarbeiteten.

Glückwünsche

»Auch wenn die eigentliche Prüfung eine ganz normale Prüfung war, so waren die Begleitumstände doch außergewöhnlich und haben in manchen Fällen vielleicht für ein gewisses Maß an Verunsicherung gesorgt. Zunächst der verschobene Termin der Prüfung, dann die Frage wie es mit den ausstehenden Leistungserhebungen aussieht, schließlich alles was mit den Bestimmungen zur Hygiene rund um den Prüfungsablauf zusammenhängt: Ihr habt all dies souverän gemeistert und ihr habt euch nicht aus der Ruhe bringen lassen.« Mit den besten Glückwünschen für die weitere Zukunft der Absolventinnen und Absolventen beendete Kantsperger die Feier. fb