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Axel Springer will Fernsehsender N24 übernehmen

Berlin (dpa) - Der Medienkonzern Axel Springer («Bild», «Die Welt») will den Nachrichtensender N24 übernehmen. Der Sender soll gemeinsam mit der «Welt»-Gruppe «das führende multimediale Nachrichtenunternehmen für Qualitätsjournalismus» etablieren, teilte Axel Springer in Berlin mit.

Übertragungswagen von N24
Durch die Übernahme entsteht eine der größten multimedialen Redaktionen Deutschlands. Foto: Matthias Balk Foto: dpa

Stefan Aust, N24-Miteigentümer und Ex-«Spiegel»-Chefredakteur, wird zum 1. Januar Herausgeber der «Welt»-Gruppe. Die Redaktionen der «Welt»-Gruppe und N24 sollen in einer Multimedia-Redaktion zusammenarbeiten und die Inhalte für alle digitalen Kanäle sowie für die Printprodukte der «Welt»-Gruppe produzieren. Die TV- und Programmredaktion soll für N24 alle TV-Formate und Bewegtbilder für die Digitalangebote erstellen. Damit entstehe eine der größten multimedialen Redaktionen in Deutschland.

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Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Das Geschäft muss noch kartell- und medienrechtlich genehmigt werden. 2006 war Springer bei der Übernahme von ProSiebenSat.1 am Veto des Kartellamts gescheitert.

Mit der Übernahme von N24 erhalte Axel Springer Zugang «zur Bewegtbild- und Live-Nachrichten-Kompetenz von N24», erklärte Springer-«Welt»- und Technikvorstand Jan Beyer. Er wird mit N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann und «Welt»-Verlagsgeschäftsführerin Stephanie Caspar die Gruppe leiten. «Welt»-Chefredakteur Jan-Eric Peters werde für die Inhalte der «Welt»-Gruppe und die gemeinsamen Digitalangebote verantwortlich sein, N24-Chefredakteur Arne Teetz für die Bewegtbilder.

Mit Springer könne der Sender seine Zukunft sichern, erklärte Rossmann, der auch im Aufsichtsrat der Nachrichtenagentur dpa sitzt, Aust und Rossmann sind mit je 26 Prozent die Hauptgesellschafter bei N24. Thomas Schmid bleibt bis zum 30. Juni 2014 ebenfalls Herausgeber der «Welt»-Gruppe. Er entwickelt zur Zeit ein Online-Magazin, das im Frühjahr 2014 erscheinen soll.

Der frühere «Spiegel»-Chefredakteur hatte 2010 zusammen mit mehreren N24-Managern den Nachrichtensender von der ProSiebenSat.1-Gruppe übernommen. In der N24-Gruppe sind knapp 300 Mitarbeiter beschäftigt. Der Sender produziert auch die Hauptnachrichten für Sat.1, ProSieben und Kabel eins. Die Tochter «MAZ&More» produziert das «Sat.1 Frühstücksfernsehen».

Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner baut zur Zeit den Konzern für die digitale Zukunft um. Im Juni wurde der Verkauf der Regionalzeitungen «Hamburger Abendblatt» und «Berliner Morgenpost» sowie von Traditions-Zeitschriften wie «Hörzu» an die Funke-Gruppe («Westdeutsche Allgemeine Zeitung») für insgesamt 900 Millionen Euro bekanntgegeben.

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