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Autonome Assis

Verkehrt - Die Kolumne aus der Kolonne
Foto: Verkehrt - Die Kolumne aus der Kolonne

In Autos gibt es heutzutage immer mehr hirnschonende Sachen. Nicht nur die Airbags. Die dafür sorgen, dass ma se an Belle ned so ohaut. Nein, technische Helfer, die einem das Denken abnehmen. Zum Beispiel den Scheibenwischersensor. Regnete es früher, dachte sich der Autofahrer früher oder später: Zefix! Rengt! Scheimwischer o! Heute ist dafür ein Sensor zuständig, der sich denkt: Zefix! Rengt! Scheimwischer o! Oder nehmen wir den Lichtsensor. Wurde es früher dunkel, dachte sich der Autofahrer früher oder später: Zefix! Sieg nix mehr! Liacht o! Heute ist dafür ein Sensor zuständig, der sich denkt: Zefix! Sieg nix mehr! Liacht o! Raste man früher rotzbesoffen mit 150 Sachen auf ein stehendes Auto, weil man unbedingt den rosaroten Gamserln am Straßenrand beim Schnackseln zuschauen musste, war man tot. Und dachte sich: Zefix! Schnackseln ko tödlich sei. Heute gibt es den Notbremsassistenten, der immer nüchtern ist und sich nicht für schnackselnde Gamserln interessiert. Der denkt sich: Jetzt lebt des g’suffige Loch immer no.

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Aber es wird noch besser. Bald kann der Autofahrer sein Hirn ganz ausschalten. Das autonome Fahren wird den Straßenverkehr revolutionieren. Einer, der nach eigenen Aussagen bereits autonom fährt, ist der Hunklinger Sepp aus Engerting bei Truchtlaching. In seinem Opel Omega, Baujahr 1997, hat die Zukunft bereits begonnen. Optisch ist das Fahrzeug total original. Sogar der Verbandskasten ist über 20 Jahre alt. Auch das Grundig-Radio mit Kassettenabspielfunktion für das „Best of“-Album der Spastlruther Katzen ist ein Hingucker.

Ja, jetz sog amoi, Sepp! Wia haut des autonome Fahren hi? Am wichtigsten is de Atmung, sagt der Sepp. Aha. Und weiter? De Aung miassn zua sei. Ach, Uns sonst? Auf de richtige Sitzhaltung kimmt’s a o. I sog bloß: Droschkenkutscher. Während er weiter erzählt, vom vegetativen Nervensystem, Sonnengeflechten und der Stirnkühle faselt, wird mir klar: Der Sepp hat autonomes Fahren mit autogenem Training verwechselt. Da sage ich zum Sepp: Sepp, du Depp! Das autonome Fahren ist doch was ganz was Anderes. Da muss der Fahrer nicht auf den Verkehr achten. Passt doch, sagt der Sepp. Wia soi i des a macha, wenn i d’Aung zua hob?

Christian Fischer