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Aufwendige Waldbrandübung

Schönau am Königssee - 80 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Schönau, Königssee, Ramsau und Bad Reichenhall sowie die Wasserwacht, die Bergwacht und die Bundespolizei übten am Freitag knapp drei Stunden auf Kühroint. Der Höhepunkt war der Einsatz eines Puma-Hubschraubers der Bundespolizei, mit dem aus dem Königssee mit 900-Liter-Behältnissen Wasser entnommen wurde.

Ein erstes Problem war Nebel über dem Königssee, sodass sich der Übungsbeginn verzögerte. Ein Ausweichen auf den Hintersee hätte allerdings noch mehr Zeit gekostet. An die fünf, sechs Minuten brauchte der Hubschrauber, um vom Königssee nach Kühroint zu fliegen. Der langjährige Feuerwehrausbilder Rudi Pfnür, der als Beobachter auf Kühroint war, stoppte die Zeit. Das löschwichtige Nass wurde dann in 7 000 Liter fassende Faltbehälter abgelassen, die von Spezialisten der Freiwilligen Feuerwehr Bad Reichenhall mitgebracht worden waren.

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Imposant war auch das Können der Piloten, die ihre schwere Maschine durch Baumreihen hindurch steuern mussten. Aus den gegen den Waldbrand eingesetzten Faltbehältern wurde das Wasser mit einer Tragkraftspritze eingesetzt. Diese tragbare Spritze kann pro Minute 200 Liter Wasser über ein C-Rohr hin zu zwei D-Rohren speziell für derartige Einsätze befördern.

Das angenommene Szenario war ein Waldbrand, der aus südöstlicher Richtung dem Stützpunkthaus der Bundespolizei gefährlich nahe gekommen war. Und so übernahmen die Feuerwehren die ersten Löschmaßnahmen aus ihren Tanklöschfahrzeugen. Insgesamt waren sechs Feuerwehrautos mit zwei Kommandofahrzeugen im Einsatz. Die Einsatzleitung oblag dem Schönauer Kommandanten Stefan Graßl, der sich sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit aller eingesetzten Kräfte äußerte.

Ein abschließender Übungshöhepunkt war das Ausfliegen von vier Bergführern der Bundespolizei vom Stützpunkt Kühroint. Es wurde angenommen, dass die Vier von Feuer umzingelt waren. Auch dieser abschließende Übungsabschnitt wurde in bester Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, den Bergführern und der Hubschrauberbesatzung durchgeführt. Die anwesenden Ramsauer Bergwachtmänner waren als stille Reserve dabei, falls sich ein Übungsteilnehmer verletzt hätte.

Nachdem das eingesetzte Material verladen und die Schläuche aufgerollt waren, trafen sich die Übungsteilnehmer zur Manöverkritik auf der Terrasse des Stützpunkthauses. Leitender Erster Polizeihauptkommissar Thomas Lobensteiner zeigte sich trotz der nicht zu ändernden Zeitverzögerung durch den Nebel am Königssee mit dem Ablauf der interessanten Übung sehr zufrieden. cw