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Auch Polizei rüstet sich für Proteste

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Freiburg/Münster (dpa) - Die bundesweit ersten Proteste gegen das umstrittene Mohammed-Video haben die Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft versetzt. Zu einer angemeldeten Demonstration in Freiburg gegen das in den USA entstandene Schmäh-Video erwartet die Polizei für den Nachmittag rund 800 Menschen.


Ein Freiburger Polizeisprecher erklärte, die dortige Veranstaltung werde von einem starken Aufgebot an Beamten begleitet. Grund sei die weltweit angespannte Sicherheitslage. Man gehe aber davon aus, dass zu der Versammlung nach dem muslimischen Freitagsgebet alles friedlich bleibe.

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Auch in der Münsteraner Innenstadt rechnen die Beamten mit keinen Zwischenfälle bei der Demo »Gegen den religionsbeleidigenden Film im Internet«, zu der am Abend 1000 Teilnehmer erwartet werden.

In Göttingen beschmierte ein 26-Jähriger aus Protest gegen den Islam zwei Moscheen und die Räume eines islamischen Vereins. Er habe die Tat zugegeben, erklärte die Polizei. Er sprühte auch Schweineköpfe mit Turban - für Muslime eine Beleidigung - an die Wände der Einrichtungen, wie ein Polizeisprecher berichtete. Den Täter erwartet ein Verfahren wegen Sachbeschädigung.

Vertreter aus Religion und Politik bemühten sich, die Wogen zu glätten: Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) appellierte »an alle Seiten, mäßigend einzuwirken«. Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney rechnete mit friedlichen Demos im Südwesten, weil gravierende Armut als Zündstoff für Gewalttätigkeiten fehle.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hält das Video und die umstrittenen Karikaturen aus Frankreich aber nur für den Auslöser der Proteste. »Der eigentliche Grund ist, dass es ein großes Potenzial an Vorurteilen gegenüber dem Westen gibt«, sagte Mazyek dem Fernsehsender Phoenix. »Die Völker dort haben über viele Jahre gelitten und Demütigungen erfahren.«

Das Schmäh-Video bei YouTube