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Auch ÖDP Waging stellt Bürgermeister-Kandidaten auf

Waging am See. Die Gemeinderatsliste »ÖDP und Parteifreie Wähler Waging« möchte auch bei der kommenden Kommunalwahl wieder mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten antreten. Dies war eine der Entscheidungen, die die Mitglieder und Freunde der Gemeinderatsliste bei ihrem jüngsten Treffen im Gasthof Bräukeller getroffen haben.

Geplant ist, den Kandidaten bei der nächsten öffentlichen Informationsversammlung zu nominieren. Dagegen ist die Suche nach Gemeinderatskandidaten noch nicht abgeschlossen; die Aufstellungsversammlung für die Gemeinderatsliste soll daher erst Anfang Januar 2014 stattfinden. Wer Interesse an einer Kandidatur hat oder jemanden für eine Kandidatur vorschlagen möchte, soll sich an Christine Rehrl, Telefon 08681/9077, oder Georg Huber, Telefon 08681/45180, wenden.

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»Demokratie lebt von einer Auswahl an Kandidaten«: So lautete bei der Versammlung der Aufruf der beiden Gemeinderäte. Sie machten deutlich, dass sie es für sehr wichtig halten, dass das politische Gleichgewicht in einem Gemeinderat ausgewogen ist. Deshalb hätten sie sich dazu entschlossen, wieder mit einer eigenen Gemeinderatsliste anzutreten, auch wenn es immer etwas schwierig sei, genügend Mitkandidaten zu finden. Doch mache die Arbeit im Gemeinderat auch Spaß, und jeder freue sich, wenn sich etwas von den eigenen Themenschwerpunkten umsetzen lasse. So hätten sie beide es sehr begrüßt, dass der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen habe, sich um eine Anerkennung als »Staatlich anerkannte Ökomodell-Region« zu bemühen.

Huber erklärte dazu, dass eine Ökomodell-Region Waginger See-Rupertiwinkel dem Schutz des Waginger Sees dienen solle. Aber er wies darauf hin, dass in dem eingereichten Bewerbungskonzept auch viele andere Maßnahmen vorgeschlagen worden seien, die Regionalvermarktung, öffentlichen Personennahverkehr, sanften Tourismus oder Bestrebungen zu mehr Energieeinsparung stärken sollen.

Huber sagte aber auch, dass jedes Konzept auch umgesetzt gehöre. Daher rief er dazu auf, dass sich möglichst viele Bürger, Landwirte und Verbraucher aktiv in den Prozess einbringen sollen. Andreas Huber von der Schlossgärtnerei Gessenberg betonte, es gehöre unbedingt auf bereits entwickelte Strukturen aufgebaut, wie etwa die Direktvermarktungsbetriebe am Waginger Bauernmarkt. Der Waginger Biolandwirt rief auch dazu auf, den Anbau von Kartoffeln, Gemüse und Obst in der Region zu stärken, da sich die Nachfrage derzeit nicht decken lasse.

Thomas Kaindl betonte, die Landwirte sollten von Anfang an aktiv in die Überlegungen zu mehr Gewässerschutz eingebunden werden, da dadurch die Akzeptanz der Vorschläge deutlich höher sei. Die Versammlung war sich darüber einig, dass das Konzept Ökomodellregion nur ein Baustein zum Gewässerschutz sein könne und dass auch all die anderen Maßnahmen, wie zum Beispiel die Errichtung von Rückhaltebecken, mit Nachdruck weitergeführt gehören.

Christine Rehrl berichtete noch davon, dass man enttäuscht sei, dass der Waginger Bahnhof weiterverkauft worden sei und dass in Kürze die Bahnhofshalle und das Gelände rund um das Gebäude für Bahnreisende nicht mehr zur Verfügung stünden. Georg Huber erinnerte daran, dass der Landkreis derzeit an einem Konzept zur Stärkung des ÖPNV arbeite. »Eine Behinderung des Bahnverkehrs läuft hier genau in die falsche Richtung, und ich hoffe, dass die Gemeinde alles unternimmt, damit die Zugverbindung in Zukunft gestärkt und nicht geschwächt wird«, so der Waginger Kreisrat.

Er erinnerte auch daran, dass die Gemeinde bereits 2011 den Vorschlag an das Landratsamt eingereicht hatte, in dem neuen ÖPNV-Konzept darauf zu achten, dass der Waginger Bahnhof ans öffentliche Busnetz angebunden werde. »Es kann doch nicht sein, dass wir am Waginger Bahnhof gar keine Bushaltestelle haben. Dies ist Grundvoraussetzung für eine Verbesserung des ÖPNV-Netzes.« he