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»Asylbewerber besser verteilen«

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Siegfried Walch

Zur Person: Siegfried Walch kommt aus Inzell und ist 29 Jahre alt. Der gelernte Großhandelskaufmann sitzt seit sechs Jahren für die CSU im Kreistag sowie im Inzeller Gemeinderat und ist derzeit Dritter Bürgermeister


Der Tourismus ist für viele Gemeinden das wichtigste Zugpferd. In welche Richtung wollen Sie die Vermarktung des Landkreises lenken?

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Wir brauchen eine Fusion der beiden Tourismusverbände Rosenheim und Traunstein. Ich habe bereits mit dem CSU-Landratskandidaten aus Rosenheim vereinbart, dass wir umgehend eine Kooperation und eine Fusion angehen wollen, wenn wir beide gewählt werden. Künftig muss der Tourismusverband noch stärker »nach innen« wirken. Um die Qualität weiter zu erhöhen, müssen wir den Vermietern auch zur Seite stehen. Zudem möchte ich die Regionalität unserer heimischen Produkte noch stärker auch in den touristischen Fokus rücken.

Der Landkreis muss immer mehr Asylbewerber aufnehmen, doch es fehlen Unterkünfte. Wie wollen Sie das Problem lösen?

Wir dürfen einzelne Gemeinden nicht überfordern. Zudem darf es nicht so weitergehen, dass sich das Bereitstellen von Unterkünften als alternatives Geschäftsmodell darstellt, wodurch uns notwendige Investitionen in touristische Beherbergungsbetriebe fehlen. Wir müssen besser verteilen! Wenn jede Gemeinde vier Asylbewerber je 1000 Einwohner aufnehmen würde, hätten wir unser Soll von 700 Menschen für 2014 erfüllt. Zudem möchte ich Gemeinden frühzeitig informieren. Transparenz schafft Akzeptanz! Dass wir helfen müssen und wollen ist für mich selbstverständlich, gerade wenn Menschen in höchster Not sind.

Wie sehen Sie die Zukunft der Kreiskliniken? Sollten alle Standorte erhalten bleiben?

Eine Diskussion über Standortschließungen ist völlig deplatziert! Wir müssen alles tun, um die aktuelle Struktur zu erhalten. Es geht um eine flächendeckende medizinische Versorgung in unserer Region. Die aktuelle Diskussion wird sehr stark auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen. Wie sollen sich unsere Mitarbeiter fühlen, wenn sie nun aus der Zeitung lesen, dass über die Schließung des eigenen Standortes diskutiert wird? Wir müssen uns vor allem auf die Einnahmen konzentrieren. In Ruhpolding haben wir mit der Akutgeriatrie und der Schmerztherapie eine große Chance. Ich möchte daran erinnern, dass uns vor Jahren schon viele »Experten« geraten haben Trostberg zu schließen. Heute ist Trostberg wirtschaftlich und medizinisch ein Vorzeigebetrieb. Ich stehe zur kommunalen Trägerschaft! Eine Privatisierung ist mit mir auf keinen Fall machbar!