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Asbest in der Einfahrt: Schönauer legt vergeblich Einspruch ein

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Königssee: Asbest in der Einfahrt – Schönauer legt vergeblich Einspruch ein
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Symbolbild: pixabay

Schönau am Königssee – Asbest gilt als krebserregend. Der Umgang damit erfordert Sorgfalt und Sachkenntnis. Eine solche kann der 56-jährige Österreicher nicht nachweisen. Auf dem Grundstück seiner Lebensgefährtin in Schönau am Königssee lagerte der Angestellte in vier teilweise beschädigten Big Packs asbesthaltige Eternitdachschindeln.


Vom Landratsamt Berchtesgadener Land mehrfach aufgefordert, diesen Abfall vorschriftsmäßig zu entsorgen, geschah dies jedoch erst fünfeinhalb Monate später. Im Oktober entsorgte der Angeklagte die Platten zusammen mit asbesthaltigen Platten vom Haus seiner Lebensgefährtin.

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Gegen einen Strafbefehl über 50 Tagessätze zu je 40 Euro legte der Mann Einspruch ein. Von Richter Martin Forster gefragt, was denn das Ziel seines Einspruchs sei, stellte der Angeklagte lediglich die Gegenfrage, weshalb das Verfahren gegen seine Lebensgefährtin denn »gesplittet« worden sei.

Staatsanwalt Dr. Christian Liegl versuchte es dem Österreicher mit den unterschiedlichen Taten eines Killers und dessen Auftraggebers zu erklären. So habe die Frau dem Mann angeboten, die Platten auf ihrem Grundstück zu lagern, er hat's getan.

Liegl sah »wenig Spielraum«, am Strafmaß etwas zu ändern. Martin Forster erklärte dem Angeklagten, dass dessen Einkommen auf 1200 Euro netto geschätzt worden sei und man somit auf die Tagessatzhöhe von 40 Euro gekommen sei. Auch diese Größenordnung bestätigte der 56-Jährige, sodass ihm schließlich nichts anderes übrig blieb, als seinen Einspruch zurückzunehmen.

Es bleibt also bei der Geldstrafe von 2000 Euro wegen vorsätzlichen unerlaubten Umgangs mit Abfällen. Zwangsgelder des Landratsamtes und die Kosten der Entsorgung wurden im Gerichtssaal nicht beziffert.

Hannes Höfer