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Arangos «Zauberfuß» ist Gladbachs Lebensversicherung

Mönchengladbach (dpa) - Juan Arangos «Zauberfuß» ist für Borussia Mönchengladbach Gold wert. Im Jahr eins nach Marco Reus wird der Venezolaner zu einer Art Lebensversicherung für seinen Club.

Glücksgriff
Der Gladbacher Juan Arango ist der Mann mit dem «Zauberfuß». Foto: Federico Gambarini Foto: dpa

«Es gibt in jeder Mannschaft einen Spieler, der für die besonderen Momente da ist. So wie in der Vergangenheit Marco Reus und so wie jetzt Arango», befand Gladbachs Sportdirektor Max Eberl nach dem 2:1 (1:0) Bundesliga-Startsieg gegen 1899 Hoffenheim, den Arango mit einem sehenswerten Freistoßtor sicherte. «Ich dachte es sei unmöglich, die Lücke zu finden. Das hat er fantastisch gemacht», schwärmte Trainer Lucien Favre.

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Vier Tage vor dem Playoff-Rückspiel bei Dynamo Kiew hat der 32 Jahre alte Nationalspieler schon fast seine Bestform erreicht. «Ich spiele schon seit vergangener Saison auf diesem Niveau und hoffe, dass es so bleibt», sagte Arango im ZDF-Interview. Auch wenn der 1:3-Rückstand gegen die Ukrainer wohl kaum aufzuholen ist - mit einem gut aufgelegten Arango kann die Borussen-Elf in Kiew vielleicht überraschen. «Es ist wichtig, dass man einen Spieler hat, der die Punkte allein machen kann», sagte Eberl.

Bislang war der Mittelfeldspieler, der noch bis 2014 in Mönchengladbach unter Vertrag steht, an allen Treffern beteiligt. Beim 2:0-Pokalsieg in Aachen traf er zum 1:0 und bereitete den zweiten Treffer vor. Gegen Kiew fiel das Gladbacher Führungstor nach einer Flanke von Arango, gegen Hoffenheim erzielte er das Siegtor (79.) und bereitete das 1:0 durch Mike Hanke vor (33.) vor. «Er ist ein Super-Freistoßschütze», sagte auch Gladbachs Neuzugang Luuk de Jong. Hoffenheims Torhüter war bei dem 18-Meter-Freistoß chancenlos. «Aus der Entfernung ist es schwer zu reagieren, man sieht den Ball kaum», sagte Tim Wiese.

Der Erfolg gegen den Angstgegner, der zuvor in elf Spielen Gladbach nur einmal unterlag, gibt dem neuen Borussen-Team einen Schub im Kampf um die Champions-League-Millionen. «Wir müssen jetzt in Kiew das letzte Hemd geben», meinte Hanke, der zuletzt zweimal auf der Bank saß, nun für Igor de Camargo in die Startelf rückte und gleich einen Treffer erzielte. «Das Tor zeigt, dass ich da bin und gibt mir Selbstvertrauen», sagte Hanke. Auch de Jong konnte sich mit der neuen Lösung an seiner Seite anfreunden. «Mike kam mehr aus dem Mittelfeld, hat hinter der Spitze gespielt. Das war gut für mich», meinte der Niederländer.

Für die Kraichgauer war die Niederlage eine Woche nach dem blamablen Pokal-Aus gegen einen Regionalligisten eher unglücklich. «Wir haben alles gezeigt, was letzte Woche nicht da war», sagte Ex-Borussen-Profi Marvin Compper. «Wir haben eine gute Reaktion gezeigt und ein gutes Spiel gemacht», kommentierte Wiese. Auch Trainer Markus Babbel war nur über das Ergebnis enttäuscht. Sein Team hätte durchaus mehr als nur den Treffer von Roberto Firmino (66.) auf der Habenseite verbuchen können. «Es tut mir leid für die Jungs, dass sie für ihren Aufwand nicht belohnt worden sind», sagte Babbel.