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Ramsau (cfs/cw) – Die Tierrechtsorganisation »PETA« hat den Fischereiverein Berchtesgaden-Königssee mit seinem Vorsitzenden Siegfried Lenz angezeigt. Das teilte die Organisation mit Sitz im baden-württembergischen Gerlingen gestern mit. Grund: »PETA« vermutet, dass beim Roberto-Gedächtnisfischen Mitte April (wir berichteten) gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wurde.

Querelen um das Roberto-Gedächtnisfischen am Hintersee. Die Tierrechtsorganisation »PETA« hat den Fischereiverein Berchtesgaden-Königssee angezeigt. Foto: Anzeiger-Archiv/Wechslinger

Es ist eine jahrzehntealte Traditionsveranstaltung: das Roberto-Gedächtnisfischen am Hintersee. Heuer im April hat es zum 42. Mal stattgefunden. Sehr zum Ärger von »PETA«. Denn die Tierschützer sehen darin einen Verstoß gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes. Denn laut Kommentar zum Tierschutzgesetz muss der alleinige Grund des Angelns im Nahrungserwerb liegen. Vor diesem Hintergrund hat PETA am 26. August bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Traunstein Anzeige gegen den Vorsitzenden des Fischervereins, Siegfried Lenz, und alle 90 Teilnehmer erstattet.

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In einer Pressemitteilung von »PETA« heißt es: »Zahlreiche Fische wurden beim 42. Roberto-Gedächtnisfischen in Ramsau im April dieses Jahres getötet. Medienberichten zufolge fingen 90 Angler 124,36 Kilo Gesamtgewicht an Fisch.« Vor allem der sportliche Charakter mit einer Siegerehrung sowie die Auslobung des Saiblingspreises ist den Tierrechtlern ein Dorn im Auge.

»Könnten Fische ihre Schmerzen durch laute Schreie ausdrücken, würde niemand mehr behaupten, Angeln sei eine Beschäftigung, die der Entspannung und Erholung dient«, so Dr. Tanja Breining, Kampagnenleiterin für Meerestiere bei PETA Deutschland. Das Töten von Fischen als Freizeitbeschäftigung oder als Sportveranstaltung zu klassifizieren, sei herzlos und ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Dem Fischereiverein Berchtesgaden-Königssee mit seinem Vorstand Siegfried Lenz sind die Aktionen von PETA seit Längerem bekannt. Die Anschuldigung samt Anzeige wollte Vorstand Lenz nicht kommentieren: »Hier ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts zu sagen«. Lenz will die Anzeige zuerst mit seinen Vorstandskollegen besprechen.

Gleichwohl hält es der Vorsitzende des Fischereivereins Berchtesgaden-Königssee durchaus für möglich, dass es sich um ein gezieltes Störfeuer gegen den Fischereitag des Fischereiverbandes Oberbayern, der am Samstag und Sonntag in Bad Reichenhall stattfindet, handelt.