Anwohner Königsseer Ache müssen Häuser verlassen - Rund 900 Hilfskräfte im Einsatz

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Foto: FDL/Brekl

Berchtesgadener Land - Mittlerweile sind im Einsatzgebiet rund 900 Hilfskräfte im Einsatz. Die Anzahl der gemeldeten Einsatzstellen ist auf rund 500 gestiegen. Für die nächsten Stunden werden weitere Starkregenfälle vorhergesagt.


Die Gefahrenlage bleibt aufgrund der Wettersituation weiterhin angespannt. In einem Ortsteil von Schönau a. Königssee mussten ca. 135 Personen evakuiert werden. Ein Geologe ist derzeit vor Ort, um die Gefahr eines Hangabrutsches zu bewerten. Des Weiteren wurde soeben die Entscheidung getroffen, Teilbereiche der Königsseer Ache zu evakuieren.

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Anwohner der Königsseer Ache zwischen Königsee und Kreisverkehr Berchtesgaden werden gebeten Ihre Häuser und Wohnungen am Sonntag, den 18. Juli ab sofort zu verlassen. Die betroffenen Personen werden direkt kontaktiert. Wichtig ist, auf die Anweisungen der Einsatzkräfte zu achten, zügig das betroffene Gebiet zu verlassen und sich zum angeordneten Sammelpunkt zu begeben. Sollte jemand die Sammelstelle nicht selbstständig erreichen können, wird gebeten sich über den Notruf 112 zu melden oder sich den Einsatzkräften gegenüber bemerkbar zu machen.

Beim heutigen Pressegespräch im Landratsamt Berchtesgadener Land informierten Landrat Bernhard Kern, der Örtliche Einsatzleiter, Anton Brandner sowie der Landbeauftragte des THW-Bayern, Dr. Fritz-Helge Voß umfassend über die aktuelle Situation im Katastrophenfall.

Landrat Kern: „Mein aufrichtiges Mitgefühl und meine Anteilnahme gilt den Familien und Angehörigen der beiden Verstorbenen“. Zudem bedankt er sich für den unermüdlichen Einsatz der Hilfskräfte von Feuerwehr, Bundeswehr, THW, Malteser Hilfsdienst, BRK, Wasserwacht, Polizei, Bergwacht, sowohl aus dem Landkreis Berchtesgadener Land als auch aus anderen bayerischen Regionen und Grödig im Land Salzburg sowie dem Staatlichem Bauamt Traunstein und Wasserwirtschaftsamt Traunstein.

Der Örtliche Einsatzleiter, Anton Brandner informierte über die rasante Entwicklung des Einsatzgeschehens. Innerhalb weniger Stunden war ein schneller Anstieg von Hochwasser durch übertretende Fließgewässer, Sturzbäche und Verstopfungen von Durchlässen zu verzeichnen. Er appelliert daher an alle Bürgerinnen und Bürger auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten.

Dr. Fritz-Helge Voß, Landesbeauftragter des Technischen Hilfswerks Bayern, teilte mit, dass sich bereits seit der Nacht von Samstag auf Sonntag rund 150 Helferinnen und Helfer des THW unterstützen. Des Weiteren unterstützt das THW unter anderem mit Räumfahrzeugen und Sandsäcken.

 

Wichtiger Hinweis

Im Zusammenhang mit der Hochwasserlage im Berchtesgadener Land begeben sich immer wieder Schaulustige in Gefahrenbereiche oder nah an die über die Ufer getretenen Gewässer, um beispielsweise Fotos oder Selfies zu fertigen.

Das Landratsamt Berchtesgadener Land und die Polizei appellieren deshalb an die Bevölkerung: „Bleiben Sie dringend von den Ufern der Gewässer fern! Begeben Sie sich nicht in die Gefahrenbereiche und behindern die eingesetzten Rettungskräfte!“

fb/red