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Anständig aus der Relegation verabschiedet

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Daniel Maier (l.) und Lukas Laue im Dreikampf mit einem Eichstätter Spieler. (Foto: Wechslinger)

Jedem Fußballkenner war vor dem vierten Relegationsspiel der SG Schönau bewusst, dass nur ein Fußballwunder die Fußballmannschaft der SG Schönau vor dem Abstieg retten könnte. Denn nach der 0:6-Niederlage im Norden von Bayern waren die Chancen zu einer Egalisierung des hohen Rückstandes utopisch. Die SG Schönau gewann dieses Relegationsspiel gegen den VfB Eichstätt hochverdient mit 1:0. Damit stand aber der fünfte Abstieg aus der Eliteliga der Region fest.


Die Platzherren vergaben nach dem Führungstreffer zwei Topchancen, die zur Halbzeit auch einen 3:0-Vorsprung möglich machen hätten können. Dann wären die Gäste aus Eichstätt, die ohne ihren Kolumbianer Klinsman Alejandro Calderon Buitrago nicht einmal die Hälfte wert waren, wohl arg ins Schwimmen gekommen. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler erzielte nicht nur gegen den ASV Au in zwei Spielen vier Tore, sondern war gegen die SG Schönau gleich viermal in einem Match erfolgreich. Ohne den Kolumbianer war Eichstätt nicht einmal ein gleichwertiger Gegner, sondern schlechter als die SG Schönau.

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Vor dem Anpfiff des tadellosen Unparteiischen Pantelis Gitopoulos vom FC Bayern München stand es 6:0 für den Gast. Der Mann mit griechischen Wurzeln leitet normalerweise Bayernligaspiele, was bei seiner Topleistung auch leicht nachvollziehbar war. Gitopoulos kam auf jeder Seite mit einer gelben Karte aus, ansonsten reichten seine Belehrungen, um die Spieler zur Räson zu bringen.

Die nötige Durchschlagskraft fehlt

Schönaus Akteure versuchten vor gut 200 Zuschauern vom Anpfiff an ohne ihren Mannschaftskapitän Toni Hölzl, Torhüter Christian Thurner, Jakob Krakic und Rade Kocic, das Unmögliche noch möglich zu machen. Doch an diesem Tag fehlte vor allem im Sturm die nötige Durchschlagskraft. Mittelstürmer Raphael Handke läuft nach einer Verletzung seiner Form hinterher, Außenstürmer Sebastian Wessels agierte wieder einmal glücklos, sodass der lange verletzte Markus Lochner ziemlich alleine auf weiter Flur unterwegs war.

Dennoch gelang der SG Schönau in der 22. Minute durch Stefan Weinbuch die Führung, der aus 20 Metern in die Kreuzecke traf. Dieser Rückstand machte die Gäste etwas unsicher, dennoch lagen sie immer noch um fünf Treffer voran. Schönau provozierte immer wieder Abspielfehler der Gäste, die sichtlich nervös wurden.

Handke vergibt zwei Möglichkeiten

Nach dem Führungstreffer lag auch mehrfach das 2:0 in der Luft. Lukas Laue tankte sich über den rechten Flügel durch und passte ideal auf Handke, der jedoch die Riesenchance vergab. Nur Momente später war Handke neuerlich bei einer weiteren guten Möglichkeit nicht im Bilde. Wie schon die ganze Saison über vergab die SG Schönau auch in diesem Match beste Möglichkeiten.

Eichstätt wackelte erheblich, rettete aber den knappen Rückstand in die Halbzeitpause, anstatt mit 0:3 zurückzuliegen. Schönau gab sich auch in Durchgang zwei nicht geschlagen und kam bei einem Kopfball von Sebastian Rabenbauer früh zu einer guten Möglichkeit, die mit viel Eichstätter Dusel zur Ecke geklärt wurde. In der 56. Minute kam Lukas Klaus nach einem Eckstoß von Weinbuch in eine gute Situation, köpfte aber knapp an der Kreuzecke vorbei. Die Gäste sahen sich auch weiterhin im Glück und klärten weitere Eckbälle und Freistöße. Auch Abwehrchef Daniel Widl schaltete sich ins Angriffsspiel ein und versuchte es mit einem Weitschuss aus 25 Metern. Doch der Torhüter konnte den zentralen Ball im Nachfassen sichern.

Natürlich lief den Schönauern die Zeit davon. Auch Luka Moric blieb nach seiner Einwechslung farblos. Nachdem er ideal frei gespielt wurde, flog sein Schuss aus einer guten Position haushoch übers Tor. In der Schlussphase versagte der Schiedsrichter den Schönauern einen Elfmeter, als Weinbuch gefoult wurde. Doch auch ein 2:0 hätte Schönau nichts mehr geholfen. Durch die offene Spielweise der Meißner-Elf kam auch Eichstätt zu guten Kontermöglichkeiten. Doch der junge Schönauer Torhüter Franz Lenz zeigte eine starke Leistung und so blieb es nach 90 Minuten beim 1:0-Sieg für die SG Schönau. Gleichzeitig stand nach 1994, 2003, 2007 und 2011 der fünfte Abstieg aus der Eliteliga der Region fest.

Pech hatte auch der Schönauer Bezirksligakonkurrent ESV Freilassing. Nach einem 0:0 beim TV Aiglsbach lag Freilassing bis in die 96. Minute auf Landesligakurs, ehe den Gästen in der Nachspielzeit das 1:1 gelungen ist. Damit bleibt der ESV Freilassing in der Bezirksliga Ost.

SG Schönau: Franz Lenz; Sebastian Rabenbauer, Lukas Laue, Lukas Klaus, Daniel Widl, Stefan Weinbuch, Korbinian Burger, Markus Lochner (70. Jonas Rolf), Raphael Handke (54. Luka Moric), Daniel Maier, Sebastian Wessels. Christian Wechslinger