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»Angepasste Wildbestände sind zwingend erforderlich«

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Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaften BGL: »Angepasste Wildbestände sind zwingend erforderlich«
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Die neu gewählte Vorstandschaft der ARGE (v.l.): Franz König, Franz Schwab, Klaus Reischl, Anton Hager und Matthäus Michlbauer. (Foto: Maria Horn)

Berchtesgadener Land – Der 1. Vorsitzende der Jagdgenossenschaften Berchtesgadener Land, Franz Schwab, sagte bei der Jahreshauptversammlung in Aufham: »Wir Jagdvorstände haben die Interessen unserer Jagdgenossen zu 100 Prozent gegenüber den Pächtern zu vertreten. Denn für den Erhalt der Baumbestände ist ein angepasster Wildbestand zwingend erforderlich.«


Im Zuge der Zusammenkunft wurden auch Vorstandswahlen durchgeführt. Franz Schwab erhielt erneut das Vertrauen der Mitglieder und bleibt erster Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften (ARGE) Berchtesgadener Land.

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Im Gasthaus »Neuwirt« in Aufham trafen sich die Vertreter der Jagdgenossenschaften aus dem Landkreis. Dazu waren zahlreiche Ehrengäste gekommen.

Unter ihnen der Leiter des Forstbetriebes Berchtesgadener Land, Dr. Daniel Müller, und der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Alfons Leitenbacher, Bauernverbandsgeschäftsführer Matthäus Michlbauer sowie der 1. Vorsitzende der Kreisjägerschaft Hans Berger. ARGE-Jagdgenossenschaftsvorsitzender Franz Schwab aus Ramsau berichtete von verschiedenen Aktivitäten des vergangenen Jahres.

Aktionen im Jahr

Unter anderem hatte es in verschiedenen Regionen des Landkreises Waldbegehungen mit Vertretern des Landratsamtes gegeben. Einvernehmlich hatten alle Pächter zugestimmt, die Abschusszahlen beim Rehwild zu erhöhen. Dazu sagte der Vorsitzende: »Die Verjüngung sollte im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen aufkommen können.« Aufschlussreich sei eine Veranstaltung in Maria Gern zum Thema »Bergwaldoffensive« gewesen, im Dezember hatte es außerdem ein Bürgermeistertreffen gegeben. »Auch die Kommunen sind Waldbesitzer und müssen uns unterstützten«, forderte Schwab.

Weiter richtete er einen eindringlichen Appell an die anwesenden Jagdvorsteher und sagte: »Wir müssen mit Artenvielfalt bei den Baumbeständen auf den Klimawandel reagieren. Die Zeit drängt, bringt das bitte euren Jagdgenossen bei.«

Bei den Neuwahlen stellten sich die bisherigen Amtsinhaber erneut für das Ehrenamt in der Vorstandschaft zur Verfügung. Franz Schwab wurde als 1. Vorsitzender und Klaus Reischl als dessen Stellvertreter wiedergewählt. Anton Hager wurde erneut als Mitglied des Vorstands bestätigt, neu hinzu kam Franz König.

Probleme mit der Datenbank

Als Vertreter des Bauernverbandes ist Geschäftsführer Matthäus Michlbauer weiteres Vorstandsmitglied. In der folgenden Diskussion wurde die Problematik mit der Datenbank des Jagdkatasters angesprochen. Georg Auer brachte das Thema zur Diskussion. Denn seit Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung können die Daten nicht mehr bei den jeweiligen Kommunen eingesehen werden.

»Wir können sowohl beim Bauernverband als auch beim Vermessungsamt die Daten kaufen. Aber diese stimmen nicht überein, es gibt eine unterschiedliche Darstellung in den Programmen«, monierte der Redner und erläuterte: »Wenn die Daten nicht passen, dann können wir auch keine Jagdpacht auszahlen. Da sollten wir schon Druck machen, dass die Datengrundlagen beim Grundbuchamt stimmen. Denn das ist die Kataster-führende Stelle.« Bauernverbandsgeschäftsführer Matthäus Michlbauer erläuterte Details zum Programm und führte aus, dass verschiedene Dateien noch nachgearbeitet werden müssen.

Schwarzwildbestand

Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Hans Berger informierte die Versammlung zur Entwicklung des Schwarzwildbestandes. »In der Region gibt es zehn bis 20 Wildschweine, drei wurden geschossen.« In diesem Zusammenhang appellierte er an die Waldbesitzer, auf Grabungsspuren der Sauen zu achten und griff die Problematik mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf. »Wenn jemand eine tote Sau findet, dann muss das sofort gemeldet werden und es tritt unverzüglich der ASP-Rahmenplan in Kraft.

Im Anschluss stellte sich der neue Forstabteilungsleiter im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein, Tassilo Heller, vor. Er zeigte in einem Kurzreferat die Bedeutung des Waldes auf und beleuchtete dazu verschiedene Aspekte, wie die Wirtschaftlichkeit, Bodenbeschaffenheit und klimatische Entwicklungen.

Maria Horn