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»Angebote mehr ins Bewusstsein rücken«

Traunstein. Das Selbsthilfezentrum im Landkreis Traunstein hat eine neue Leiterin. Sozialpädagogin Elisabeth Pflugbeil aus Traunstein hat die Stelle von Dagmar Friemel-Sturm übernommen. Weitere Ansprechpartnerinnen im Zentrum an der Crailsheimstraße 6 in Traunstein sind Brigitte Ganzer, Silke Martin sowie Anna Huffert, die alle schon mehrere Jahre hier arbeiten.

Ihre berufliche Karriere führte Elisabeth Pflugbeil unter anderem an eine heilpädagogische Tagesstätte in München und zum Katholischen Kreisbildungswerk. (Foto: Giesen)

Elisabeth Pflugbeil ist 43 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Nach einer Ausbildung zur Gärtnerin studierte sie Sozialpädagogik in München und arbeitete zuerst in einem heilpädagogischen Kinderheim und dann an einer heilpädagogischen Tagesstätte in München. Neun Jahre war sie danach im Bereich Familienbildung beim katholischen Kreisbildungswerk beschäftigt und arbeitet seit Mitte letzten Jahres im Selbsthilfezentrum Traunstein. Hier übernahm sie vor einigen Wochen die Leitung.

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Im Landkreis gibt es 107 Selbsthilfegruppen

Ihr ist es wichtig, das Selbsthilfezentrum und seine vielfältigen Angebote noch mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Sie ist überzeugt, dass noch viel mehr Menschen als bisher eine »Vernetzung mit anderen Menschen, die das gleiche Schicksal haben wie man selbst«, nützen können.

Das Selbsthilfezentrum, dessen Träger die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Traunstein ist, ist Kontaktstelle von derzeit 107 Selbsthilfegruppen im Landkreis Traunstein. Das Zentrum berät Hilfesuchende und hilft bei der Organisation, zum Beispiel der Suche nach passenden Räumen für die Gruppen. Dabei arbeitet das Selbsthilfezentrum eng mit Krankenhäusern, vor allem den onkologischen Abteilungen, dem Landratsamt, der Suchtberatung und anderen Hilfsorganisationen zusammen. Das Zentrum hilft bei der Gründung neuer Gruppen, begleitet mit Beratungen und bietet Fortbildungen mit eigenen oder auswärtigen Referenten an. Bei Bedarf wird auch Landkreis-übergreifend mit anderen Selbsthilfezentren kooperiert.

Für den Laien ist es anfangs kaum zu glauben, wie viele Selbsthilfegruppen es gibt. Sie setzen sich aus den unterschiedlichsten Themenbereichen von körperlichen und seelischen Krankheiten, Behinderungen, Abhängigkeiten bis zu Familienproblemen zusammen. Sie sind für die Betroffenen kostenlos und werden stark frequentiert, sodass in den Gruppen mindestens vier bis zu manchmal 20 Teilnehmer sind. Mehr als 15 sollten es eigentlich nicht sein, erklärt Elisabeth Pflugbeil, weil der Einzelne sonst möglicherweise zu kurz kommt.

Die jüngsten fünf Gruppen beim Selbsthilfezentrum sind Menschen, die unter ihrem Schicksal als Einzelkinder leiden, Amputierte, von Schlaganfall Betroffene und ihre Angehörigen, Frauen in den Wechseljahren und Eltern von »Sternenkindern« – Kindern, die tot geboren wurden.

Teilnahme an den Gruppen ist kostenlos

Edmund Niederlöhner, der stellvertretende Kreisvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Traunstein, erklärt die Finanzierung: Das Selbsthilfezentrum wird zu 60 Prozent von den Krankenkassen und zu 25 Prozent vom Landkreis finanziert. Den Rest trägt die Arbeiterwohlfahrt. So wie die Teilnahme an den Gruppen kostenlos ist, werden sie auch von Ehrenamtlichen geleitet.

Es bleiben jedoch viele Sachausgaben für Referenten, Fortbildungen, Fahrten oder diverses Infomaterial wie Broschüren. Da die Krankenkassen nur die Kosten für die Gesundheit bezogenen Gruppen übernehmen, hat Betriebswirtin Anna Huffert noch alle Hände voll, zum Beispiel mit Förderanträgen, zu tun, um die Finanzen in Ordnung zu halten.

Wer sich informieren möchte, kann das montags bis freitags zwischen 8.30 und 12.30 Uhr an der Crailsheimstraße 6 tun, dienstags allerdings nur von 16.30 bis 19.30 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter Telefon 0861/2046692. gi