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Analyse: Schaulaufen der Grünen-Promis

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Kleiner Parteitag der Grünen
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Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin, spricht auf dem Sonderparteitag seiner Partei in Berlin. Foto: Sebastian Kahnert Foto: dpa

Berlin (dpa) - Bescheidenheit ist nicht gerade eine Zier auf Parteitagen. So stellen die Grünen die geplante Urwahl in eigener Sache als historisches Novum dar - Maßstäbe wollen sie setzen.


Wie aber wird der Kampf bei den Grünen um die zwei Spitzenplätze für die Bundestagswahl aussehen? Auf ihrem kleinen Parteitag geben die vier prominenten Anwärter am Sonntag einen Vorgeschmack - und bemühen sich trotz grundsätzlicher Einigkeit, Unterschiede in Stil und Positionen herauszustellen.

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Gewohnt kämpferisch und deftig zieht Parteichefin Claudia Roth gegen Union und FDP zu Felde, spricht von Falschmünzern und Hütchenspielern, von der »Klimakanzlerin a.D.« Angela Merkel. »Deshalb sind wir die Alternative in Form und im Inhalt.«

Fraktionschef Jürgen Trittin nimmt sich Entwicklungsminister Dirk Niebel als »Teppichluder« vor, auch wenn die Teppichaffäre des FDP-Politikers schon etwas zurückliegt. Er versucht es mit einer Mischung aus demonstrierter Sachkenntnis und großen Worten, um sich und die Grünen als Vorreiter bei der Energiewende erscheinen zu lassen.

Die Co-Fraktionschefin Renate Künast macht einen Rundumschlag bei ihren Leib-und-Magen-Themen Entwicklung, Agrar und Umwelt. »Urwälder werden gerodet und Palmölplantagen angelegt«, wettert sie. Auch die Regierung sei Schuld. Und: »Die Blockadehaltung unserer Bundesregierung gegen die EU-Agrarreform muss beendet werden.«

So weit bringt das Schaulaufen wenig Überraschungen. Am ehesten aufhorchen lässt Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt. Erst ließ sie sich lange bitten von ihren Fans bei den Grünen-Realos, dann wollte sie die Urwahl nicht, sondern Teil eines Spitzenteams sein. Wie will sie sich nun profilieren?

Als Verfechterin des Sozialen und Solidarischen - auch gegen immer höhere Strompreise. »Energiewende - das heißt auch solidarisch zusammenhalten«, sagt Göring-Eckardt. Subventionsabbau zulasten der Industrie solle der Großmutter von nebenan und jungen Familien zugutekommen.

Nur von den beiden Außenseitern der Bewerberriege von der Basis ist auf dem Länderrat nichts zu hören.

Es dürfte ein Riesenrummel werden. In 13 bis 16 Veranstaltungen in den Ländern sollen sich die Kandidaten nach Einleitung der Urwahl durch den kleinen Parteitag den 60 000 Mitgliedern präsentieren - bis 10. November soll klar werden: Wird Trittin erwartungsgemäß mit einer der Frauen zusammen an der Spitze Wahlkampf machen - oder hat er doch das Nachsehen, und es wird ein Duo aus zwei Bewerberinnen? Es geht auch darum, wer im Fall eines rot-grünen Wahlsiegs 2013 am ehesten auf einem Ministersessel Platz nehmen darf.

Nach einer Forsa-Umfrage unter Grünen-Mitgliedern hat Künast gute Chancen vor Roth und erst danach Göring-Eckardt. Vergessen scheint, dass Künast in Berlin daran scheiterte, Klaus Wowereit (SPD) vom Chefsessel der Landesregierung zu stoßen.

Monatelang hatten sich die Grünen gefetzt - viele in den Ländern wollten die Urwahl vermeiden und drängten die Führungsleute, sich zu einigen. Dazu kam es nicht. Jetzt stellen die Betroffenen die Mitgliederbefragung als Chance heraus - für mehr Mobilisierung in den eigenen Reihen oder für ein Zeichen für mehr Basisdemokratie in Deutschland gar.

Wem das bei den Grünen nicht reicht, muss nicht enttäuscht sein - denn auch die zehn wichtigsten Wahlkampfschlager soll die Basis aus einer Liste von rund 30 Punkten aussuchen. Im Juni 2013 sind dafür bundesweit Mitgliederversammlungen geplant.

Länderrat und Anträge