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Amateure heiß auf Bayern - «Aue wäre nicht so schön»

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Der SV Lippstadt hat bereits 2008 gegen den FC Bayern München gespielt, und den Test 1:7 verloren. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa

Hamburg (dpa) - «Natürlich der FC Bayern» ist das runtergeratterte Standard-Wunschlos der Amateurclubs im DFB-Pokal. Aber wem würde man es wohl mehr gönnen als Regionalliga-Aufsteiger SV Lippstadt 08, dem Heimatclub der Rummenigge-Brüder, bei seiner Cup-Premiere?!


Und dann gibt es noch Neulinge wie die kecke SG Aumund-Vegesack, die bei der Auslosung am Samstag unglamouröse Vereine aus dem «Profi-Topf» gern meiden würden. «Aue wäre nicht so schön», gibt der Fußball-Chef des Bremer Fünftligisten, Hans-Bernhard Siems, freimütig zu.

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Diesmal verspricht der DFB-Pokal besonders viel David-gegen-Goliath-Flair - unter den 64 qualifizierten Teams sind aus der 3. Liga nur fünf Vertreter mit dabei: Osnabrück, Münster, Leipzig, Darmstadt und Heidenheim. Fußball-Deutschland wird endlich erfahren, wer die Sportfreunde Baumberg und der FV Illertissen sind.

Und welch hübsche Geschichte wäre es, wenn der Regionalligist 1. FC Magdeburg unter der Aufsicht von «Ziehungsleiter» Wolfgang Niersbach in der ARD-«Sportschau» den SV Werder Bremen zugelost bekäme. Magdeburg-Coach Andreas Petersen findet deutliche Worte: «Das wäre für mich ein Traum, wenn mein Sohn Nils mit Werder hierherkommen würde und Papa dem Kleinen mal zeigen könnte, wo der Hammer hängt.»

Ein Pokal-Hype herrscht auch beim DDR-Rekordmeister und Berliner Landespokal-Sieger BFC Dynamo: Der Jahn-Sportpark soll zur großen Kulisse werden. «Ich bin mir sicher, dass die Hütte dann voll sein wird», kündigt Kapitän Björn Brunnemann an. Vom letzten Pokal-Auftritt vor zwei Jahren gegen den 1. FC Kaiserslautern blieben vor allem die Ausschreitungen der berüchtigten BFC-Fans in Erinnerung, diesmal will der Kult-Club für positive Schlagzeilen sorgen. Für Coach Volkan Uluc gibt es keine Gegner-Präferenz: «Wir nehmen das, was kommt.» Brunnemann meint indes: «Klar, jeder träumt von den Bayern.»

Das tut natürlich auch der Bayern-Regionalligist und Toto-Pokal-Sieger TSV 1860 Rosenheim, für den in jungen Jahren Triple-Gewinner Bastian Schweinsteiger kickte. Bei der Auslosung wollen die Oberbayern gemeinsam im Clubheim mitfiebern - als Ausklang des ersten Trainingstags. Unisono heißt es auch bei der TSG Neustrelitz zum Thema Wunschgegner: «Ganz klar, Europas Nummer eins - Bayern», wie es Angreifer Salvatore Rogoli formuliert. Der Viertligist hatte mit einem furiosen 3:0 im Landespokal Hansa Rostock rausgekegelt.

Der Champions-League-Sieger FCB müsste sich am besten klonen, denn auch bei «Pokalschreck» Eintracht Trier und dem SC Victoria aus Hamburg würde man die Münchner allzu gern empfangen. «Verdient hätten wir es auf jeden Fall», findet Victoria-Profi Sven Trimborn. Zum vierten Mal in sieben Jahren ist der SC nun dabei - bislang ging's «nur» gegen Nürnberg, Oberhausen, Wolfsburg und Freiburg. Diesmal ist ausnahmsweise keine «Auslosungsparty» geplant - ein gutes Omen für das ganz große Los? Victorias Spanier Juan Angel Seguro Rodriguez lässt wissen: «Ich kenne Martínez gut, würde gern mal gegen ihn spielen.»

Eine Besonderheit des diesjährigen Pokals ist, dass der MSV Duisburg wegen der fehlenden Lizenz als 18. der Zweitliga-Tabelle gilt und so im «Amateur-Topf» steckt. Bitter wird der Wettbewerb für das ausgeschlossene Dynamo Dresden. Und hier und da gibt es noch Bedenken wegen der Mini-Stadien der Underdogs: Beim SV Lippstadt ist im Fall eines Top-Gegners die Tönnies-Arena in Rheda-Wiedenbrück als Ausweichstadion im Gespräch - dann wäre natürlich auch ein Spiel gegen den FC Schalke 04 eine schöne Sache.