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Altingers Kabarett-Brettl im NUTS

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Wieder einmal in Höchstform präsentierte sich Michael Altinger bei seinem Kabarett-Brettl in der ausverkauften Traunsteiner Kulturfabrik NUTS, obwohl er sich mit letzter Kraft vom heimischen Lazarett (Influenza-Epidemie) aufgerafft habe, wie er eingangs erklärte. So nahm er sich gleich eines hochaktuellen Themas an, nämlich der Frage, wieso hierzulande immer weniger Kinder geboren werden. Seine Antwort: Schuld sind hauptsächlich unsere Eltern, die auf Kreuzfahrten etc. völlig verantwortungslos unser Erbe verprassen würden, sodass wir uns eigene Kinder gar nicht mehr leisten könnten. Falls diese Option überhaupt noch auf den Tisch kommt, da uns die Partnerwahl angesichts der unendlichen Möglichkeiten des Internets ja immer schwerer fallen würde.


Als ersten Gast begrüßte er Florian Kopp aus Deggendorf, der Auszüge aus seinem aktuellen Programm »Auf den letzten Drücker« zum Besten gab und sich mit deftigen Worten vor allem die Volksmusik und ihre Stars zur Brust nahm, was dank der Poesie seines niederbayerischen Dialekts auch recht vergnüglich ausfiel. Zumal der Kabarettist sich auch als geschickter Gitarrist (per Loop- Maschine) erwies und seine Tiraden entsprechend verzierte.

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Die zweite im Bunde war Mia Pitroff aus Bayreuth, die gleich zu Anfang gestand, ihr Programm »Mein Laminat, Sabine und ich« habe nicht sie, sondern ihre Mutter geschrieben. Nur konsequent also, dass sie das Publikum aufforderte, erst mal zu klatschen, bevor sie sich vielleicht überlegt, was sie sagt. Das klappte auch ganz gut, nicht umsonst lebten wir in einer »Desto-Umso-Zeit« bzw. dass alles in der falschen Reihenfolge passiert, wie sie erklärte.

Sehr lebensnah auch ihre Anmerkungen über die Eigenheiten eines Paketversands, und auch ihre Behauptung, der Buddhismus stamme aus Franken (»man beachte die zwei d in der Mitte«) klang durchaus logisch. Etwas gewöhnungsbedürftig hingegen war Norbert Bürger aus Freising, auch »The Monster from Rock« genannt. Ein Dr. Jekyll/Mr. Hyde an der E-Gitarre, bei dem man nie genau wusste, welches Genre er gerade malträtierte, Techno, Oper oder Westernballade. Dies aber immer so virtuos wie skurril, etwa mit Hilfe eines Miniventilators, mit dem er die Saiten seiner Gitarre streifte, so dass man zumindest aus dem Staunen nicht herauskam. Wolfgang Schweiger

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