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Als Entwicklungshelfer in Tansania

Seinen 85. Geburtstag feiert am heutigen Donnerstag Franz Spiegelsberger aus der Max-Fürst-Straße in Traunstein. Erst vor wenigen Tagen ist er von seiner 25. »Dienstreise« aus Tansania zurückgekehrt. Auch diesmal hat er seine Projekte besucht, deren Bauzustand, die Verwendung und Nutzung geprüft und neue Projektideen aufgenommen. »Nur durch diese jahrzehntelange Betreuung kann wirklich nachhaltige Nutzung gesichert werden«, ist Spiegelsberger überzeugt.

Vor 40 Jahren war er zum ersten Mal in Tansania, damals um den höchsten Berg Afrikas, den Kilimandscharo, zu besteigen. Solche Reisen hinterlassen tiefe Eindrücke und ein wenig den Gedanken, vielleicht irgendwann einmal wiederzukommen. So war sein Interesse groß, als er einige Jahre später bei einem Vortrag vom Traunsteiner Aktionskreis Ostafrika erfuhr und von dessen Hilfsprojekten am Fuße des Kilimandscharo. 1991 trat er dem Verein bei und fuhr nach Tansania, nicht ahnend, dass dies zu einer neuen Lebensaufgabe werden könnte.

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Schon bei der ersten Reise wohnte er in einem alten Pfarrhaus in Kibosho, um Projekte im dortigen Krankenhaus vorzubereiten. Aus dieser Zeit stammen auch seine Kontakte zu vielen weiteren Pfarreien in der Umgebung und zur Diözese Moshi. Bei seinen Besuchen lernte er das karge Leben in den Missionsstationen ebenso kennen wie die große Not und Armut der Menschen. So begann er bald mit eigenen, zunächst kleinen Hilfsmaßnahmen, die sich zu beachtlichen Projekten ausweiteten.

Nach 21 Jahren Arbeit für Tansania kann Franz Spiegelsberger befriedigt auf sein Werk blicken: Kindergärten, gemeindliche Mehrfunktionsgebäude, Gesundheitsstationen, Maismühlen, Wasserversorgungsanlagen, Pfarrhäuser und sogar einige Kirchen wurden von ihm oder mit seiner Hilfe gebaut. Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement wurde er vor einigen Jahren mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

Höhepunkt seiner Reise war diesmal die Weihe der mit seiner Hilfe erbauten Kirche in Kibongoto. Schmerzlich war dagegen der Eindruck auf der Insel Sansibar, wo er einen Kindergarten gebaut hatte. Der dortige Bischof zeigte ihm neue Brandschäden in einer seiner Kirchen. Religionsfanatiker hatten Feuer gelegt, bei dem die gesamte Innenausstattung und die Orgel zerstört wurden.