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Alles rund um das Thema Erneuerbare Energien

Traunstein. Rund um das Thema Erneuerbare Energien im Landkreis Traunstein drehte sich der zweite Studientag der Geowissenschaften am Annette-Kolb-Gymnasium. Experten aus den Bereichen Architektur, Geologie und Verfahrenstechnik referierten vor den Schülern der 11. und 12. Klassen.

Einen Blick in das Wasserkraftwerk an der Traunerstraße durften die Schüler zusammen mit Peter Frenzel von den Stadtwerken werfen.

Kreisbaumeister Rupert Seeholzer gab den Jugendlichen einen guten Überblick über die Erneuerbaren Energien im Landkreis, deren rechtliche Grundlagen und die Folgen für Land und Leute. »Die Nutzung von Solarenergie ist unter anderem wegen der geringen Bewölkungsdichte bei uns im Landkreis gut möglich«, so Seeholzer.

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Im nördlichen Landkreis seien die Kapazitäten zur Nutzung der Sonnenenergie bereits gut ausgeschöpft. »Ähnlich sieht es im Bereich der Biomasse aus, da es dort viele große, landwirtschaftliche Flächen gibt.«

Im Hinblick auf die Akzeptanz von Erneuerbaren Energien in der Bevölkerung wird diese von den Bürgern sehr unterschiedlich gesehen, so Seeholzer. Während man sich an Biomasseheizkraftwerke und Solaranlagen schon gewöhnt habe, stehe man den riesigen Windkraftanlagen sehr skeptisch gegenüber.

Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Ausnutzung der Wasserkraft im Landkreis. Darauf hat sich die zweite Referentin in ihrem Vortrag spezialisiert. Julia Hohenadler ist Schülerin der Q12 und stellte ihre Seminararbeit über Wasserkraft in Traunstein vor. Sie gab den Oberstufenschülern einen Überblick über die städtischen und privaten Kraftwerke in der Kreisstadt.

Das Geothermieprojekt in der Großen Kreisstadt stellte Ilka Schulz, Geologin der Erdwerk GmbH München, im Auftrag der Firma Geothermie Traunstein vor. Vor einigen Monaten waren in diesem Zusammenhang Vibrationsfahrzeuge durch die Stadt gefahren, um den Untergrund zu untersuchen. Dabei wurden Schichten mit 150 Grad heißem Wasser entdeckt, die demnächst mit einer Bohrung von Aiging aus erschlossen werden sollen.

Auf einer Exkursion in das Unterwerk II, dem Wasserkraftwerk an der Traunerstraße, referierte Peter Frenzel von den Stadtwerken über die Wasser-, Strom- und Gasversorgung der Stadt. Er betonte, dass den effektivsten Part der Energiewende das Energiesparen darstellt.

Ziel der Veranstaltungsreihe war es auch, Fachleute aus der Praxis in die Schule zu holen, um den Oberstufenschülern konkrete Berufsfelder aufzuzeigen. Gerade durch die weltweit beobachtete, deutsche Vorreiterrolle in der Energiewende tun sich hier besonders zukunftsträchtige Berufe im Anschluss an naturwissenschaftliche Studiengänge auf.