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Alles beim Alten in good old Louisiana …

Alles beim Alten in good old Louisiana beruhigte ein unterhaltsamer und schmissiger Abend in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS mit Zydeco Annie und ihren Swamp Cats.

Gut zwei Stunden machten Annie und ihre drei Begleiter Rolf Berger, Jens Ohly und Stefan Baldauf den Besuchern in Traunstein ordentlich Feuer unter den Schuhsohlen.

Louisiana ist das Land der Sümpfe, des Mississippi und Missouri, des Voodookultes sowie der Sklaven und der Unabhängigkeitskriege. Es ist uraltes Indianerland, Spielball spanischer und französischer Kolonialmächte und später Zuflucht und Lebensraum für Millionen akadische Franzosen. Die Geschichte des Landes spiegelt sich bis heute in der Musik, in Cajun, Twostep und Zydeco, die alle Facetten zwischen tiefer Melancholie und Heimweh bis hin zur ausgelassenen Feier in den Straßen und Hallen.

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Viel Beifall gab es für das Arrangement eines Zydeco-Walzers aus dem Film »The Big Easy«, altes Voodoowissen wird besungen und aus dem offiziellen Louisianasong »You are my sunshine« machten die Moorkatzen mit »viel Jambalaya, Rice & Beans«, wie Waschbrettrubbler Rolf Berger es scherzhaft ausdrückt, einen wunderbar lebhaften Song aus der »Hymne der Cajoun-People«. Die französisch geprägte Geschichte des Staates hat auch deutliche Spuren in der Sprache hinterlassen.

So wird bis heute überwiegend Cajun-French gesungen, wie bei »Le Veuve De La Coulée«, dem Titelsong der aktuellen CD oder »La Porte En Arriere«, der vielbesungenen Hintertür. Neben den unzähligen vielfältigen Eigenkompositionen begeisterte das fränkische Südstaatenquartett, das seit neun Jahren erfolgreich in unveränderter Besetzung spielt, mit einer funkig-bluesigen Liebeserklärung an den Bundesstaat aus der Feder des Bluespianisten Christian Dozzler. Gut zwei Stunden machten Annie und ihre drei Begleiter Rolf Berger, Jens Ohly und Stefan Baldauf den Besuchern in Traunstein ordentlich Feuer unter den Schuhsohlen und den Mund wässrig auf die Cajun-Küche, bevor sie ihr Publikum mit dem letzten Walzer »Madame Cocobo« in die dunkle Herbstnacht entließen. Maria Ortner