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Affären mit einer Elfe und tragisches Duell

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So zeigt Daniel Schröder in einem Szenenbild das Hin- und Hergerissensein des Helden Cuchulinn (Mitte) zwischen zwei Frauen: seinem Eheweib Emer und seiner Geliebten, der Elfe Fann. (Bild: Daniel Schröder)

Im dritten und letzten Teil unserer Serie vor der Uraufführung der Kammeroper »Cuchullin« am Samstag, 9. April, um 20 Uhr in der Traunsteiner Klosterkirche stellen wir das Geschick der keltisch-irischen Sagengestalt Cuchulinn im Mannesalter vor. Außerdem erfahren die Leser wieder einiges über die Mitwirkenden der Uraufführung.


Als Cuchulinn wieder nach Irland zurückgekehrt war und sich mit Emer vermählte, wurde ein großes Turnier veranstaltet. Die Frauen der Stadt prahlten mit ihren Männern. Auch Emer beschrieb die Heldentaten ihres Mannes. Die Frauen glaubten es ihr jedoch nicht, als sie behauptete, er könne alle Vögel, die auf dem nahegelegenen See schwimmen, fangen. Als Cuchulinn dies hörte, schalt er Emer für diese Angeberei. Doch er fühlte sich in seiner Ehre getroffen und fing alle Vögel des Sees. Emer verschenkte alle Vögel an die Frauen der Stadt. Von dieser Edelmütigkeit war Cuchulinn verzaubert und versprach Emer, ihr die nächsten beiden Vögel, die sich auf dem See niederließen, zu fangen. Es kamen zwei Schwäne, die er jedoch nicht fangen konnte. Erschöpft schlief er ein. Im Traum erschien ihm einer der Schwäne, der eine Elfe mit Namen Fann war. Die Elfe bewunderte seinen Mut, und er war geschmeichelt. Als er erwachte, traf er sich mit Fann öfter heimlich.

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Rachepläne der Ehefrau

Emer erfuhr von der Affäre ihres Mannes und schmiedete Rache-Pläne. Mit ihren Dienerinnen lauerte sie Fann und Cuchulinn am Eibenbaum auf. Als die beiden Frauen sich bekämpften, stellte Cuchulinn sich auf die Seite seiner Frau Emer. Fann war darüber so erzürnt, dass sie einen lauten Schrei ausstieß. Plötzlich tauchte der Elfen-Fürst Manannan auf und hielt seinen Mantel zwischen die Menschen und Fann. Niemand konnte sich später mehr an das Geschehene erinnern.

Viele Jahre waren vergangen, seit Cuchulinn der Amazone Aife beigewohnt hatte. Sein damals gezeugter Sohn Conlai machte sich die Suche nach seinem Vater. In einem Schiff aus purem Erz erreichte er Irland. Keiner wollte mit dem kampfeslustigen Conlai kämpfen, da er viele einschüchternde Kunststücke vollführte. So schickte man nach Cuchulinn. Dieser stellte sich dem Kampf mit dem Jüngling. Er ahnte, dass dies sein Sohn sein könnte. Doch da der Jüngling die Nennung seines Namens verweigerte und er Cuchulinn schwer zusetzte und ihn beleidigte, packte diesen unbändige Wut. Er erstach Conlai. Da erst erblickte Cuchulinn den Ring seines eigenen Stammes.

Die musikalische Leitung des Abends hat Sebastian Schilling, im selben Jahr wie der Komponist Patrick Pföß, 1981, in Karl-Marx-Stadt geboren, der in Halle und Dresden evangelische Kirchenmusik studiert hat. Der Kirchenmusiker, Continuo-Spieler und Ensemble-Leiter hat sich auf die Bereiche »Alte Musik« und neue, zum Teil neueste Musik spezialisiert. Er leitet regelmäßig Ur- und Erstaufführungen.

Musiker aus der Region

Mit im Boot sind fast ausschließlich bekannte Musiker aus der Region, die zumeist an heimischen Musikschulen unterrichten. An Flöte und Bassflöte ist Sandra De Crescenzo aus Bernau zu hören, an der Klarinette Albert Galimzanov aus Bad Reichenhall und an der Tenor- und Bassposaune Andreas Kapellner aus Grassau, Leiter der Jugendkapelle Siegsdorf. Die Bayerisch-Gmainerin Monika Urbonaite spielt die Viola, der Ruhpoldinger Simon Nagl den Kontrabass, die Wagingerin Verena Zeiser die Harfe und der Traunsteiner Kirchenmusiker Manfred Müller die Celesta. Peter Tavernaro aus Regau in Oberösterreich am Englisch Horn ist der einzige »Auswärtige«.

»Tierkreis« von Stockhausen

Das zweite Werk des Abends, Karlheinz Stockhausens »Tierkreis«, wird von einem Duo präsentiert, Anno Kesting aus Grabenstätt, der auch bei der Kammeroper mitspielt, am Schlagwerk und Maria Bittel aus Traunstein am Klavier. Geboren in Freiburg, widmete sich Bittel in ihrem Musikstudium in Detmold und Salzburg den Schwerpunkten Klavier, Kammermusik und Liedgestaltung. Seit 1996 unterrichtet sie an der Musikschule Traunstein, arbeitet als Korrepetitorin und spielt regelmäßig Konzerte in unterschiedlichen Besetzungen. Veronika Mergenthal