Abschiedsabend für den FIL-Präsidenten Josef Fendt auf dem Jenner

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Die Auszeichnung mit dem Olympische Orden des IOC durch den FIL-Präsidenten Ivo Ferriani (r.) an den jetzigen Ehrenpräsidenten Josef Fendt ist eine besondere Anerkennung für das große Engagement nach rund 35 Jahren im Dienst des Internationalen Rennrodelverbandes. Zu den ersten Gratulanten gehörten Ehefrau Renate Fendt und FIL-Generalsekretärin Heike Größwang (l.). (Fotos: Dieter Meister)
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Auch die Heimatregion ehrte den verdienten Sportfunktionär. Aus den Händen des Bürgermeisters von Schönau am Königssee, Hannes Rasp (r.), erhielt Josef Fendt die Ehrenmedaille der Gemeinde in Silber.

Schönau am Königssee – Im Sommer letzten Jahres sollte der Kongress des Internationalen Rennrodelverbandes (FIL) in Berchtesgaden stattfinden, in dessen Rahmen ihrem damaligen Präsidenten und jetzigem Ehrenpräsidenten Josef Fendt ein würdiger Abschiedsabend gewidmet werden sollte. Der Kongress musste coronabedingt virtuell stattfinden, die Ehrung des langjährigen Präsidenten verschoben werden. Nun traf man sich zum 69. FIL-Kongress in Salzburg. Und der Abschiedsabend fand mit gut einjähriger »Verspätung« hoch oben in der Jenner-Bergstation statt.


Höhepunkt des Abends war sicherlich die Verleihung des Olympischen Ordens an den FIL-Ehrenpräsidenten durch den AIOWF-Präsidenten und IOC-Mitglied Ivo Ferriani (Präsident IBSF – International Bobsleigh & Skeleton Federation). Fast alle Präsidenten der in der AIOWF, dem Verband der Internationalen Olympischen Wintersportverbände, waren der Einladung gefolgt, dazu eine große Schar der Vertreter der nationalen Rennrodelverbände, um Sepp Fendt nach insgesamt 35 Jahren in der FIL-Führung zu verabschieden und Danke zu sagen.

Am Anfang des von Thomas Schwab moderierten langen Abends ergriff der Bürgermeister von Schönau am Königssee das Wort. Er habe, so Hannes Rasp, der im Namen der Heimatgemeinden sprach, die Karriere von Sepp Fendt aufmerksam verfolgt, von der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen, bis zu seinem Abschied als Präsident der FIL im vergangenen Jahr. Unter vielem anderen sei es ihm gelungen, die Geschäftsstelle des Internationalen Rodelsportverbandes nach Berchtesgaden zu holen. Ihm sei auch zu danken, dass der Weltcup und andere Großereignisse regelmäßig auf der Kunsteisbahn am Königssee stattfanden und somit den Blickpunkt auf die Region lenkten. In Anerkennung seiner Verdienste um den Rodelsport überreichte Hannes Rasp dem nunmehr Ehrenpräsidenten Josef Fendt die Ehrenmedaille der Gemeinde Schönau am Königssee.

Allein die Liste aller Ehrengäste des Abends würde den Rahmen eines Berichtes vom offiziellen Abschied des ehemaligen Präsidenten des Weltverbandes sprengen. Gruß- und Dankesworte von nahezu allen nationalen Rodelsportverbänden folgten in Reihe. Auch die Präsidenten anderer Wintersportorganisationen, denen nach ihren Worten Fendt in den vielen Jahren guter Zusammenarbeit auch verlässlicher Freund geworden sei, ergriffen das Wort.

Den eigentlichen Höhepunkt des Abends markierte Ivo Ferriani, AIOWF-Präsident und IOC-Mitglied sowie Präsident der IBSF – (International Bobsleigh & Skeleton Federation), der Fendt den Olympischen Orden offiziell im Namen des IOC überreichte. IOC-Präsident Dr. Thomas Bach hatte den FIL-Ehrenpräsidenten Josef Fendt schon in einer sehr persönlichen und bewegenden Videobotschaft beim Online-Kongress der FIL im November 2020 virtuell mit dem Olympischen Orden ausgezeichnet.

Es sei nie die richtige Zeit aufzuhören, sagte Ivo Ferriani an den Ehrenpräsidenten gerichtet. Seit mehr als 26 Jahren im Amt des Präsidenten und zuvor neun Jahren als Vizepräsident sei nun die Zeit des Abschieds gekommen. Und es sei auch für ihn als Nachfolger eine Ehre, an diesem Abend dabei zu sein. Launig fügte der aktuelle FIL-Präsident an, dass ihm vor allem die Ehefrau Renate Fendt leidtue, da ihr Mann jetzt den ganzen Tag zu Hause wäre. Und er empfahl Sepp Fendt, den Zeitgewinn dem Boccia-Spiel zu widmen.

Es sei für ihn nicht einfach, nach den vielen Ehrungen das Wort zu ergreifen, bekannte Sepp Fendt. Man habe ihm einen schönen Abschied bereitet, wofür er allen Beteiligten herzlich danke. Seit 1972 habe er an allen Olympischen Spielen teilgenommen, zunächst als Aktiver, dann als Funktionär. In diesem über ein halbes Jahrhundert reichenden Zeitraum habe er viele Menschen kennengelernt. Freundschaften hätten sich im Laufe der Jahre entwickelt.

Ihm sei, so Fendt, immer wichtig gewesen, zu allen Verbänden persönlichen Kontakt zu pflegen, und deshalb freue er sich besonders, dass so viele Wegbegleiter der Einladung ins Berchtesgadener Land gefolgt seien, teilweise auch eine sehr lange Anreise in Kauf genommen hätten. »Wir sind eine große Familie.«

Dieter Meister