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Abakomowas Warnwurf: Obergföll träumt von Speer-Gold

Moskau (dpa) - Titelverteidigerin Maria Abakumowa hat den Gold-Hoffnungen von Speerwerferin Christina Obergföll erst einmal einen kräftigen Dämpfer versetzt. Die Russin kam in der Qualifikation der Leichtathletik-WM in Moskau auf starke 69,09 Meter.

Ehrgeizig
Speerwerferin Christina Obergföll will in Moskau die Goldmedaille gewinnen. Foto: Michael Kappeler Foto: dpa

Obergföll hofft nach fünfmal Silber bei internationalen Meisterschaften, endlich ihren ersten Gold-Coup zu landen. Sie versuchte, den Warnwurf ihrer Rivalin locker zu nehmen. «Quali ist Quali! Für mich galt es, über die Linie zu werfen. Alles andere spielt keine Rolle», sagte die Olympia-Zweite aus Offenburg nach ihren 62,36 Metern.

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Im ersten Versuch sicher über die geforderte Weite von 61,50 kam auch Ex-Europameisterin Linda Stahl mit 64,51. «Wie immer, wenn sie locker ist, kann sie ganz weit werfen. Aber wenn man in der Quali 75 Meter wirft, heißt das noch lange nicht, dass man das im Finale hinbekommt», sagte die Leverkusenerin über Abakumowa. Sie selbst hofft am Sonntag auf eine Medaille wie bei den Olympischen Spielen in London, als sie Bronze gewann.

Abakumowa war morgens um halb zehn hellwach und erreichte beinahe die von ihr gehaltene Weltjahresbestweite von 69,35 Metern. «Alles war perfekt. Aber im Finale fängt alles noch mal von vorne an», meinte sie. Obergföll ist in dieser Saison international noch ungeschlagen und hat den Gesamtsieg in der Diamond League sicher. Nur bei den deutschen Meisterschaften unterlag sie Stahl - allerdings einen Tag nach ihrem Sieg in Paris. Vor zwei Jahren bei der WM in Daegu hatte Obergföll als Topfavoritin in der Ausscheidung mit 68,76 Metern geglänzt - und war am Ende als Vierte mit 65,24 bitter enttäuscht.

Zweite Plätze kennt die 31-Jährige zu Genüge - von der WM 2005 und 2007, der EM 2010 und 2012 und von Olympia 2012, als sie hinter der tschechischen Weltrekordlerin Barbora Spotakowa landete. Ihre vielleicht bitterste Stunde erlebte Obergföll 2009 in Berlin, als sie als Weltjahresbeste anreiste, jedoch ausgerechnet und überraschend ihre deutsche Rivalin Steffi Nerius Weltmeisterin wurde und sie selbst als Fünfte viele Tränen vergoss.

«Es fehlt einfach noch das Gold. Davon träume ich, keine Frage», hatte die Badenerin diesmal vor der WM gesagt. Ihre Qualifikationsweite wollte sie erst gar nicht groß interpretieren: «Das kann man so oder so sehen. Wenn ich 68 geworfen hätte, hätte ich vielleicht mehr Druck für Sonntag. Ich will einen guten Wettkampf machen und zeigen, was ich kann. Die 69 Meter von Abakomowa lassen wir mal so stehen.» Nur um sieben Zentimeter verpasste die Leverkusenerin Katharina Molitor den Endkampf.

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