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Überlebenskampf in der Sportbranche – Corona trifft auch Fitnessstudios hart

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Berchtesgaden: Corona trifft auch Fitnessstudios hart – Überlebenskampf in der Sportbranche
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Die Halle ist leer. Eine ungewöhnliche Situation für Claudia Fietzke, Inhaberin von »Claudias-Fitness-Tempel«. (Fotos: privat)

Berchtesgaden – Viele Bereiche des öffentlichen Lebens sind wegen der Corona-Krise lahmgelegt. Damit können Verbraucher viele Dinge nicht in Anspruch nehmen, für die sie Geld gezahlt haben – wie zum Beispiel für das Fitnessstudio. Derzeit kämpfen die Einrichtungen um ihr wirtschaftliches Überleben. Die Betreiber der Fitnessstudios in Berchtesgaden haben unterschiedliche Maßnahmen getroffen, um auch in diesen Zeiten ihre Kundschaft zu behalten.


Laut Christian Fischer, Inhaber des Fitnessstudios »ShapeUp« Berchtesgaden, sind die Fixkosten für die Trainingsapparate hoch, deshalb finanzielle Verluste unvermeidlich. Im Zuge der Corona-Krise legt der Inhaber viel Wert auf die Solidarität seiner Mitglieder.

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Die Kunden haben zwei Optionen: »Entweder wir buchen den Beitrag weiterhin ab und der Zeitraum während der Schließung wird kostenfrei an die Mitgliedschaft angehängt. Oder der Kunde wünscht sich eine Beitragspause, in der wir nichts abbuchen«, sagt Fischer.

Für die aktuelle Situation hätten die Kunden Verständnis. Sie könnten es aber kaum erwarten, bis das Fitnessstudio wieder geöffnet wird. Fischer will aber auch, dass die Mitglieder weiterhin Sport treiben und dadurch ihr Immunsystem stärken. Aus diesem Grund bietet der Inhaber Online-Kurse an. Jedes Mitglied erhält einen Code für die kostenlose Freischaltung. Des Weiteren tüftelt das »ShapeUp«-Team an selbst gedrehten Videos. Fitnesstrainer stellen sich vor die Kamera, geben Anweisungen, machen Übungen vor. Die Sportler machen sie nach. »Unsere Mitglieder sollen wissen, dass wir auch in dieser Situation persönlich für sie da sind. Das ist uns wichtig«, betont Fischer.

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Legt viel Wert auf die Solidarität seiner Mitglieder: »ShapeUp«-Inhaber Christian Fischer.

Anders sieht es in »Claudias-Fitness-Tempel« aus. Dort gibt es keine festen Mitgliedschaften. Inhaberin Claudia Fietzke bietet Quartalspässe für ihre Kurse an. Die Besucher bezahlen keine Monatsgebühren, sondern trainieren in einem Block. Da »Claudias-Fitness-Tempel« derzeit geschlossen ist, bietet die Inhaberin Online-Kurse an.

Dadurch können sich die Sportler weiterhin körperlich betätigen. Über einen Internet-Stream befolgt man Fietzkes Anweisungen. »Damit kann ich, zumindest für einen Teil, die restlichen Einheiten meines Trainingsblocks garantieren. Leider kann ich nicht alles abdecken«, bedauert die Inhaberin. Einige Kurse wie Rückenfitness kann sie nicht anbieten. Daran nehmen überwiegend ältere Menschen teil. Die meisten haben keinen Computer. Deshalb können sie auf das Online-Angebot nicht zurückgreifen. Zudem müssen Fietzkes Kunden auf Aquagymnastik verzichten.

Obwohl die Inhaberin derzeit finanzielle Einbußen hat, dürfen ihre Kursteilnehmer aus triftigen Gründen ihre Stunden gutschreiben lassen – wenn man beispielsweise beim Online-Kurs nicht mitmachen kann. Die meisten freuen sich über das Online-Angebot. »Die Sportler haben zu Hause eine Abwechslung. Manche machen sogar mehrere Kurse.«

Das »Clever Fit« Berchtesgaden will niemanden benachteiligen. Das Team teilte auf seiner offiziellen Facebook-Seite mit, dass die Mitgliedsbeiträge im April eingezogen werden. Die Kosten für Trainingsgeräte und Personal seien hoch. Viele Kunden hätten aber Verständnis dafür. »Wir haben viel Zuspruch erhalten. Sie haben uns aufgebaut.«

Allerdings hätten sie auch einige kritische Nachrichten erhalten. Manche Kunden befänden sich in finanzieller Not. »Wir waren schockiert, dass etliche ihre Jobs verloren haben.« Das Team von »Clever Fit« versichert seinen Kunden aber: »Keiner soll benachteiligt werden.« Deshalb seien drei Maßnahmen geplant: Erstens bekomme man nach Wiederöffnung einen Trainingsgutschein, den man verschenken darf. Zweitens sollen die Trainingseinheiten, die wegen der Corona-Pandemie nicht möglich waren, gutgeschrieben werden. Und drittens werde Kunden in Not der Mitgliedsbeitrag nicht abgebucht. Damit sich jeder weiterhin fit hält, veröffentlichen die »Clever Fit«-Mitarbeiter Workouts auf der Plattform »Youtube«. Patrick Vietze