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Über 90 Prozent Natur: Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land bleiben grün

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Foto: Symbolbild, pixabay

Traunstein/Berchtesgadener Land – Unsere Landkreise sind grün: Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für München und Oberbayern nach Auswertung der Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik.


91,5 Prozent der Fläche im Landkreis Traunstein waren Natur oder wurden landwirtschaftlich genutzt. Im Berchtesgadener Land sind es sogar 93 Prozent. Die Werte spiegeln die Aufteilung zum Ende des Jahres 2016 wider.

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Dabei steht im Kreis Traunstein rund ein Fünftel der Fläche außerdem unter Natur- oder Landschaftsschutz. Im Landkreis BGL gehören insgesamt über 40 Prozent zu Natur- oder Landschaftsschutzgebieten; der Nationalpark nimmt rund ein Viertel der Gesamt-Landkreisfläche ein.

Lediglich 0,6 Prozent wurden in beiden Kreisen von Gewerbe, Industrie, Handel oder Dienstleistungen beansprucht. "Die Wirtschaft geht sorgsam und effizient mit der Ressource Boden um", so Nikolaus Binder und Irene Wagner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Traunstein bzw. Berchtesgadener Land.

Obergrenze stößt auf Ablehnung

Eine Obergrenze für Kommunen in der Flächenausweisung lehnt die IHK ab. "Mit einer künstlichen Verknappung der Flächen wird Wohnraum zwangsläufig noch teurer. Die Einschränkung der kommunalen Planungshoheit setzt zudem die unterschiedlichen Nutzungsarten wie Wohnen, Freizeit und Gewerbe unnötig in Konkurrenz zueinander. Wichtige Projekte bleiben dann zu Lasten der Bürger auf der Strecke", befürchten die Vorsitzenden. Stattdessen plädiert die Wirtschaft für mehr Effizienz in der Flächennutzung in Form von Verdichtungen und der Revitalisierung von Brachflächen.

Gemeindeübergreifendes Flächenmanagement

Die Kommunen fordert Binder zu einer besseren Zusammenarbeit auf: "Kirchturmpolitik bringt uns nicht weiter – ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement hingegen schon", so der Traunsteiner Unternehmer. "Wenn der Bedarf da ist und die Bedingungen stimmen, müssen unsere Städte und Gemeinden auch in Zukunft flexibel auf die Wünsche und Anforderungen der lokalen Unternehmen eingehen können."

Sehr wichtig sei auch die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen: "Ein strategisches und gemeindeübergreifendes Flächenmanagement spart Flächen und Kosten", zeigt sich die IHK-Vorsitzende Wagner aus Marktschellenberg überzeugt und begrüßt dabei auch die jüngsten Initiativen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Gewerbliche Entwicklungsmöglichkeiten würden sich, topografisch bedingt durch das alpine Gebiet, vor allem auf das nördliche Berchtesgadener Land beschränken. Die Möglichkeit interkommunaler Gewerbegebiete sollte in beiden Landkreisen geprüft werden.

Versiegelung und Betonflut?

Eine wichtige Botschaft haben die Vorsitzenden auch für die Landespolitik: „Wir verlangen von allen politischen Akteuren und Parteien eine ehrliche Diskussion. Wer nur die vermeintlich flächenverschwenderische Wirtschaft an den Pranger stellt und jegliche Entwicklung mit Versiegelung und Betonflut gleichsetzt, führt die Bürger bewusst in die Irre.“

Wie aus den Zahlen des Landesamtes für Statistik hervorgeht, haben sich die Anteile von Gewerbe und Industrie an der Gebietsfläche in den Landkreisen TS und BGL zwischen 2011 und 2015 nicht verändert. Gleichzeitig hat das BIP im Kreis Traunstein seit 2010 um 24,5 Prozent zugelegt, in BGL um 21,9 Prozent.

Flächennutzung im Landkreis Traunstein (Ende 2016)

Nutzungsart Anteil an der Gebietsfläche in TS
Wald, Wiesen, Felder, Landwirtschaft, Gebirge und Gewässer 91,5 Prozent
Siedlungs- und Verkehrsfläche 8,5 Prozent

Die Siedlungs- und Verkehrsflächen teilen sich wie folgt auf:
 
Verkehrsflächen 2,9 Prozent
Wohnen 2,3 Prozent
Gemischte Nutzung (bsp. landwirtschaftliche Betriebsfläche) 1,8 Prozent
Sport, Freizeit und Erholung (bsp. Sportplätze, Grünanlagen, Parks) 0,6 Prozent
Industrie und Gewerbe 0,5 Prozent
Besondere funktionale Prägung (bsp. Schulen, Verwaltung, Burgen) 0,2 Prozent
Ver- und Entsorgung, Halde (bsp. Wasserwerk, , Photovoltaikanlagen, Kläranlage) 0,1 Prozent
Handel und Dienstleistungen 0,1 Prozent

 

Flächennutzung im Berchtesgadener Land (Ende 2016)

Nutzungsart Anteil an der Gebietsfläche in BGL
Wald, Wiesen, Felder, Landwirtschaft, Gebirge und Gewässer 93 Prozent
Siedlungs- und Verkehrsfläche 7 Prozent

Die Siedlungs- und Verkehrsflächen teilen sich wie folgt auf:
 
Verkehrsflächen 2,6 Prozent
Wohnen 1,9 Prozent
Gemischte Nutzung (bsp. landwirtschaftliche Betriebsfläche) 1,1 Prozent
Sport, Freizeit und Erholung (bsp. Sportplätze, Grünanlagen, Parks) 0,4 Prozent
Industrie und Gewerbe 0,3 Prozent
Handel und Dienstleistungen 0,3 Prozent
Besondere funktionale Prägung (bsp. Schulen, Verwaltung, Burgen) 0,3 Prozent
Ver- und Entsorgung, Halde (bsp. Wasserwerk, , Photovoltaikanlagen, Kläranlage) 0,1 Prozent

 

Zahlen-Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik / Pressemitteilung der IHK für München und Oberbayern