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Über 4 600 Euro für die Karakorum-Hilfe

Bad Reichenhall – Ein voller Erfolg war der Benefizvortrag »Im Licht der Berge« von Extremkletterer Alexander Huber im Rahmen des Festprogramms »100 Jahre Karlsgymnasium«: 4 630 Euro kamen für die Himalaja-Karakorum-Hilfe zusammen – durch die Eintritte, den Verkauf signierter Poster und Spenden. Mit nahezu 450 Besuchern war die Mehrzweckhalle gut gefüllt.

Alexander Huber, Barbara Hirschbichler und ihr Mann Ghulam Rasool freuen sich über die finanzielle Unterstützung der Einheimischen, die den Menschen im Karakorum zugute kommt.

Mit stimmungsvollen Bildern voller schroffer Zacken, majestätischer Felswände und eindrucksvoller Licht- und Wolkenspiele am Himmel leitete Alexander Huber zum Thema des Abends über: »Im Licht der Berge«. Bergsteigen sei eine Leidenschaft, die einen meist durch das ganze Leben trage. »Wenn man in den Bergen unterwegs ist, kann man die Welt Kopf stehen lassen.« Diese Botschaften ließ Huber immer wieder bei den stets in bayerischem Dialekt kommentierten Kletterprojekten durchleuchten.

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Das Publikum bekam auch Bilder von den Huber-Buam als Kinder an einem Gipfelkreuz und als Jugendliche auf einer Skitour zu sehen. Mit der 1994 eröffneten Route »Weiße Rose« am Schleierwasserfall mit einer Schlüsselstelle im oberen elften Grad kam der damals 25-jährige Alexander Huber an der Weltspitze der Sportkletterer an. Er nahm sich in seinem Physikstudium nach dem Vordiplom eine Auszeit und machte im Jahr darauf mit der freien Durchsteigung der Salathé-Wand, seiner ersten Big Wall am El Capitan im Yosemite Valley, die internationale Sportkletterszene auf sich aufmerksam.

Die Zeitreise führte weiter ins Jahr 1998, als er mit Bärbel Hirschbichler am 8 201 Meter hohen Cho Oyu zwischen Nepal und Tibet in extremen Höhen kletterte: »Das sind so was von gigantische Höhen von unserer mitteleuropäischen Warte aus – da ist der Montblanc nur eine Bodensenke.« Intensive Erfahrungen hat er auch durch das Eintauchen in das Land und die Landschaft mit ihren Menschen, Kulturen und Religionen mitgebracht.

Länger verweilte der Spitzenkletterer in seinem Vortrag im wilden Patagonien, »ein Traumland für jeden Alpinisten«, und führte mit eindrucksvollen Schwarzweiß-Aufnahmen zurück in die Zeit vor Errichtung des Nationalparks, als die Kletterer noch völlig abgeschieden waren.

Der zweite Teil des Vortrags war allein dem Abenteuer am Mount Asgard auf Baffin Island in Kanada gewidmet, wo die Huber-Brüder mit Mario Walder im Sommer 2012 die »Bayerische Direttissima« frei durchstiegen. Atemberaubende Naturaufnahmen verbanden sich mit spektakulären Kletterbildern der heimischen Kameramänner Max Reichel und Franz Hinterbrandner und bajuwarischem Humor, wenn Huber zum Beispiel die Form des Bergs mit einem Bierkrug mit Schaumkrone verglich. Man konnte die Kälte in den Bildern förmlich spüren. Hier erfüllte sich ein früher Traum des Physikers Alexander Huber, als Wissenschaftler in die Arktis zu gehen, auf etwas andere Weise. Veronika Mergenthal