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Üben zwischen Himmel und Erde

Schönau a. Königssee (brk) - Im Zuge ihrer Ausbildung haben die angehenden Rettungsassistenten des Roten Kreuzes aus ganz Südostbayern die Bergwacht Berchtesgaden besucht. Bei einem Praxistag lernten die jungen Sanitäter hautnah die Abläufe im Bergrettungsdienst kennen.

Alles Gute kommt von oben. In diesem Fall auch die Bergwacht Berchtesgaden. Foto: BRK

»Die jungen Kollegen sollen für ihren späteren Berufsalltag über alle Abläufe im Bergrettungsdienst Bescheid wissen, damit im Ernstfall die Zusammenarbeit reibungslos klappt«, erklärte Praxisanleiter Bernhard Fuchs von der Rettungswache Bad Reichenhall, der den Tag zusammen mit seinen Kollegen organisiert hatte. Zum Frühstück trafen sich die Auszubildenden mit ihren Ausbildern an der Bergrettungswache Berchtesgaden.

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Als Erstes teilte man die Gäste in zwei Gruppen auf, denen die freiwilligen Bergretter ihre Fahrzeuge, den Ausbildungsturm und die Räume vorstellten und einen interessanten Film zur Geschichte und den Aufgaben der Bergwacht in Bayern zeigten. Nachdem sich die Sonne langsam einen Weg durch die anfangs dicke Nebeldecke des Berchtesgadener Talkessels gebannt hatte, versammelten sich die jungen Sanitäter im Hof des Bergwachthauses, um die Rettung von verunglückten Gleitschirmpiloten kennenzulernen.

Andreas Baumann, Einsatzleiter und Ausbilder der Bergwacht Berchtesgaden, erklärte die notwendige Ausrüstung, um überhaupt erst ohne Hilfsmittel wie Hubschrauber oder Drehleiter auf einen Baum zu kommen. Bereits im Vorfeld wurde ein Übungsschirm in der Baumkrone platziert. »Normalerweise retten wir erst den Verletzten und dann den Schirm; wir wollten aber den freiwilligen Mimen unter euch die Kälte der letzten Nacht da oben ersparen«, scherzte Baumann.

Während er die genauen Schritte einer reibungslosen und vor allem zügigen Rettung vorstellte, kraxelte sein Kollege Michael Graßl bereits am rutschigen und moosigen Stamm nach oben; immer gesichert von einem zweiten Bergretter.

Im Anschluss demonstrierte die Bergwacht im Übungsklettersteig am Hanauerstein, wie ein erschöpfter, aber nicht verletzter Bergsteiger gerettet und abgeseilt wird. Natürlich ließen sich einige der Auszubildenden das Angebot nicht entgehen, selbst einmal durch den Übungsklettersteig zu gehen.

Am Nachmittag musste die Gruppe hinauf zum Jenner fahren, wo die Bergwacht zeigte, wie im Ernstfall eine Sesselbahn evakuiert wird. Wieder durften die angehenden Rettungsassistenten in die Rolle der Betroffenen schlüpfen: In vier Sesselliftgehängen warteten je zwei Auszubildende, bis sie durch die Rettungstrupps der Bergwacht gesichert und abgeseilt wurden. Anschließend konnten die Auszubildenden noch selbst den Abtransport eines Patienten mit einer Gebirgstrage im Gelände testen und durchführen.

Zum Abschluss des Tages durften alle mit der Jennerbahn bis ganz nach oben auf den Gipfel fahren und die Aussicht auf den Berchtesgadener Talkessel genießen. Andreas Baumann erläuterte den Nachwuchsrettern die einzelnen Berggipfel und zeigte die Grenzen des Einsatzgebietes der Berchtesgadener Bergwacht auf.