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Ägypten in Aufruhr: Randale und Aufmarsch von Extremisten

Kairo
Allen Appellen um Mäßigung zum Trotz warfen Demonstranten in der Umgebung der US-Botschaft in Kairo mit Steinen auf Polizisten. Foto: Khaled Elfiqi Foto: dpa

Kairo (dpa) - Zehntausende wütende Muslime haben am Freitag in Ägypten gegen den Film protestiert, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird. Vor der US-Botschaft in Kairo versammelten sich Randalierer, die Steine auf die Polizei warfen.


Laut Augenzeugen warfen die Polizeibeamten die Steine zurück und vertrieben die Protestierenden mit Tränengas.

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Ministerpräsident Hischam Kandil sagte, am Freitag seien 100 «Angreifer» festgenommen worden. Diese würden derzeit verhört. Man wolle herauszufinden, «wer hinter ihnen steht», zitierte das ägyptische Nachrichtenportal «Youm7» den Regierungschef.

In der Stadt Al-Arisch im Norden der Sinai-Halbinsel formierten sich nach dem Freitagsgebet drei verschiedene Demonstrationszüge. In einem von ihnen marschierten schwarz gekleidete Männer mit. Sie riefen: «Obama, du Feigling, die Armee von Osama bin Laden ist überall.» Das berichtete ein dpa-Reporter vor Ort.

Ohne Zwischenfälle verliefen die von den Muslimbrüdern organisierten Proteste vor den Moscheen des Landes. Dabei waren Slogans wie «Wir opfern uns alle für dich, oh Prophet». Einige Demonstranten forderten die Ausweisung der US-Botschafterin, weil der im Internet veröffentlichte Film in den USA produziert worden war.

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hatte zuvor erklärt, es sei zwar legitim, gegen den Mohammed-Schmähfilm zu protestieren. Dabei dürfe man jedoch keine Gewalt anwenden.

Youm7 zu Kandil, arabisch