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4,2 Millionen Euro fließen auf das Bacheifeld

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Berchtesgaden saniert Grundschule am Bacheifeld für 4,2 Millionen Euro
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Ein Großteil der neuen Gymnastikhalle in Holzbauweise steht bereits. Am Dienstag hob ein Kran die mächtigen Leimbinder auf die Konstruktion. (Fotos: Ulli Kastner)

Berchtesgaden – Für rund 4,2 Millionen Euro saniert die Marktgemeinde Berchtesgaden aktuell die Grundschule Berchtesgaden am Bacheifeld. Zu dem umfangreichen und mit rund zwei Drittel der Baukosten geförderten Projekt gehören die Erweiterung der Gymnastikhalle, die Anpassung der Räumlichkeiten an die Offene Ganztagsschule, eine Grundsanierung des noch nicht renovierten Mitteltraktes und verschiedene organisatorische Umstrukturierungen. Bis Pfingsten 2021 will man fertig sein.


Ursprünglich war das Projekt wesentlich kleiner, denn man wollte nur die veraltete Gymnastikhalle im Mitteltrakt neu bauen und erweitern. Der Schulsport sollte wieder einen größeren Stellenwert bekommen. Zu den auf rund 900.000 Euro geschätzten Kosten hätte es etwa 650.000 Euro Zuschuss aus dem Kommunalen Investitionsprogramm gegeben.

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»Es war dann die Idee von Grundschulrektorin Martha Kienzerle, die Schule gleichzeitig für das Angebot einer Offenen Ganztagsschule vorzubereiten«, sagt Marktbaumeister Peter Hasenknopf. »Und dann ist etwas ins Rollen gekommen.«

Denn die Regierung forderte mit der Genehmigung auch ein neues Brandschutzkonzept, sodass man schließlich eine Sanierung des gesamten Mitteltraktes ins Visier nahm. Nach deren Abschluss wird die gesamte Grundschule den modernen Anforderungen entsprechen. Im April, mitten in der Corona-Krise, begannen die Bauarbeiten. »Vor allem für die Firmen ist es wichtig, dass die öffentliche Hand gerade in der Krise weiterhin investiert. Und genau das machen wir«, sagt Peter Hasenknopf.

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Hier soll noch ein Deckendurchbruch für den Einbau eines behindertengerechten Aufzugs erfolgen.

Auf der Bräuhausstraßenseite ist der Bau der neuen Gymnastikhalle bereits weit fortgeschritten. Die Säulen und Seitenwände in Massivholzbauweise stehen bereits, am Dienstag hob ein Kran die mächtigen Leimbinder auf das Bauwerk, sodass auch die Dachkonstruktion allmählich Gestalt annimmt. Darunter, im Erdgeschoß, entsteht ein barrierefreier Eingang.

Gleich daneben ist ein schöner, großer Raum entstanden, in dem einmal die Nachmittagsbetreuung für die Offene Ganztagsschule stattfinden soll. Wichtig ist vor allem auch die Sanierung der Toilettenanlagen. »Die stammen teilweise noch aus dem Jahr 1956 und sind noch mit Seilabzug ausgestattet«, lacht Peter Hasenknopf.

Bauleiter Matthias Schulmayr zeigt auf eine Stelle zwischen dem großen Veranstaltungssaal und dem Osteingang. »Hier bauen wir einen behindertengerechten Aufzug«, sagt der Bauingenieur. Der Aufzug wird alle Geschoße und Halbgeschoße miteinander verbinden und – auch die meisten der benachbarten Mittelschule. Was aus deren Räumlichkeiten nach dem Umzug nach Bischofswiesen einmal wird, ist noch nicht bekannt. Mit dem Aufzug jedenfalls ist man dafür bereits vorbereitet.

Alle Fotos von der Baustelle:

Im Zuge der Sanierungsarbeiten beziehungsweise nach deren Abschluss wird es auch eine ganze Reihe von internen Umstrukturierungen geben. »Links des Haupteingangs wird sich dann der Vormittagsbetrieb abspielen und der Gebäudeteil rechts des Haupteingangs wird dem Nachmittagsbetrieb gewidmet«, sagt Peter Hasenknopf. Hier werden dann beispielsweise die Nachmittagsbetreuung, die Volkshochschule oder die Musikschule angesiedelt.

In dem Gebäudeteil, der bereits in den Jahren 2007 bis 2009 saniert worden war, läuft der Schulbetrieb aktuell problemlos weiter. Die rund 210 Schüler werden noch zweizügig unterrichtet.

Allerdings geht man in den nächsten Jahren von stark steigenden Schülerzahlen aus. Dreizügigkeit bei den Klassen wird vermutlich die Regel werden. Darauf wird man dann bestens vorbereitet sein. In Anbetracht der erheblichen Verbesserungen an der Grundschule ist es kein Wunder, dass Schulrektorin Martha Kienzerle den nicht vermeidbaren Baulärm gerne hinnimmt. Ulli Kastner