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300 Zuschauer im Wechselbad der Gefühle

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Matthias Schulmayr vom FC Bischofswiesen (r.) im Zweikampf mit dem Berchtesgadener Christian Lindner. (Foto: Waßmuth)

Das Freitagabendspiel in Berchtesgaden zwischen den Tabellennachbarn und noch abstiegsgefährdeten Fußballteams des TSV Berchtesgaden und des FC Bischofswiesen endete nach einem sehr guten Kreisklassenmatch mit viel Tempo und vielen Chancen auf beiden Seiten leistungsgerecht 2:2.


Hatten die Berchtesgadener im ersten Durchgang Riesenchancen zu vier Toren, so gerieten sie später mit 0:2 in Rückstand und schienen bereits unglücklich geschlagen. Doch mit einer unglaublichen Willensleistung holte der TSV in der Schlussphase der interessanten Begegnung noch ein 2:2, nachdem sich die Gäste wohl zu sicher gefühlt haben. Am Ende waren sich Spieler wie Zuschauer einig, ein Topspiel gesehen zu haben, das an die besten Fußballzeiten beider Vereine erinnerte. Als besten Spieler der Begegnung durfte man den Berchtesgadener Abwehrchef Florian Popp nennen, der mehrmals beste Bischofswieser Chancen neutralisiert hat. 300 Zuschauer waren zur Breitwiese gekommen, um ihre Spieler anzufeuern. Schließlich war es auch das wohl für lange Zeit letzte Aufeinandertreffen der beiden langjährigen Kontrahenten. Der Kreisliga-Schiedsrichter Mario Haßlberger vom SC Frasdorf leitete die Begegnung ohne Fehl und Tadel und erfuhr nach dem Match Lob von allen Seiten.

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Vom Anstoß an suchten beide Teams ihr Heil in der Offensive. Zunächst tauchten die Gäste vom Riedherrn mit zwei Vorstößen gefährlich vor dem TSV-Tor auf. Die Berchtesgadener Abwehr stand um Abwehrchef Florian Popp jedoch sicher und blockte die ersten FCB-Möglichkeiten durch Christoph Fischer und Sebastian Vorberg geschickt ab.

Doppelchance in der siebten Minute

Wenig später kamen auch die Platzherren zu einer ersten Möglichkeit, als Stefan Sontheimer in die Mitte passte, Christian Winkler jedoch die gute Chance nicht nützte. In der siebten Minute erspielte Berchtesgaden eine Doppelchance. Zunächst wurde ein Freistoß von Marek Brazina aus 30 Metern von der Bischofswieser Abwehr über die Latte verlängert. Nach dem anschließenden Eckstoß köpfte Tsvyatko Petkov die Kugel neben das Tor.

Die Begegnung wogte mit hoher Geschwindigkeit auf beide Seiten, die Mannschaften schenkten sich nichts. Doch die Stürmer auf beiden Seiten standen oft im Schatten der starken Abwehrreihen. In der 22. Minute lag der Berchtesgadener Führungstreffer dennoch in der Luft, nachdem sich Christian Lindner über die anfällige rechte Seite der Gäste durchsetzte und ideal auf Petkov spielte. Doch der Bulgare vergab die Riesenchance aus kurzer Torentfernung. Fünf Minuten später hatte Reichlmeier den Führungstreffer auf dem Fuß, doch auch er vergab die Riesenchance.

Berchtesgaden wird bestraft

Wer seine Möglichkeiten nicht nützt, wird oft bestraft. Denn bereits der nächste schnell vorgetragene Bischofswieser Angriff saß. Die TSV-Abwehr konnte eine brenzlige Situation nicht klären und der groß aufspielende Rechtsaußen Christoph Fischer nützte dies zum Führungstreffer.

Christian Lindner zwang dann den Bischofswieser Keeper Stefan Schnitzlbaumer zu einer weiteren Glanzparade. In der 40. Minute erspielten sich die Platzherren ihre vierte Großchance. Lindner passte ideal auf Sontheimer, der alles richtig machte, doch sein Scharfschuss titschte an die Querlatte und von dort ins Tor-Aus. Im Gegenzug kamen die Gäste durch Fischer zu einer Möglichkeit. Zur Halbzeit führte der FCB mit 1:0, obgleich Berchtesgaden gut und gerne vier Tore hätte erzielen können.

Beide Teams hielten auch mit Beginn des zweiten Abschnitts das Tempo hoch. Nach einer Stunde war FCB-Torhüter Schnitzlbaumer bei einem der gefährlichen Freistöße von Brazina neuerlich auf dem Posten. Im Gegenzug klärte der souveräne Popp gegen eine Topchance des FCB. Fünf Minuten später schien jedoch die Vorentscheidung gefallen zu sein, als wiederum Fischer auf 2:0 für die Gäste stellte. Doch auch der zweite Treffer gegen den TSV ließ die Hartmann-Elf nicht resignieren. Vielmehr versuchte Berchtesgaden weiterhin alles, um ins Spiel zurück zu kommen. Als Edeljoker Tobias Dollinger in der 83. Minute mit einem Kopfballnicker der Anschlusstreffer gelang, war die Begegnung wieder offen. Nur Momente später rettete Schnitzlbaumer mit einer Glanztat und hielt so noch die Führung des FCB. Die nächste Ausgleichsmöglichkeit der Platzelf vergab Petkov. In der Nachspielzeit glückte dann Berchtesgaden doch noch der gerechte Ausgleich durch Stefan Sontheimer.

Sowohl Berchtesgadens Trainer Richard Hartmann, als auch der Bischofswieser Coach Sebastian Parma zeigten sich mit dem Unentschieden zufrieden und fanden es gerecht.

TSV Berchtesgaden: Stefan Schach; Marek Brazina, Christoph Heindl, Florian Popp, Tobias Botzenhard, Christian Lindner, Andreas Hartmann, Tsvyatko Petkov, Christian Winkler (46. Tobias Dollinger), Robert Reichlmeier (46. Ahmed Alo), Stefan Sontheimer.

FC Bischofswiesen: Stefan Schnitzlbaumer; Fabian Jung, Markus Koller (71. Felix Tschischke), Matthias Schulmayr, Maximilian Gaßlhuber, Markus Huthöfer, Sebastian Vorberg (79. Reinhard Frick), Christoph Gruber (56. Fabian Motz), Mario Rechtenbach, Sebastian Koller, Christoph Fischer.

Weitere Fotos gibt es online in der Mediengalerie unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. Christian Wechslinger