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»30 Jahre Römermuseum in Seebruck« gefeiert

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Seebruck Museum
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Die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Bedaium, Dr. Christine Kreitmair, ging bei der Feierstunde anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Römermuseums Bedaium auf die Vereinshistorie ein. (Foto: Müller)

Seeon-Seebruck – Seit 30 Jahren gibt es bereits das Römermuseum Bedaium in Seebruck und dieses Jubiläum wurde nun mit einer Feierstunde des Heimat- und Geschichtsvereins Bedaium mit vielen Mitgliedern und Ehrengästen im Hafenwirt in Seebruck begangen.


»30 Jahre sind eine lange Zeit und doch so kurz«, meinte die Vorsitzende des Bedaiumvereins Dr. Christine Kreitmair. Bürgermeister Bernd Ruth lobte die erfolgreiche Arbeit des Heimat- und Geschichtsvereins in den vergangenen 40 Jahren und das von ihm betriebene Römermuseum, das – im Gegensatz zu vielen anderen Museen – auch nach drei Jahrzehnten immer noch hervorragend dastehe und Besucher aus nah und fern anziehe. Die lokale und regionale Geschichte sei »wahnsinnig spannend und interessant« und müsse den Menschen entsprechend nähergebracht werden.

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Es gelte die Geschichte auch in Zukunft für die Nachwelt zu bewahren, zu fördern und zu erforschen, betonte die stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber. In besonderer Weise bedankte sie sich bei allen Mitwirkenden und Unterstützern des Heimat- und Geschichtsvereins Bedaium: »Sie leisten eine großartige und wichtige Arbeit.«

Mit vielen Bildern ließen Vorsitzende Kreitmair und ihr Stellvertreter Josef Schwab die Museumsgeschichte Revue passieren und erinnerten an jene Bürger, die sich bei der Erforschung der Seebrucker Ortsgeschichte große Verdienste erworben hatten – beginnend beim geschichtsinteressierten Pfarrer und Schulexpositus Jakob Weyerer, dessen Nachfolger, den archäologie- und funkbegeisterten Pfarrherrn Johann Baptist Kagermeier, Hauptlehrer Josef Kraus, der im einstigen Schulhaus eine erste Sammlung von keltisch-römischen Funden anlegte, dem rührigen Ortsheimatpfleger und Museumsleiter Carl Ostermayer (»Scherben-Kare von Seebruck«), ohne den das heutige Römermuseum um viele bedeutende Funde ärmer wäre, sowie dessen Nachfolger Dr. Alfons Regnauer, »Vater« des Archäologischen Rundwegs.

Unter der Federführung von Ostermayer und Regnauer wurde am 25. Januar 1979 der Heimat- und Geschichtsverein Bedaium ins Leben gerufen. Ein ganz wichtiges Vereinsziel war die Errichtung und Betreibung eines neuen Römermuseums, das am 15. Oktober 1988 eingeweiht wurde. In hellen Ausstellungsräumen wird dort mit weit über 500 Exponaten in 18 Vitrinen ein historischer Bogen aufgeschlagen, der von lokalen Funden aus der Stein- und Bronzezeit über die Kelten- und Römerzeit bis hin zu den Spuren einer Bajuwaren-Ansiedlung reicht.

Erhaltung und Betrieb des Museums werden durch engagierte Angestellte und die ehrenamtlichen Helfer des Heimat- und Geschichtsvereins organisiert, der aktuell über 324 Mitglieder verfügt. In den vergangenen 30 Jahren haben rund 242 000 Besucher das Römermuseum besichtigt.

In seinem Festvortrag »Bedaium und der Schutz des Himmels – Von Opfern und Gelübden im römischen Seebruck« weihte Dr. Dr. Günther E. Thüry seine Zuhörer in die geheimnisvolle Götterwelt der vor knapp 2000 Jahren im antiken Seebruck (Bedaium) lebenden Römer ein. Die große Masse der Menschen sei damals gläubig gewesen und die »wahrhaft gewaltige Zahl an Göttern«, darunter viele, teilweise von den Kelten übernommene regionale und lokale Gottheiten, hätten einen großen Einfluss auf ihr Leben gehabt. Sogar Bäume und Gewässer seien von göttlichen Wesen beseelt gewesen. Ob allerdings der damals in der Region verehrte Gott Bedaius tatsächlich ein Wassergott gewesen sei, habe bisher nicht bestätigt werden können, so Thüry.

Unbestritten sei aber, dass es in Bedaium ein Heiligtum gegeben habe, nach neuesten Erkenntnissen auf dem heutigen Kirchenhügel. Dort stand zunächst ein kelto-romanischer Tempel und in der Spätantike ein Kastell. Thüry sprach sogar von »einer Art regionalem Mekka«, an dem neben Bedaius auch die Göttinnen Alonen verehrt wurden. Auch Bürgermeister aus dem benachbarten Iuvavum (Salzburg) hätten für sie Altäre gestiftet.

Kreitmair würdigte die Verdienste der langjährigen Museumsmitarbeiterin Karin Schwarz, die »immer da ist, wenn wir sie brauchen«. Ein besonderer Dank galt auch den Museumspädagogen Matthias und Martina Ziereis sowie Rudi Klingler. Ein Hingucker war das Modell vom römischen Vicus Bedaium, das der damalige Gymnasiast Dominik Ausbacher 2001 im Kunst-Leistungskurs angefertigt hatte und später dem Römermuseum schenkte. Es wurde nun wiederentdeckt und soll im Museum einen angemessenen Platz finden. Mit Ziach und Harfe musikalisch gestaltet wurde die Feier von den Brüdern Andreas und Hans Niedermaier. mmü