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3:0 in Fürth: Hoffenheim sendet Lebenszeichen

Fürth (dpa) - Marco Kurz war erleichtert und sogar ein wenig stolz auf seine zuletzt so oft versagenden jungen Fußballer. Mit einem 3:0 (2:0) beim wohl ersten Absteiger Greuther Fürth ist 1899 Hoffenheim ein kräftiges Lebenszeichen im Kampf um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga gelungen.

SpVgg Greuther Fürth - TSG 1899 Hoffenheim
Die Hoffenheimer Tobias Weis hat mit seinem 3:0 alle Zweifel am Sieg in Fürth beseitigt. Foto: Daniel Karmann Foto: dpa

«Über 90 Minuten war das ein guter, wichtiger Auftritt», lobte Trainer Kurz seine Mannschaft nach der vorerst gestoppten Talfahrt. Hoffenheim rückte bis auf zwei Punkte an den Relegationsplatz 16 heran, den weiterhin der FC Augsburg einnimmt. «Wir werden bis zuletzt kämpfen», versprach Kurz. Roberto Firmino (10. Minute), Joselu (16.) und der bärenstarke Mittelfeldspieler Tobias Weis (51.) schockten und demoralisierten mit ihren Toren die Fürther, die in dem Big-Point-Spiel vor 15 760 Zuschauern in allen Belangen wie ein Absteiger agierten.

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«Wir haben die Schnauze voll», riefen die wütenden Fürther Fans unmittelbar nach dem Treffer zum 0:3. Später stimmten sie sogar Hohngesänge gegen ihre Mannschaft an. «Für die Jungs ist das sehr bitter, wenn man nicht mehr ernst genommen wird», sagte Interimscoach Ludwig Preis zu den heftigen Reaktionen der Anhänger.

Präsident Helmut Hack kapitulierte nach der x-ten Heimpleite. «Ein 0:3 gegen den Vorletzten sagt alles», meinte er. Man könne «die Tabelle lesen» und müsse sich jetzt «vernünftig verabschieden» aus der Bundesliga, erklärte der Fürther Vereinsboss tief enttäuscht:

Auch Interimstrainer Preis konnte in seinen letzten 90 Minuten als Chef den Heimfluch nicht beenden. «Wir sind alle bitter enttäuscht», sagte der 41-Jährige, der in drei Partien zwei Punkte holte. Preis hatte zwei personelle Veränderungen vorgenommen, eine notgedrungen: Torhüter Wolfgang Hesl hatte sich im Abschlusstraining an der Schulter verletzt und musste durch Max Grün ersetzt werden, der seine Position als Nummer 1 in der Hinrunde verloren hatte.

Das Comeback geriet für Grün zum kolossalen Frusterlebnis. Der Schlussmann wurde nicht nur beim 0:2-Fehlstart nach 16 Minuten von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Beim 0:1 kam Firmino nach einem präzisen Pass von Weis frei aus 15 Metern zum Abschluss. Beim zweiten Gegentor wurde Fürth ausgekontert. Über den Ex-Fürther Stephan Schröck und Weis kam der Ball zu Kevin Volland, der den ungedeckten Joselu bediente. Der Torschütze hatte keine Mühe, allein vor Grün sein fünftes Saisontor zu erzielen. Nicht nur bei den Toren blitzte auf, über welche offensiven Qualitäten Hoffenheim verfügt. «Das 3:0 tut gut», meinte Weis, «aber wir müssen jetzt nachlegen.»

Der frühe 0:2-Rückstand zeigte bei den Fürthern Wirkung. Die Fans pfiffen, das schwächste Heimteam der Liga agierte vorne und hinten desolat. Hinzu kam Pech: Johannes Geis musste schon frühzeitig mit einer Muskelverletzung vom Feld (12.). Der Mittelfeldspieler hatte zuvor mit einem Freistoß noch für die größte Torgefahr gesorgt (5.).

Torschütze Weis und Joselu hebelten kurz nach der Pause mit einem einfachen Doppelpass erneut die gesamte Fürther Abwehr aus - das 0:3 war die Entscheidung. Weis knallte den Ball später noch an die Latte (66.). «Das ist sicherlich der bitterste Moment in der gesamten Saison», erklärte Fürths Mittelfeldspieler Stephan Fürstner.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 49,8 - 50,2

Torschüsse: 12 - 12

gew. Zweikämpfe in %: 50,3 - 49,7

Fouls: 17 - 20

Ecken: 3 - 4

Quelle: optasports.com