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»2x30 Jahre Kunsthandwerk«

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Der Steinbildhauer Stefan Przibylla (von links) und die Keramikerin Karin Rauchalles präsentierten bei einer Vernissage ihre Werke auch Laudator Dr. Jürgen Leikert und Bürgermeister Thomas Kamm. (Foto: Krammer)

Mit einer vielseitigen Ausstellung, die an den beiden nächsten Wochenenden in der Siegsdorfer Rathausgalerie zu sehen ist, überraschten die Keramikmeisterin Karin Rauchalles und der Steinbildhauermeister Stefan Przibylla ihre Vernissage-Gäste. Beide sind seit 30 und mehr Jahren in ihrem Metier als versierte »Kunst-Hand-Werker« unterwegs und nutzen die Ausstellung im Rahmen des »Kulturgenuss in Bergen und Siegsdorf« für eine Projektion ihres Werdegangs und ihrer künstlerischen Entwicklung.


Dr. Jürgen Leikert, der Vorsitzende des Siegsdorfer Gewerbeverbunds, stellte die Künstler vor: »Mit Geist und Händen geschaffene Kunst erfreut seit Jahrtausenden die Mitmenschen, macht nach Karl Valentin aber auch viel Arbeit«, leitete Leikert über zum Lebenslauf von Karin Rauchalles, die ihre 30-jährige Keramikerfahrung nun unter dem Titel »Unbekanntes und Bekanntes« in dieser Ausstellung zusammengefasst hat.

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Nach ihrer Schulzeit in Siegsdorf und Traunstein absolvierte sie ihre Lehrjahre in einer Töpferei in Tittmonig und vertiefte ihr Wissen anschließend mit drei Gesellenjahren in Berchtesgaden. Weitere drei Jahre an der Keramischen Fachschule in Landshut schloss sie mit der Meisterprüfung im Keramiker-Handwerk erfolgreich ab. Nur wenige Jahre später gründete sie 1987 ihre eigene Werkstatt und ist nun bereits seit fast 30 Jahren in Siegsdorf als selbstständige Keramikerin in der »kleinsten Töpferei des Chiemgaus« tätig. Von den vielen Tausend Werkstücken, die sie in den drei Jahrzehnten gefertigt hat, hat sie für die Ausstellung eine kleine, sehr gelungene Auswahl ihres Schaffens zusammengestellt.

Wie die Keramikerin Karin Rauchalles kann man auch ihren Kollegen Stefan Przibylla mit dem Satz »Kunst kommt von Können« definieren. Der in Krefeld geborene Steinbildhauer und Maler hat seine Werkstücke unter der Prämisse »Malerei und Kleinplastik« zusammengestellt. Seine künstlerische Laufbahn begann bereits im Gymnasium, als seine Begegnung mit dem Kunstlehrer Georg Ettl sein Interesse für die Kunst weckte.

Um die richtigen Grundlagen zu schaffen, begann er nach seiner Zeit bei der Bundeswehr eine Lehre zum Steinmetz und Steinbildhauer, bevor er nach deren erfolgreichem Abschluss in Aachen Kunstgeschichte und Germanistik studierte. Es folgten »wilde Jahre« der praktischen Arbeit zwischen Aachen, Berlin oder der Schweiz, eine Zeit des »Eindrückesammelns« in ganz Europa. 1999 beendete er die »Brotlose Kunst« mit dem erfolgreichen Abschluss der Meisterschule in Düsseldorf, gründete 2000 eine eigene Firma und nutzte ein dreimonatiges Stipendium am »Europäischen Zentrum Venedig für die Berufe in der Denkmalpflege« zur Vertiefung seiner Erfahrungen.

Nach der Hochzeit und der Geburt seiner zwei Kinder kam die Familie in den Chiemgau und ist seit 2010 in Siegsdorf sesshaft, wo im Erdgeschoß seines Hauses auch die Werkstatt und ein Atelier eingerichtet sind. Bekannt sind eher seine größeren Werke, wie die Kunstwerke am Traunsteiner Ärztehaus oder der »Hochfelln-Brunnen« in Bergen, seine Erfahrung und sein Wissen drückt sich aber auch in vielen Kleinplastiken und Malereien aus. Die ausgestellten Arbeiten in der Rathausgalerie kann man vielleicht als »Bebilderung« seines Lebens deuten, viele der Objekte stehen für wechselnde Phasen seines künstlerischen »Hand-Werks«.

Die sehr sehenswerte Zusammenstellung zweier »Lebens-Kunst-Handwerke« ist heute, Freitag, und morgen, Samstag, von 16 bis 20 Uhr und sowie am Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Die gleichen Öffnungszeiten gelten auch am Wochenende vom 28. bis zum 30. Oktober. Franz Krammer