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24 Jahre in der Politik: Gemeinderat, Jugendreferent und CSU-Vorsitzender

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Schönau: Stefan Punz war 24 Jahre in der Politik – Gemeinderat, Jugendreferent, CSU-Vorsitzender | Königssee
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Stefan Punz, gelernter Schreiner und Bootsbauer, ist seit 1984 bei der Königssee-Schifffahrt beschäftigt. (Foto: Ulli Kastner)

Schönau am Königssee – Vier Wahlperioden, insgesamt 24 Jahre lang, saß Stefan Punz im Gemeinderat von Schönau am Königssee, drei Wahlperioden war er Jugendreferent der Gemeinde und 20 Jahre lang, von 1999 bis 2019, CSU-Ortsvorsitzender. Mit Beginn der neuen Wahlperiode am 1. Mai zog der mittlerweile 57-Jährige einen Schlussstrich unter die Kommunalpolitik.


Der Königsseer ist praktisch mit der Kommunalpolitik aufgewachsen, denn schon der Vater war als CSUler bis 1984 leidenschaftliches Gemeinderatsmitglied. Stefan Punz erinnert sich noch gut an die kommunalpolitischen Gesprächsrunden im Hause Punz, die etwas Konspiratives an sich hatten. Und gerade weil die besprochenen Themen so geheim waren, weckten sie das Interesse des Buben, der dann erst recht die Ohren spitzte. Da ging es Mitte der 70er Jahre beispielsweise um die Grundstücksverwendung nach Auflösung der Königssee-Bahn und um den Ankauf des Alten Bahnhofs.

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Schon mit 19 Jahren ging Stefan Punz zur CSU. Allerdings sollte es noch einige Jahre dauern, bis er als Mandatsträger politische Verantwortung übernehmen konnte. Der damalige CSU-Ortsvorsitzende und Gemeinderat Siegfried Stöger bot ihm 1995 einen aussichtsreichen Listenplatz für die 1996 anstehenden Kommunalwahlen und das Amt des stellvertretenden CSU-Ortsvorsitzenden an. So kam es, dass der Königsseer 1996 – bestens vorbereitet durch verschiedene Seminare bei der Hanns-Seidel-Stiftung – in den Gemeinderat einzog. Sein Wissen konnte er gleich einmal im Bauausschuss anwenden.

Besonders gerne blickt Stefan Punz auf seine Zeit als gemeindlicher Jugendreferent zurück. In dieser Funktion hat er beispielsweise das gemeindliche Ferienprogramm entwickelt, das von Anfang an ein Renner war. Nicht ganz so viel Erfolg hatte er mit seinem Vorschlag, in der Gemeinde eine gelb-blaue Schuluniform einzuführen. »Das hat sich nicht durchsetzen lassen, der Widerstand war zu groß«, schmunzelt Punz.

Seine erste Amtsperiode sieht Stefan Punz als seine schönste an. Unter anderem, weil der Gemeinderat die gesamten sechs Jahre unverändert blieb. »Es ist keiner verstorben und keiner hat aufgehört.« Deutlich schwieriger sei die letzte Wahlperiode unter Bürgermeister Stefan Kurz gewesen. »Denn da ging es schon immer darum, wer sein Nachfolger wird«, erinnert sich Punz.

»Wir haben in der ganzen Zeit aber viel erreicht«, betont Punz und bekräftigt, dass immer alle an einem Strang gezogen hätten. »Darauf kann man schon stolz sein.« In Punz' lange Amtszeit fielen beispielsweise der Bau des Explorer-Hotels, des Heizkraftwerks und der CJD-Realschule sowie die Ausweisung des Alten Sportplatzes als Wohnbaugebiet. »Das sind alles Erfolgsgeschichten, aber Du weißt halt vorher nie, wie es ausgeht«, betont Punz. Ohnehin seien die schwierigsten Entscheidungen immer die, bei denen man sich selbst nicht ganz sicher ist.

Als Beispiel nennt er das Almdorf am Vorderbrand, dem er eigentlich eher ablehnend gegenübergestanden habe. »Aber da gibt es den Erweiterungsanspruch und außerdem realisiert das Projekt ein Einheimischer, der da mit Sicherheit etwas Schönes hinstellt«, begründet Punz seine Entscheidung zugunsten des Almdorfes.

Streit um Königinnen-Schaukel

Als kuriose Diskussion hat Stefan Punz noch die Debatte um die Lärmbelastung durch die Königinnen-Schaukel in der Artenreit in Erinnerung. »Da verabschiedest du erst in 20 Minuten einen 15-Millionen–Haushalt, um dann eineinhalb Stunden lang über so eine Schaukel zu streiten.« Doch immerhin haben sich die Emotionen anschließend beim traditionellen Wirtshausgang nach der Sitzung wieder gelegt. Punz: »Nach solchen Sitzungen hast du aber auch ein Bier gebraucht«. Das wird dem Königsseer künftig auch ohne Politik schmecken.

Ulli Kastner