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210 neue potenzielle Lebensretter gefunden

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Gemeindereferentin Uschi Erl und Magdalena Lemberg (von links) registrieren zwei junge Frauen. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Ein überwältigendes Echo fand die Registrierungsaktion der Katholischen Landjugend (KLJB) Berchtesgadener Land in Kooperation mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS): 210 Menschen ließen sich als potenzielle Stammzellenspender registrieren. Sie können damit Lebensretter für an Blutkrebs Erkrankte werden.


Alle 15 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs. Mit einer Stammzellenspende hat er eine echte Heilungschance. Das Problem: Für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale von Patient und Spender nahezu zu 100 Prozent übereinstimmen. Daher sind so viele freiwillige Stammzellenspender erforderlich: Umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der richtige Spender gefunden wird.

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Grundsätzlich kann sich jeder ohne schwere Erkrankungen im Alter zwischen 17 und 55 Jahren in die Datenbank der DKMS als Stammzellenspender aufnehmen lassen. »Ich wollte das schon immer privat machen. Jetzt hatte ich die Chance, das mit der Landjugend zu tun«, erzählt Carina Gumpinger aus Anger vom Vorstand der KLJB BGL, wie die Idee entstand. »Mein persönliches Ziel waren 150 Registrierungen.«

Bis 16 Uhr waren es bereits knapp 200. Die zwölf Helfer verlängerten noch ein wenig, zumal der Zustrom der Spender nicht abreißen wollte, und so kamen stolze 210 Registrierungen zusammen.

Vom Alter und Geschlecht her waren die Registrierungswilligen bunt gemischt – es kamen ganze Cliquen wie eine Hüttenmannschaft und eine Fußball-Gruppe, aber auch viele Einzelpersonen und Familien. Nur wenige Menschen hätten die Aufnahme in die Datenbank verweigert, erzählt Carina Gumpinger. Viele seien auch schon seit Jahren registriert.

Eine häufige positive Reaktion der Besucher sei gewesen: »Mei, das wollt' ich schon immer machen. Jetzt hab' ich die Chance, das in drei Minuten zu machen.« Bei vielen mussten die Landjugend-Aktiven der KLJB-Ortsgruppen Teisendorf, Anger und Thundorf-Straß auch Aufklärungsarbeit leisten. Ein verbreiteter Irrglaube ist laut Gumpinger, dass für die Stammzellenspende Rückenmark entnommen werden muss.

Laut der aufgelegten Infomaterialien gibt es zwei Entnahmearten, sollte sich nach einer medizinischen Untersuchung die Eignung eines Spenders herausstellen: die periphere Stammzellenentnahme (in 80 Prozent der Fälle), bei der die Zahl der Stammzellen im Blut durch Gabe eines Medikaments gesteigert wird, und die Knochenmarkentnahme (in 20 Prozent der Fälle). Bei der ersten Methode treten höchstens grippeähnliche Symptome auf, die aber rasch wieder abklingen. Bei der zweiten Methode wird dem Spender unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm etwa ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen. Das Knochenmark regeneriert sich innerhalb von zwei Wochen, und das Risiko beschränkt sich auf das Narkoserisiko.

»Es war echt ein Erfolg«, freuten sich Carina Gumpinger und alle Helfer. Die engagierte Werbung durch persönliche Ansprache, Whatsapp, soziale Medien, Zeitung und Radio hatte sich gelohnt. Stolz wurde an der Glastür mit weißem Stift eine Stricherlliste geführt: »So viele neue Lebensretter unterwegs.« Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Seite der DKMS. vm