weather-image

1500 Menschen kamen auf die Saalach-Brücke

2.9
2.9
Bildtext einblenden
Es war die bisher größte Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen in Südostbayern: 1500 Demonstranten kamen nach Freilassing auf die dafür gesperrte Saalach-Brücke. Organisiert worden war die Demo von »BGL steht auf« . Foto: Johannes Geigenberger

Freilassing – Zu einer Demonstration gegen die gesetzlich angeordneten Corona-Maßnahmen sind am Samstag in Freilassing deutlich mehr Menschen gekommen als vom Veranstalter erwartet. Stefan Sonntag, der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, schätzte die Zahl auf etwa 1500 Teilnehmer. Die Gruppierung »BGL steht auf« hatte für die Demo am Grenzübergang an der Saalach-Brücke 200 Teilnehmer angemeldet. Es war die bisher größte Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen in Südostbayern.


»Für grenzenlose Selbstbestimmung«

Die Demo stand unter dem Motto »Für grenzenlose Selbstbestimmung. Keine Mauern in Europa – für ein Europa der Völker in Frieden und Freiheit«. Zeitgleich fand auf österreichischer Seite ebenfalls eine Versammlung zu dem Thema statt. Die Veranstaltung verlief friedlich, trotzdem gab es Anzeigen. »Wir mussten darauf drängen, dass Abstände eingehalten werden und dass Masken getragen werden«, sagte Stefan Sonntag im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Deswegen habe die Demo am Samstagnachmittag auch später starten können als geplant.

Anzeige

Das Internet-Bündnis »BGL steht auf« hatte zu der Kundgebung aufgerufen, allerdings – gemäß der aktuellen bayerischen Bestimmungen – nur rund 200 Teilnehmer angemeldet. Offenbar hatte aber auch die Polizei selbst mit mehr Demonstranten gerechnet: Sie war deshalb mit rund 300 Beamten vor Ort, um unter anderem die Einhaltung der Abstandsregeln durchzusetzen. Hier habe es zwar zahlreiche Verstöße gegeben, so die Polizei. Man habe sich allerdings bewusst gegen ein härteres Einschreiten entschieden.

Dass es so viele Teilnehmer wurden, lag an der großen Menge an Menschen, die auch von weit her nach Freilassing gekommen waren. Aus ganz Ober- und Niederbayern und selbst aus der Oberpfalz und Schwaben hatten sich Gegner der Corona-Maßnahmen aufgemacht, um ihren Unmut an einem »symbolträchtigen Ort« auszudrücken: Schließlich ist die Freilassinger Grenzbrücke wegen der Corona-Bestimmungen derzeit nur für Berechtigte passierbar.

Die Veranstalter wollten mit der Demo daher nach eigenem Bekunden auch ein Zeichen der bayerisch-österreichischen Freundschaft setzen. Deshalb gab es auf Salzburger Seite eine parallel laufende Kundgebung, zu der sich laut Salzburger Polizei rund 500 Interessierte versammelt hatten.

»Die Angst muss aufhören«

Abwechselnd sprachen österreichische und deutsche Redner auf der Mitte der Saalach-Brücke, die eigens für den Verkehr gesperrt worden war. Abgesehen von Bekundungen nach dem Motto »Wir gehören zusammen« ging es in den Wortbeiträgen aber weniger um Sinn und Unsinn der Grenzkontrollen, sondern um Kritik an der Corona-Politik insgesamt. Es wurde »Söder muss weg«, »Kurz muss weg« oder auch »Merkel muss weg« skandiert. Obwohl sich unter den Rednern auch Vertreter der »Querdenker«-Bewegung befanden, wurde Corona allerdings nicht per se geleugnet. Stattdessen müsse »endlich die Angst aufhören«, wie betont wurde.

Unter der Leitung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd waren bei dem Einsatz auf bayerischer Seite insgesamt mehr als 300 Polizeibeamte, darunter Polizeireiter, Diensthundeführer, der Einsatzzug des Polizeipräsidiums und geschlossene Einheiten der Bayerischen Bereitschaftspolizei sowie Kräfte der Bundespolizei im Einsatz.

Mit Verspätung begann die Versammlung um 16.50 Uhr. Bis dahin hatten sich laut Polizei etwa 1500 Teilnehmer an der Saalach-Brücke eingefunden. Um auf die Einhaltung der Auflagen – insbesondere die Einhaltung von Abständen und das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung – hinzuweisen, machte die Polizei mehrfach Lautsprecherdurchsagen.

Als die Versammlung um 18.40 Uhr nach mehreren Rede- und Musikbeiträgen von einer Bühne auf der Saalach-Brücke beendet war, zog die Polizei – wie sie mitteilte – ein zufriedenstellendes Fazit. »Denn die Veranstaltung war insgesamt friedlich, ruhig und geordnet verlaufen.«

Die Bilanz des Polizeipräsidiums in Zahlen: Zwei Personen wurden wegen Beleidigungsdelikten und eine Person wegen Zeigen eines Hitlergrußes vorläufig festgenommen oder angezeigt. Von mehreren Personen wurden die Identitäten festgestellt und 31 kostenpflichtige Verwarnungen wegen Falschparkens ausgesprochen. Zu größeren Verkehrsbehinderungen war es nicht gekommen.

KR/JG


Einstellungen