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Staatsministerin Ilse Aigner übergibt Zuwendungsbescheid für Energienutzungsplan

140 000 Euro für dezentrale Energieversorgung

Berchtesgadener Land – Der Startschuss für den »Energienutzungsplan« für den Landkreis und die Gemeinden ist gefallen. Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner übergab Landrat Georg Grabner am Gasthaus Hochschwarzeck in Ramsau den Zuwendungsbescheid über die Erstellung eines Energienutzungsplans. Dieser wird mit fast 140 000 Euro durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie gefördert.

Staatsministerin Ilse Aigner (Mitte) überreicht Landrat Georg Grabner (2. v. r.) den Zuwendungsbescheid für den Energienutzungsplan im Beisein der Landtagsabgeordneten Michaela Kaniber (l.), Klimaschutzmanager Manuel Münch (2. v. l.) und Bezirksrat Georg Wetzelsperger (r.). (Foto: privat)

»Wir hoffen, durch diesen Plan Anregungen zur energetischen Sanierung, zur Vermeidung und Effizienzsteigerung von Energie zu geben, und dass das Thema erneuerbare Energien weiter voran getrieben wird«, erklärte Landrat Georg Grabner gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«. »Dieser Energienutzungsplan ist bayernweit einmalig«, hob er mit Stolz hervor.

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Daher nahm sich auch die Wirtschaftsministerin Zeit für die persönliche Überreichung des Bescheids. »Die Energiewende ist ein großes nationales Projekt. Sie kann aber nur gelingen, wenn sie im Kleinen funktioniert. Der Beitrag, der in unseren Gemeinden und Landkreisen geleistet wird, ist von großem Wert, zumal die Kernaufgabe der Energiewende darin besteht, von einer zentralen auf eine dezentrale Energieversorgung umzusteigen«, erklärte Ilse Aigner.

Wo und wie kann Energie in den Gemeinden eingespart werden? Wo ist der Ausbau welcher regionalen Energiequelle am sinnvollsten? Wie ist das technisch machbar und welche Kosten sind damit verbunden? Diese und weitere Fragen soll der Energienutzungsplan, ein innovatives Energie- und Klimaschutzkonzept, für jede Gemeinde detailliert beantworten. Neu und bislang ein Pilotprojekt in Bayern ist die Verbindung des Energienutzungsplans mit einem energetischen Gebäudemodell: Gebäudescharf wird eine optimale Sanierungs- und Energieversorgungsvariante automatisiert berechnet.

Besonders begrüßt Grabner, dass nach dem Beschluss des Ausschusses für Umweltfragen und Energie und des Kreisausschusses alle 15 Gemeinden zugestimmt haben und dass neben dem Thema Strom das Thema Wärme in den Blick genommen wird.

Bei der Übergabe unterstrich Aigner die Bedeutung des Projektes. »Für das Engagement des Landkreises und der Gemeinden im Berchtesgadener Land bedanke ich mich. Das ist Ihr Beitrag zum Gelingen der Energiewende«, sagte die Ministerin. Wichtig sei es, die Bereiche Effizienz und Sparen nicht wie Stiefkinder der Energiewende zu behandeln: »Die beste Energie ist immer noch die, die wir gar nicht erst verbrauchen.«

Für Landrat Georg Grabner ist der Energienutzungsplan ein Schlüsselprojekt bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes. »Die strategischen Klimaschutzziele werden nun in konkrete Projekte auf lokaler Ebene überführt. Für jede Gemeinde wird ein Maßnahmenkatalog erarbeitet und ein Leuchtturmprojekt detailliert untersucht und entwickelt.«

Mit der Erstellung des Energienutzungsplans wurde das Institut für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden beauftragt, die das Projekt auch intensiv wissenschaftlich begleitet, in Arbeitsgemeinschaft mit Diplomingenieur Tobias Eder vom Münchner Ingenieur-Büro Enifoss. Die Projektleitung übernimmt Prof. Dr. Markus Brautsch.

Auf Landkreisebene wird die einjährige Erstellung des Energienutzungsplans durch den Klimaschutzmanager des Landkreises Manuel Münch koordiniert und fachlich begleitet. »Mit der Integration eines bislang einzigartigen energetischen Gebäudemodells in einen Energienutzungsplan schaffen wir zum einen gemeinsam mit den Gemeinden eine fundierte Informations- und Planungsgrundlage für die kommunale Energieleitplanung und zum anderen für Bürger einen direkten Nutzen für die energetische Gebäudesanierung«, konkretisiert Münch den Nutzwert für Kommunen und Bevölkerung. Veronika Mergenthal