weather-image

12,4 Millionen Euro für das Karlsgymnasium

Bad Reichenhall - Der Umbau des Karlsgymnasiums in Bad Reichenhall wird mit circa 12,4 Millionen Euro rund 2 Millionen Euro teurer ausfallen als ursprünglich geplant. Die zusätzlichen Kosten ergeben sich in erster Linie aus der Installation einer Lüftungsanlage und der Passivhausbauweise des Neubaus. Die Mehrheit des Kreistages stimmte dem finanziellen Mehraufwand zu. Baubeginn im Karlsgymnasium soll Anfang nächsten Jahres sein, die Bauzeit schätzt Landrat Georg Grabner auf zwei Jahre.

Letztlich drehte sich die Diskussion im Kreistag um zwei verschiedene Varianten. Möglichkeit eins hätte lediglich die Mindestvorgaben der gesetzlichen Energieeinsparverordnung erfüllt und 10,5 Millionen Euro gekostet. Als der Kreistag in seiner Märzsitzung die Sanierung des Schulhauses beschlossen hatte, war man noch von rund 9,8 Millionen Euro ausgegangen. Der Betrag habe sich erhöht, weil die Kosten damals nur überschlägig ermittelt worden seien, erklärte Landratsamtsmitarbeiterin Fernanda Barbato. Außerdem sei man davon ausgegangen, die Installationen wie Heizkörper und Heizungsleitungen sowie Abwasservorrichtungen zum großen Teil belassen zu können. Eine genaue Bestandsanalyse habe leider einen wesentlich schlechteren Zustand der Einrichtungen ergeben, als erwartet. Es müsse alles raus, hieß es vom beauftragten Fachplanungsbüro.

Anzeige

Die zweite Version, auf die man sich letztlich im Kreistag einigte, berücksichtigt wesentlich strengere Energieeinsparungswerte. So soll der Neubau im Passivhausstandard errichtet und der zu generalsanierende Gebäudeteil mit Passivelementen versehen werden. Außerdem wird eine Lüftungsanlage installiert. Die sei wichtig für eine optimale Luftqualität in den Klassenräumen und somit eine höhere Konzentrationsfähigkeit bei den Schülern und Lehrern, erklärte die zuständige Planerin Simone Graßmann und verwies darauf, dass solche Anlagen in Zukunft Standard seien. 1,1 Millionen Euro fallen für die Belüftung an, 800 000 für eine verstärkte Wärmeisolierung. Unterm Strich kosten die Sanierung sowie Umbauarbeiten und der Neubau zwischen Haupt- und Fachtrakt 12,4 Millionen Euro.

»Ich bin der Meinung, man kann hier nicht nur mit Euro und Cent rechnen, man muss auch sehen, dass wir so eine deutliche Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes erreichen und insgesamt eine Energieeinsparung haben, auch wenn die sich derzeit kaum finanziell auswirkt«, sagte Landrat Grabner. Als Öffentliche Hand müsse man eine Vorbildfunktion einnehmen.

Sein Stellvertreter Lutz Feiler (CSU), selbst viele Jahre Schuldirektor am Karlsgymnasium, bestätigte: »Es sieht dort zum Teil katastrophal aus«, rechtzeitige Instandhaltung sei aus Kostengründen verschlafen worden. Das kritisierte auch Dr. Bartl Wimmer (Die Grünen): »Wir dürfen im Verwaltungshaushalt nicht so sparen.« Zuvor hatte Wolfgang Heitmeier angemahnt, jetzt nicht 2 Millionen Euro zusätzlich auszugeben, die dann für Pflege und Wartung fehlen würden. Sein Parteikollege Franz Schießl bestätigte dem Karlsgymnasium zwar einen »dringenden Handlungsbedarf«, plädierte aber für die günstigere Variante mit 10,5 Millionen Euro. Der Landkreis müsse dringend sparen, auch darin habe man eine Vorbildfunktion zu erfüllen. Helmut Fürle sieht in der Investition ins Schulgebäude auch eine Investition in »das wichtigste Gut, dass wir haben, in unsere Kinder. Ihnen sollten wir die besten Bedingungen schaffen.«

Mit zehn Gegenstimmen aus den Reihen der FWG und der SPD einigte sich der Kreistag schließlich auf die teurere Sanierungsvariante. Es soll nun unverzüglich der Förderantrag bei der Regierung von Oberbayern eingereicht und die Ausschreibungen für Herbst vorbereitet werden. Anfang des kommenden Jahres können die Arbeiten dann losgehen. Der Schulbetrieb soll dabei ganz normal weiterlaufen. »Wir wollen keine Verlagerung von Klassenräumen, eventuell werden wir auf Container zurückgreifen, die aber nicht außerhalb, sondern auf dem Schulgelände aufgestellt werden«, so Landrat Grabner. Für die Bauzeit sind zwei Jahre vorgesehen. kb