12. Sänger- und Musikantentreffen im Berchtesgadener Bauerntheater
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Die Sänger und Musikanten gemeinsam mit Ansager Lenz Berger auf der Bühne im Bauerntheater. Es spielen die » Göllwurz'n Bläser«. (Fotos: Bernhard Stanggassinger) Foto: Bernhard Stanggassinger

12. Sänger- und Musikantentreffen im Berchtesgadener Bauerntheater

Berchtesgaden – Die Direktorin des Berchtesgadener Bauerntheaters Elisabeth, Hölzl-Michalsky, lud für Freitagabend namhafte Sänger und Musikanten der echten, unverfälschten Volksmusik sowie Sprecher Lenz Berger zum 12. Sänger- und Musikantentreffen ins Bauerntheater Berchtesgaden ein. Das Thema »Hiazt ziagt da Herbst ins Land« passte gut zu dem Wetter am Freitag. Viele Besucher kamen ins Bauerntheater.


Zum Auftakt spielten die »Göllwurz'n Bläser«. Lenz Berger, bekannt für seinen Humor und allseits beliebt, begrüßte die Anwesenden. Er freute sich, dass man nach drei Jahren Corona-Pause heuer »Gott sei Dank« zum 12. Sänger- und Musikantentreffen im Bauerntheater zusammenkommen durfte. Mit dem Gedicht »A Leb'n ohne G'sang und Musi« tat er auf der Bühne vor dem Publikum seine Freude kund.

Dann stellte der Sprecher die »Stoaberg Sängerinnen« vor. Er erklärte, dass ihr Name auf den Ramsauer »Stoaberg« zurückgeht. Er wusste, dass Eva Angerer aus Berchtesgaden und Christa Grassl aus der Ober-au die 1. und 2. Stimme singen und Ursula Eder aus Piding die 3. Stimme. »Ihre meisten Lieder sind Eigenkompositionen«, erklärte er. Die Melodien und Texte stammen von Christa Graßl und Eva Angerer und alle Lieder, die die Musikerinnen an jenem Abend im Bauerntheater sangen, waren Eigenkompositionen. »Den Stoaberg Sängerinnen zuzuhören ist immer wieder ein Genuss«, sagte Lenz Berger. Daraufhin gaben die Frauen noch das »Jagalied« – »Wenn d'Sunn so durch die Lärch'n spitzt« – zum Besten. Lenz Berger stellte auch die »Rimstinger Sänger« vor, die, wie er sagte, durch ihre besonders harmonische Musik immer wieder hervorstechen. Sie haben ein großes Lieder-Repertoire und singen stets auch alte Lieder, die man nicht so oft hört. Christoph Bauer aus Reit im Winkl singt die 1. Stimme, Raimund Steinberger aus Rimsting die 2., Hannes Ettenhuber aus Gollenshausen die 3. und Markus Dettendorfer aus Rimsting den Bass. Lenz Berger wusste, dass die Musiker Spaß an der und Liebe zur Volksmusik haben. Im Bauerntheater präsentierte die Musikgruppe das Lied »Gamsbergsteig'n im Summa«. Ein Urgestein der Inntaler Sänger, Peter Anderl aus Raubling, begleitete sie auf der Zither.

Lenz Berger ging am Freitagabend auch auf aktuelle Themen ein. Zum Schulanfang vergangenen Dienstag erzählte er Witze und Anekdoten. Die Zuhörer lachten und applaudierten.

»Vom Hohen Göll haben die Göllwurz'n Musi und die Göllwurz'n Bläser ihren Namen«, erklärte Lenz Berger, als er die Gruppen vorstellte. Am Fuß, der Wurzel des Hohen Göll im Tennengau sind sie zu Hause und durch das Musizieren seit vielen Jahren miteinander verbunden.

Die »Göllwurz'n Musi« spielt als »Tanzlmusi« zu acht. Am Freitag im Bauerntheater traten sie aus Platzgründen auf der Bühne nur zu fünft als »Göllwurz'n Bläser« auf. Robert Steiner spielt in der Formation das 1. Flügelhorn, Pangratz Seiwald das 2., Hannes Kupfer die 1. Posaune, Christian Seidl sen. die 2. Sebastian Brückler spielte die Basstuba. Die Weisen, die die »Musi« spielte, waren ein wahrer Hörgenuss, das Publikum zeigte sich begeistert. Schöne, echte Volksmusik brachte auch die »Hirschberg Zithermusik« zu Gehör. Sie ist in Gersdorf in der Nähe von Emmering beheimatet. Dort war einst ein kleines »Schlössl« gestanden. Es hatte das Geschlecht der »Hirschberger« beherbergt, wusste Lenz Berger. Die 1. Stimme der »Hirschberg Zithermusik« auf der Zither spielt Franz Öttl aus Berg bei Griesstätt, Bernhard Frey aus Ebersberg die 2., Rudi Ritter aus Schleching die 3., Franz Anzinger aus Endorf spielt auf der Kontragitarre. Seit 1991 performt die »Hirschberg Zithermusik« nach dem Vorbild der »Wegscheider Musikanten«. Gesang und Instrumentalstücke wechselten auf der Bühne. Lenz Berger brachte zwischendurch das Publikum immer wieder zum Lachen.

Eine Geschichte über den bayerischen Dialekt und den trockenen bayerischen Humor kam besonders gut an. »Wenn ein Bayer lacht, lacht ein Gast noch lange nicht und wenn der Gast lacht, lacht der Bayer nicht«, las er einen Aufsatz eines neunjährigen Urlauber-Buben vor. So mancher lachte Tränen.

Am Ende der Veranstaltung trug Lenz Berger noch ein nachdenkliches Gedicht vor, das die »Göllwurz'n Bläser« untermalten und ausklingen ließen. Das Publikum spendete lang anhalten Applaus und forderte eine Zugabe. Und so traten alle Gesangs- und Musikgruppen noch einmal auf die Bühne.

Bernhard Stanggassinger